Bundesliga

Dardai fordert mehr Mut und Vertrauen ein

Hertha-Coach sieht sein Team in einem Lernprozess

Dardai fordert mehr Mut und Vertrauen ein

Hertha-Coach Pal Dardai sieht die Gründe für die Niederlage in Hamburg in der mentalen Disposition.

Hertha-Coach Pal Dardai sieht die Gründe für die Niederlage in Hamburg in der mentalen Disposition. picture alliance

Die Gründe für die erneute Niederlage in der Fremde hat der 40-Jährige ausgemacht. "Die erste Halbzeit haben wir voll verschenkt, wir haben null Fußball gespielt", bilanziert der Coach. Im zweiten Spielabschnitt habe der Fußball seiner Mannschaft dann zwar "besser ausgesehen", aber insgesamt sei die Vorstellung nicht adäquat gewesen, um dreifach zu punkten. "Wir hatten eine Torchance, das ist sehr wenig."

Die Ursache für den mäßigen Auftritt sieht Dardai in der mentalen Disposition seines Teams. "Wenn wir nicht an unsere Stärke glauben, haben wir keine Chance", betont er, "unsere Stärken sind Passschärfe und Handlungsschnelligkeit. Davon habe ich nichts gesehen." Der Ungar mutmaßt, dass die Möglichkeit, im Rennen um die internationalen Plätze gegenüber der Konkurrenz aus Frankfurt und Köln den Vorsprung auszubauen und einen "Big Point" zu landen, seine Profis eher gehemmt denn beflügelt habe. "Mit dem positiven Druck kommen wir nicht gut klar", sagt er, "wir wollen nur dann keinen Fehler machen. Aber Fehler können wir uns leisten, ich reiße niemandem den Kopf ab." Dardai fordert von seinem Team: "Wir müssen mutig bleiben und Vertrauen in unseren Fußball haben." Sein Team befinde sich in dieser Hinsicht "in einem Lernprozess. Gegen Eintracht Frankfurt haben wir den Big point ja geschafft."

Und es sei ja nicht so gewesen, dass Hertha in den drei Auswärtspartien 2017 in Leverkusen, Freiburg und nun in Hamburg nicht die Möglichkeit gehabt hätte, Zählbares mitzunehmen. "Drei kleine Punkte" wären machbar gewesen, so Dardai, "eine clevere Mannschaft fährt da jeweils mit einem Unentschieden nach Hause."

Nun gegen den BVB: Dardai verweist auf jüngste Bilanz

Grundsätzlich sieht der Hertha-Coach aber keinen Grund zur Sorge, auch wenn die Punkteausbeute im neuen Jahr (sieben aus sieben Spielen) ausbaufähig ist. "Wir sind immer noch Fünfter." Doch der nächste Heimgegner ist nicht von Pappe. Am kommenden Samstag (15.30 Uhr, live auf kicker.de) ist Borussia Dortmund im Olympiastadion zu Gast. Immerhin, so Dardai, "hat unser Fußball gegen Dortmund schon gut ausgesehen". Aus den vergangenen vier Pflichtspielen (zwei in der Liga, zwei im DFB-Pokal) erreichten die Berliner - zumindest nach 90 respektive 120 Minuten - immerhin dreimal ein Remis.

Weiser steht wieder parat

Zudem kann der Hertha-Trainer wieder auf Mitchell Weiser bauen. "Er ist bereit und wird dabei sein", sagt Dardai, "wir müssen jetzt noch sehen, ob er von Anfang an spielt oder in der letzten halben Stunde. Wir müssen sehen, wie er diese Trainingswoche durchsteht." Seit vergangenem Dienstag befindet sich der U-21-Nationalspieler wieder im Mannschaftstraining. Seine letzte Partie bestritt er in Leipzig am 15. Spieltag (17. Dezember, 0:2), als er bereits nach elf Minuten ausgetauscht werden musste.

Andreas Hunzinger

Bilder zur Partie Hamburger SV - Hertha BSC