Bundesliga

Dardai baut auf Selke - Was passiert mit Matheus Cunha?

Hertha-Kapitän Boyata steht fürs Wolfsburg-Spiel bereit

Dardai baut auf "Mentalitätsmonster" Selke - Was passiert mit Matheus Cunha?

Hat laut Hertha-Trainer "einen Dachschaden": Berlins Stürmer Davie Selke.

Hat laut Hertha-Trainer "einen Dachschaden": Berlins Stürmer Davie Selke. imago images/Noah Wedel

Wegen einer leichten Gehirnerschütterung, die er sich in einem Trainingsduell mit Jordan Torunarigha zugezogen hatte, war Selke für den Liga-Auftakt in Köln ausgefallen. Jetzt greift er ein - mit bekannt hoher Motivation. "Davie hat einen Dachschaden", sagte Trainer Pal Dardai in der Spieltagspressekonferenz am Donnerstag schmunzelnd und meinte das ausdrücklich positiv. "Er will unbedingt spielen. Ich bin sehr froh darüber, dass wir so ein Mentalitätsmonster haben", unterstrich Dardai. "Davie tut der Mannschaft gut. Wir brauchen ihn, er ist bereit."

In Köln hatte Matheus Cunha Selkes Platz im Sturmzentrum eingenommen, Herthas Führungstor von Stevan Jovetic vorbereitet - und nach 30 Minuten die zuvor besprochene taktische Linie verlassen. Zu Wochenbeginn hatte Dardai den Brasilianer, der weiter ein Verkaufskandidat ist, öffentlich angezählt und erklärt: "In Deutschland kann man sich das nicht leisten, nicht gegen den Ball zu arbeiten oder individuelle Sachen zu machen. Dann rutscht alles weg. Es gibt Szenen, die überhaupt nicht in Ordnung waren - dass man als Stürmer nur vorne bleibt und zurückspaziert. Wenn einer das nicht ändern will, versteh' ich die ganze Welt nicht." Das sagte er dem Olympiasieger auch im persönlichen Gespräch: "Ich habe mit Matheus Cunha geredet. Das war nicht nett, sondern ehrlich."

Spielersteckbrief Boyata
Boyata

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Spielersteckbrief Selke
Selke

Selke Davie

Spielersteckbrief Matheus Cunha
Matheus Cunha

Santos Carneiro de Cunha Matheus

Trainersteckbrief Dardai
Dardai

Dardai Pal

Hertha BSC - Vereinsdaten
Hertha BSC

Gründungsdatum

25.07.1892

Vereinsfarben

Blau-Weiß

Hertha BSC - Termine

Davie hat einen Dachschaden.

Pal Dardai über seinen Stürmer Davie Selke

Wegen Oberschenkelbeschwerden fehlte Herthas Begabtester am Dienstag und Mittwoch im Mannschaftstraining, am Donnerstag mischte er wieder mit. "Er ist gesund", sagte Dardai und ließ eine Startelf-Nominierung offen. "Ich habe noch Zeit, eine Entscheidung zu treffen."

Cunha zu Atletico? "Wir haben nichts vorliegen"

Ob der im Januar 2020 für 18 Millionen Euro von RB Leipzig zu Hertha BSC gewechselte Offensivspieler nach Ablauf der aktuellen Transferperiode noch zum Berliner Bord-Personal gehört, ist überaus fraglich. Zuletzt gab es mehr oder minder starkes Interesse aus Italien (Atalanta, Neapel), England (Leeds), Russland (Zenit St. Petersburg) und Spanien (Atletico Madrid). Am Mittwoch hieß es in Spanien, Atletico, das auch um Dusan Vlahovic (AC Florenz) wirbt, bereite eine 30-Millionen-Offerte vor.

So weit scheint es indes (noch) nicht zu sein. Am Donnerstagmittag sagte Hertha-Sportdirektor Arne Friedrich: "Wir haben nichts vorliegen, dass wir sagen, dass wir jetzt Entscheidungen treffen müssen." Dass schnell Dynamik in die Personalie kommen könnte, weiß indes auch Friedrich: "Natürlich ist Matheus ein Spieler, der Begehrlichkeiten weckt. Wie es weitergeht die nächsten eineinhalb Wochen, kann ich nicht sagen. Manchmal geht es schnell im Fußball. Manchmal kommt ein Stein ins Rollen, da muss man reagieren."

Matheus Cunha

Ein Spieler, "der Begehrlichkeiten weckt": Matheus Cunha. imago images/Revierfoto

Dardai hat der Mannschaft "einiges gesagt"

Losgelöst von den Schlagzeilen um den bis 2025 vertraglich gebundenen Brasilianer: Hertha will gegen Wolfsburg den ersten Sieg der noch jungen Bundesliga-Saison einfahren. Neben Selke kehrt auch Kapitän Dedryck Boyata (nach muskulären Problemen) ins Aufgebot zurück. "Dedryck hat die Woche durchtrainiert und ist bereit, von Anfang an zu spielen", erklärte Dardai. "Natürlich wissen wir nicht, wie lange es reicht. Er ist ein wichtiger Spieler für uns." Ein mögliche Variante ist die Umstellung auf eine Dreierkette - mit Boyata, Niklas Stark und Marton Dardai.

Mehr Aggressivität, mehr taktische Disziplin aller - das ist das, was Coach Dardai für die Heim-Premiere am Samstag verlangt. Er habe der Mannschaft "einiges gesagt, ich hoffe, nicht zu hart". Sie müsse auf dem Platz in einigen Situationen "ein bisschen böse sein", anders als in Köln, als Herthas Elf die Wende im Spiel fast wehrlos über sich ergehen ließ. Nach der Trainingswoche sei "vom Gefühl her alles in Ordnung", sagte Dardai. "Aber Training und Spiel sind zwei verschiedene Sachen, das ist eine andere Drucksituation."

"Wir wünschen uns 70.000 Zuschauer im Stadion"

Gegen Wolfsburg sind im Olympiastadion 25.000 Fans zugelassen, bis jetzt sind etwa 15.000 Tickets verkauft. "Es wäre gut, wenn 25.000 kommen", meinte Dardai. "Diese Motivation brauchst du, die Fans gehören ins Stadion. Das tut den Spielern gut." Vor dem Spiel am Samstag, ab 13.30 Uhr (LIVE! bei kicker), führt der Hauptstadtklub gemeinsam mit der AOK-Nordost, dem Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e.V. (ASB) und dem Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf eine Impf-Aktion auf dem Gelände des Olympiastadions durch.

Erste Informationen erhalten Impfwillige in einem Info-Zelt am Osttorvorplatz, über den AOK-Stand geht es dann zum Check-In für die Business-Lounge F, in der ausgebildetes Personal den Impfstoff verabreicht. Sportdirektor Friedrich: "Wir wünschen uns 60.000, 70.000 Zuschauer im Stadion, aber das geht gerade nicht. Am Ende gibt es Regelungen, die setzen nicht wir fest, sondern die Politik."

Steffen Rohr

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