2. Bundesliga

SV Darmstadt 98: Ein halbes Jahr lang wieder ein ganzes Stadion

Gegentribüne vor der Fertigstellung - Neues Stimmungsnest durch Fanblock-Umzug

Darmstadt: Ein halbes Jahr lang wieder ein ganzes Stadion

Es geht voran am Darmstädter Böllenfalltor.

Es geht voran am Darmstädter Böllenfalltor. imago images

Denn der Abriss der Haupttribüne sowie deren Neubau beginnen erst nach Ende dieser Saison. Eingeplant sind für diesen letzten Umbauschritt rund anderthalb Jahre. Ab Anfang 2022 werden die 98er eine moderne, dann 19 300 Fans fassende Spielstätte haben, die sie - wie auch jetzt schon - selbst betreiben werden. Von den voraussichtlich rund 40 Millionen Euro Baukosten bezahlt der Verein den Löwenanteil aus eigener Kasse. Das neue Multifunktionsgebäude an der Böllenfalltor-Halle, das den Geschäftsstellen-Mitarbeitern, durch Fitness- und Reha-Räume aber auch der Profimannschaft besser gerecht wird als die ziemlich verfallene alte Haupttribüne, stellte der Verein bereits im Herbst weitgehend fertig. Aktuell sind die Schlussarbeiten an der Gegentribüne im Gange. Zwar werden auch nach der Einweihung der Gegentribüne noch kleinere Baumaßnahmen durchgeführt; für die Lilien- und die Gäste-Fans beginnt am 2. Februar dennoch eine neue Ära. Zusätzlich zu den 5 500 Stehplätzen auf dem Unterrang (davon rund 1 200 für die Gäste), die der SV 98 schon in der Hinrunde in Betrieb nahm, dürfen dann auch die 3 000 Sitzplätze auf dem Oberrang (davon rund 600 für die Gäste) belegt werden.

Von 14 875 auf 18 000 War das Stadion zuletzt mit 14 875 Zuschauern ausverkauft, so dürfen in der verbleibenden acht Heimspielen der Saison wieder annähernd 18 000 Fans ins Stadion. Weil die neue Haupttribüne größer sein wird als die derzeitige, wächst die Zahl nach dem finalen Akt des Umbaus noch einmal um mehr als 1 000 Plätze.

Die Auswirkungen der fertigen Gegentribüne werden ab dem 2. Februar allerdings nicht nur quantitativer Natur sein. Als enorm wichtig für die Atmosphäre im Stadion wird sich der Umzug des harten Kerns des A-Blocks auf der Haupttribüne entpuppen. Neben den Ultras auf der Südtribüne sind in Darmstadt die Fans im A-Block die zweite große Gruppe, von denen laute wie kreative Anfeuerung ausgeht.

Südöstliche Ecke als Stimmungsnest Zum Heimspiel gegen Osnabrück zieht ein Großteil der Stimmungsmacher vom A-Block in den südlichen Block auf dem Oberrang der neuen Gegentribüne um. Auf den dortigen Sitzplätzen werden diese Fans - wie schon bisher im A-Block, formal ebenfalls ein Sitzblock - die Spiele allerdings stehend verfolgen. Weil die Ultras auf der Südtribüne dann nur noch wenige Meter Luftlinie von den besonders kultverdächtigen Ex-A-Block-Fans entfernt sind, dürfte die südöstliche Ecke des "Bölle" zum entscheidenden Stimmungsnest werden. Von dort aus könnte der Funke - etwa durch Wechselgesang - auch auf die restliche Gegentribüne, die Haupttribüne und die Nordtribüne überspringen.

nik