Bundesliga

Dardai nur noch Hertha-Coach - Storck übernimmt

Berlin nutzt Klausel

Dardai nur noch Hertha-Coach - Storck übernimmt

Kann sich künftig komplett auf die Hertha konzentrieren: Coach Pal Dardai.

Kann sich künftig komplett auf die Hertha konzentrieren: Coach Pal Dardai. imago

Die restlichen Spiele der EM-Qualifikation übernimmt der langjährige Hertha-Co-Trainer Bernd Storck (52), der im März auf Empfehlung Dardais den Posten als Sportdirektor im Verband angetreten hatte.

Darüber unterrichtete der ungarische Fußballverband am Montagmittag die Öffentlichkeit. Präsident Sandor Csanyi bedankte sich in einer auf der Verbands-Homepage verbreiteten Erklärung bei Hertha BSC dafür, "dass Pal Dardai zehn Monate Trainer von Ungarn sein durfte".

Dardai, damals noch U-15-Trainer bei Hertha BSC, hatte die Auswahl im September 2014 übernommen und sie in der laufenden EM-Qualifikation in eine verheißungsvolle Ausgangslage gebracht. Zuletzt war Ungarn 1972 bei einer EM-Endrunde, das letzte große Turnier erreichten die Magyaren vor knapp drei Jahrzehnten (WM 1986).

Nach dem 1:0-Sieg im EM-Qualifikationsspiel in Finnland im Juni hatte Dardai gesagt: "Ich weiß nicht, was in meinem Vertrag steht. Aber es ist unmöglich, mich von hier zu entfernen. Ich bin gewohnt, die Dinge, die ich anfange, auch zu beenden."

Jetzt weiß er: Dieses Projekt, das ihm so am Herzen lag, geht ohne ihn weiter. Manager Michael Preetz hatte bereits vor Wochen im kicker klargestellt: "Wir haben es vertraglich in der Hand. Und Pal Dardai hat in Berlin genug Arbeit."

Ungarischer Verband kämpfte bis zuletzt

Das entscheidende Gespräch, in dem Preetz Dardai über die Entscheidung, die Klausel zu ziehen, unterrichtete, fand nach kicker-Informationen bereits in Herthas erstem Trainingslager in Bad Saarow statt. Dem Vernehmen nach soll der ungarische Verband selbst danach noch um Dardais Dienste geworben haben. Erst als Hertha BSC schließlich gegenüber dem Verband für Montagmittag eine Pressemitteilung ankündigte, um auch medial Klarheit zu schaffen, gab sich Verbands-Boss Csanyi geschlagen und setzte eine eigene Erklärung auf die Homepage.

Bei Hertha BSC besitzt Dardai ein unbefristetes Arbeitspapier als Jugendtrainer, das Vertragswerk als Cheftrainer der Bundesliga-Mannschaft hat hingegen nur eine Laufzeit bis 2016.

Steffen Rohr/Attila Moncz

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