EM

Joachim Löw betreibt Fehleranalyse: "Danach war es schwierig"

Goretzka gegen Portugal "eine gute Option"

"Danach war es schwierig": Löw betreibt Fehleranalyse

Verzweifelte mitunter an der Seitenlinie: Joachim Löw mit Co-Trainer Marcus Sorg.

Verzweifelte mitunter an der Seitenlinie: Joachim Löw mit Co-Trainer Marcus Sorg. imago images

"Kämpferisch", sagte Löw im ZDF, "kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen". In einem "brutal intensiven Spiel" habe sein Team "alles in die Waagschale geworfen und gefightet bis zum Schluss". Allerdings: Auch 98 Minuten reichten seinem Team am Ende nicht, um gegen den amtierenden Weltmeister ein Tor zu erzielen. Und auch nicht, um eine echte Großchance herauszuspielen.

"Was gefehlt hat, war die Durchschlagskraft im letzten Drittel", analysierte Löw treffend. Am ehesten war sein Team noch gefährlich geworden, wenn es über die Flügel ging. Auf diese Weise war auch die beste deutsche Chance durch Serge Gnabry Anfang des zweiten Durchgangs eingeleitet worden. "Das war unser Plan", machte Löw klar. "Wir wussten, dass die Franzosen in der Mitte gut gestaffelt sind. Deshalb haben wir versucht, über die Außen zu spielen und viel zum Flanken zu kommen." Robin Gosens und Joshua Kimmich, so Löw, "haben unglaublich viel gemacht".

Viel gemacht hatte in der Tat das ganze Team - aber am Ende gegen einen cleveren Weltmeister eben auch zu wenig richtig.

Hummels hat "irgendwie Pech" - Löw will "Dinge aufarbeiten"

Ein wenig sinnbildlich dafür: Das letztlich spielentscheidende Eigentor von Mats Hummels. Seinem Abwehr-Rückkehrer wollte Löw in dieser Szene aber "keinen Vorwurf" machen, es sei "irgendwie Pech" gewesen. "Der Ball kommt von außen scharf nach innen, für ihn war es schwierig, den zu klären." Viel eher bemängelte er das Verhalten in der Entstehung des Gegentreffers. "Wir hätten es beim Einwurf verteidigen können", sagte der Bundestrainer, "danach war es schwierig".

Durchaus schwierig ist jetzt auch die Ausgangslage für das deutsche Team in der Gruppe F, nachdem Portugal früher am Abend einen 3:0-Sieg gegen Ungarn einfuhr. "Es ist noch nichts passiert", meinte Löw dennoch. "Morgen müssen wir noch einige Dinge aufarbeiten, aber dann geht der Blick nach vorne."

Goretzka wohl Joker-Option gegen Portugal

Dann vielleicht auch bei Leon Goretzka. Beim Mittelfeldspieler hatte es noch nicht für den 23er-Kader gereicht, der 26-Jährige habe, so Löw, nach dem Abschlusstraining am Montag selbst gesagt, dass die zuvor absolvierten Trainingseinheiten nicht für einen Einsatz ausgereicht hätten. "Ein völliges Risiko einzugehen, macht keinen Sinn", meinte Löw.

Am Samstag (18 Uhr, LIVE! bei kicker) gegen Portugal werde Goretzka aber wohl zur Verfügung spielen - wenn auch wohl nur als Einwechselspieler. "Ich denke, er wird eine gute Option sein im Laufe des Spiels", sagte Löw über den Bayern-Akteur. Am Mittwoch, wenn die eingesetzten Spieler regenerieren, werde er nochmal intensiv trainieren. Goretzka brauche, so Löw, "noch Einheiten, um im Kopf hundertprozentig frei zu sein".

Mit Goretzka also noch in Richtung K.-o.-Runde? "In zwei Spielen können wir alles geradebiegen", sagte Löw. Damit es nicht die letzten zwei Spiele seiner Ära werden.

mib