Bundesliga

Pal Dardai und Schwolow begrüßen Trennung von Lehmann

Hertha-Keeper: "Es musste zu diesem Schritt kommen"

Dardai und Schwolow begrüßen Trennung von Lehmann

Vertritt die Meinung von Investor Lars Windhorst: Torwart Pal Dardai.

Vertritt die Meinung von Investor Lars Windhorst: Torwart Pal Dardai. imago images

"Wir von Hertha vertreten bestimmte Werte. Und die haben sich in dieser Nachricht nicht wiedergefunden. Deswegen, denke ich, musste es zu diesem Schritt kommen", sagte Hertha-Keeper Alexander Schwolow am Mittwoch in der Spieltagspressekonferenz des Hauptstadt-Klubs, der am Donnerstagabend den SC Freiburg empfängt.

Lehmann hatte am Dienstagabend mit einer rassistischen WhatsApp-Nachricht gegenüber Sky-Experte Dennis Aogo für Aufsehen gesorgt. Ex-Nationalspieler Aogo hatte in der Nacht zum Mittwoch auf Instagram einen WhatsApp-Chat geteilt, in dessen Verlauf Jens Lehmann in der letzten Nachricht geschrieben hatte: "Ist Dennis eigentlich euer Quotenschwarzer?" Aogo, der aktuell in Herthas Ü-32-Senioren-Mannschaft spielt, hatte den Post mit der Nachricht kommentiert: "Wow, dein Ernst? @jenslehmannofficial Die Nachricht war wohl nicht an mich gedacht!!!"

Hertha-Investor Lars Windhorst, dessen Tennor-Holding vier Mandate im neunköpfigen Aufsichtsrat der Hertha KG hält, hatte am Mittwochmorgen die Konsequenzen gezogen. Tennor löste den Beratervertrag mit Ex-Nationalspieler Lehmann auf und entzog ihm das Mandat für den Aufsichtsrat. Dem Vernehmen nach gab es am Mittwochmorgen ein Gespräch zwischen Windhorst und Lehmann.

Ich möchte nicht so viel darüber reden.

Pal Dardai

Hinter den Kulissen hatte zudem Hertha-Präsident Werner Gegenbauer bereits am frühen Mittwochmorgen klargemacht, dass Ausrichtung und Identität des Klubs keine andere Möglichkeit als die sofortige Beendigung der Zusammenarbeit ließen. Später sagte Gegenbauer in einem vom Verein kommunizierten Statement: "Solche Einlassungen entsprechen in keiner Weise den Werten, für die Hertha BSC steht und sich aktiv einsetzt. Hertha BSC distanziert sich von jeglicher Form von Rassismus. Wir begrüßen daher den Schritt der Tennor-Holding."

Ebenso wie Schwolow begrüßte auch Trainer Pal Dardai am Mittwoch die schnelle und konsequente Reaktion. "Der Verein hat wieder (gemeint ist wie Anfang April bereits bei Torwarttrainer Zsolt Petry, d. Red.) eine konsequente Entscheidung getroffen. Das akzeptieren wir alle, das leben wir vor", sagte Dardai und ordnete das Störgeräusch ein: "Das ist wieder eine negative Sache - und andererseits positiv, weil der Verein sofort reagiert hat. Das finde ich sehr gut." Zugleich mahnte Dardai an, mit Blick auf das nächste Nachholspiel am Donnerstagabend gegen den SC Freiburg wegen des Lehmann-Eklats nicht den Fokus zu verlieren: "Ich möchte nicht so viel darüber reden. Wir haben nicht gespürt, dass Jens Lehmann bei uns oder eng an der Mannschaft dran ist. Wir müssen uns konzentrieren aufs Fußballspielen, nicht darauf, was drum herum passiert."

Steffen Rohr

kicker.tv Stimmen

Dardai zum Lehmann-Rauswurf: "Konsequent und sehr positiv"

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