Bundesliga

Darmstadt und Ben-Hatira gehen getrennte Wege

Trennung soll "einvernehmlich" erfolgt sein

Darmstadt und Ben-Hatira gehen getrennte Wege

Änis Ben-Hatira wird nicht mehr für den SV Darmstadt 98 spielen.

Änis Ben-Hatira wird nicht mehr für den SV Darmstadt 98 spielen. imago

In den letzten Wochen war bekannt geworden, dass sich Ben-Hatira für eine Hilfsorganisation einsetzte, die vom Verfassungsschutz in Nordrhein-Westfalen der extremistisch-salafistischen Szene zugerechnet wird und deshalb unter Beobachtung steht.

An diesem Engagement entzündete sich immer mehr Kritik - auch von Seiten der eigenen Fans. Vor dem Spiel gegen Gladbach wurden vom Bündnis "Lilienfans gegen Rechts" Flugblätter verteilt mit der Forderung: Verein und Spieler mögen sich distanzieren. Ben-Hatira hatte dies zunächst abgelehnt. Doch auch die Politik griff in die Debatte ein, Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) rügte mit deutlichen Worten Ben-Hatira und ermahnte den Verein, "klare Grenzen" zu setzen.

Dies haben die Lilien nun getan. "Nach Analyse der Gesamtsituation macht eine weitere Zusammenarbeit für beide Seiten keinen Sinn mehr", sagte SV98-Präsident Rüdiger Fritsch.

"Der SV 98 beurteilt Ben-Hatiras privates humanitäres Hilfsengagement wegen der Organisation, der er sich dabei bedient, als falsch", begründete Fritsch die Maßnahme. Wie Fritsch weiterhin betonte, habe sich Ben-Hatira im Verein aber "stets tadellos und vorbildlich verhalten". Der Klub wünscht dem 27-jährigen Angreifer "für seine sportliche Zukunft alles Gute."

Ben-Hatira wechselte erst vor dieser Saison von Eintracht Frankfurt zu den Lilien. In er Hinrunde kam er für Darmstadt in elf Ligapartien zum Einsatz und erzielte dabei ein Tor. In Deutschland war der gebürtige Berliner zuvor unter anderem für Hertha BSC, Tennis Borussia Berlin, den MSV Duisburg sowie den Hamburger SV im Einsatz. Insgesamt erzielte er in 101 Bundesligaspielen 15 Tore.

Wie der SV98 weiter mitteilte, werde der Verein zu diesem Thema keine weitere Stellungnahme mehr abgeben. Vielmehr werde Darmstadt ab sofort "seine gesamte Energie und Konzentration auf die schwierige Mission Klassenerhalt lenken".

Ein Statement Ben-Hatiras zu der Trennung, die nach Angaben des Vereins "einvernehmlich" erfolgt sein soll, liegt nicht vor.

jer