Bundesliga

Pal Dardai (Trainer Hertha BSC): "Irgendwas stimmt nicht"

Für Berlins Klünter ist es keine Frage der Qualität

Dardai: "Irgendwas stimmt nicht"

Schlüsselszene: Matteo Guendouzi verliert den Ball unmittelbar vor dem 0:2 an  Tyler Adams (l.).

Schlüsselszene: Matteo Guendouzi verliert den Ball unmittelbar vor dem 0:2 an Tyler Adams (l.). imago images

18 Punkte aus 22 Spieltagen, die Ausbeute der Hertha ist bescheiden. Nur wegen der besseren Tordifferenz befindet sich die Alte Dame über dem ominösen Strich, allerdings hat sie auch schon ein Spiel mehr als Verfolger Bielefeld bestritten.

"Irgendwas stimmt nicht", stellte Dardai nach Abpfiff bei "Sky" fest und meinte damit nach den vielen erfolglosen Spielen in Serie nicht nur die "psychologisch schwierige" Situation, in der sich die Mannschaft befindet. "Jetzt ist der Trainerstab gefragt, um die Jungs zu unterstützen", stellte der Ungar fest und verriet, wie man den Bock seiner Meinung nach wieder umstoßen könne - das gehe nur "mit harter Arbeit".

Spielersteckbrief Klünter
Klünter

Klünter Lukas

Spielersteckbrief Guendouzi
Guendouzi

Guendouzi Matteo

Trainersteckbrief Dardai
Dardai

Dardai Pal

Eine Frage der Qualität?

Pal Dardai

Zum Mäusemelken: Pal Dardai wartet noch immer auf seinen ersten Sieg seit seiner Rückkehr auf die Hertha-Bank. imago images

In der Tat stimmte zuletzt so einiges nicht bei der Hertha - hinten wie vorne, wie sich auch gegen Leipzig zeigte. "Kampfgeist und Leidenschaft" waren jedoch ebenso da wie eigene Chancen, das weiß auch Dardai. Woran liegt's also? Da wäre natürlich die Qualität des Gegners - Frankfurt (1:3), Bayern (0:1) oder eben Leipzig sind gewiss keine Laufkundschaft. "Das ist Champions-League-Erfahrung", betonte Dardai und wies darauf hin, dass Teams wie Leipzig "für uns einen Tick zu weit" weg sind.

Allein daran kann es aber auch nicht liegen, denn die Berliner strauchelten auch gegen Gegner, die vermeintlich die gleiche Kragenweite haben oder auf dem Papier gar schwächer eingestuft sind - Bielefeld (0:1), Köln (0:0), Bremen (1:4) oder Stuttgart (1:1). Wenn man genau hinschaut, dann erkennt man, dass im Kern drei Dinge das Problem sind. Fehlendes Spielglück, individuelle Aussetzer und unglückliche Entscheidungen.

Eine Frage der Offensive?

Das lässt sich prima am Leipzig-Spiel veranschaulichen. Während der "Sonntagsschuss" von Marcel Sabitzer seinen Weg ins Berliner Tor fand, war Lukas Klostermann gleich zweimal gerade noch so zur Stelle, um gegen Dodi Lukebakio (22.) und Nemanja Radonjic (80.) in letzter Sekunde zu klären. Das dürfte dann also unter der Rubrik "Fehlendes Spielglück" laufen.

Andererseits hatte die Hertha noch weitere Möglichkeiten, ließ diese aber allesamt ungenutzt, auch weil im finalen Drittel immer wieder unglückliche Entscheidungen gefällt wurden. "Wir hatten unsere Chancen, haben sie aber nicht gemacht", legte Lukas Klünter daher auch den Finger in die Wunde. In der Tat erscheint der Angriff eine Berliner Problemzone zu sein, das zeigt schon allein der Fakt, dass Matheus Cunha, Herthas erfolgreichster Offensiver, seit mittlerweile 978 Minuten auf ein Tor wartet. Auch sind gerade mal drei eigenen Treffer aus den letzten acht Spielen eine recht dürftige Ausbeute.

Eine Frage der Defensive?

Neben der Offensive muss aber auch in der Defensive angesetzt werden. Die präsentierte sich gegen Leipzig zwar über die meiste Zeit hinweg auf der Höhe, ein individueller Lapsus brachte die Berliner dann aber doch um die Früchte ihrer Arbeit. Vor dem letztlich vorentscheidenden 0:2 verlor Matteo Guendouzi den Ball leichtfertig an Tyler Adams, der Nordi Mukiele bediente - der Rest ist Geschichte. Guendouzi monierte zwar ein vermeintliches Foulspiel bei Schiedsrichter Sven Jablonski, blitzte beim Unparteiischen aber mit seinem Einwand ebenso ab wie bei seinem Trainer. "Das war ein verlorener Zweikampf", sagte Dardai klipp und klar und wies darauf hin, dass so etwas in der Bundesliga eigentlich nicht passieren dürfe.

Für Klünter keine Frage der Qualität

Es passierte aber - und so stand ein "enttäuschendes 0:3" zu Buche, wie Klünter anmerkte. Der 24-Jährige forderte mit Blick auf die kommenden Partien, "dass wir jedes Spiel so annehmen, als wäre es das letzte. Wenn der Stein mal wieder ins Rollen kommt, dann werden wir wieder punkten." Einer Sache ist sich der Verteidiger jedenfalls sicher. "Wir haben die Qualität, vorne mitzuspielen, aber auch die Qualität, wenn es ekelhaft wird, unten mitzuspielen."

drm

kicker.tv Trainerstimme

Dardai: "Das Ergebnis ist traurig"

alle Videos in der Übersicht