Bundesliga

Dardai: "Die Qualität war zu groß für uns"

Hertha: Beim 0:3 gegen Liverpool fehlt die Frische

Dardai: "Die Qualität war zu groß für uns"

Enttäuschte Herthaner nach dem 0:3 gegen den FC Liverpool.

Enttäuschte Herthaner nach dem 0:3 gegen den FC Liverpool. imago

Vor 54.279 Zuschauern trafen Dominic Solanke (15.), Georginho Wijnaldum (38.) und Mohamed Salah (61.) für den Vorjahresvierten der Premier League. Jürgen Klopps Elf, die am 12. August beim FC Watford in die Saison startet, wirkte über die gesamte Spielzeit deutlich spritziger. "Man hat gesehen, dass wir nicht die Spritzigkeit hatten", sagte Herthas tschechischer Mittelfeldspieler Vladimir Darida. "Hinter uns liegt der schwerste Teil der Vorbereitung. Der Kopf wollte anders spielen, aber die Beine konnten nicht. Liverpool war frischer."

U-21-Europameister Mitchell Weiser, der bis zu seiner Auswechslung nach 66 Minuten stärkster Berliner war und über die rechte Seite viele Aktionen initiierte, wollte "das 0:3 nicht überbewerten - es war ein schönes Event, wir sind mitten in der Vorbereitung".

Aber Weisers Erkenntnis traf fraglos zu: "Man hat gesehen, dass Liverpool zurzeit eine Klasse besser ist." Hertha hatte zwar durch Weiser (9.), Ondrej Duda (31.), Alexander Esswein (48.) und die Freistöße von Marvin Plattenhardt (37.) und Valentin Stocker (76.) auch Möglichkeiten, blieb aber ohne Tor - und zeigte sich in der Defensivzentrale, wo Fabian Lustenberger und Karim Rekik keinen souveränen Eindruck hinterließen, wiederholt anfällig. "Wir haben drei Fehler gemacht, die auf dem Niveau bestraft werden", erklärte Weiser. "Chancen hatte wir auch. Die muss man dann auf dem Niveau nutzen."

Skjelbreds Fußnote: Liverpool-Angebot als 15-Jähriger

Per Skjelbred nannte das Testspiel, das die Festwoche anlässlich des 125. Klub-Geburtstages abrundete, "ein Supertraining für uns gegen einen der größten Klubs der Welt". Nette Fußnote: Der Norweger absolvierte als 15-Jähriger einst selbst ein Probetraining beim FC Liverpool. Dort trainierte er mit Stars wie Robbie Fowler, Sami Hyypiä und John Arne Riise.

Den angebotenen Vertrag für die Jugendakademie schlug Skjelbred seinerzeit jedoch aus - und blieb in der Heimat, wo er mit 16 im Profi-Team von Rosenborg Trondheim debütierte.

Nach dem freien Sonntag reist der Hertha-Tross am Montag in ein einwöchiges Trainingslager nach Schladming in die Steiermark. Dort sind zwei weitere Testspiele angesetzt: am Mittwoch (18 Uhr) in Schladming gegen Neftchi Baku, am Samstag (17 Uhr) in Kapfenberg gegen Galatasaray Istanbul. Dann sind die Berliner eine Woche weiter - und vermutlich schon ein wenig spritziger.

Steffen Rohr