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WM 2022: Spaniens Niederlage ist Thema bei Deutschland-Team

Japans Sieg besiegelt deutsches WM-Aus

"Damit haben wir nicht gerechnet": Auch Spaniens Niederlage ist Thema

Bedient: Doppelpacker Kai Havertz sank mit vielen seiner Kollegen nach dem WM-Aus erst einmal nieder.

Bedient: Doppelpacker Kai Havertz sank mit vielen seiner Kollegen nach dem WM-Aus erst einmal nieder. IMAGO/Matthias Koch

Wenn Deutschland am Ende aus eigener Kraft hätte weiterkommen wollen, hätte es für die Auswahl von Bundestrainer Hansi Flick beim Vergleich mit Costa Rica nach den zwei Gegentreffern am Ende einen 9:2-Erfolg gebraucht. Chancen genug waren zwar da, am Ende reichte es für das DFB-Team nach zwischenzeitlichem Rückstand gegen die Ticos allerdings nur zu einem 4:2.

Matchwinner an diesem Abend war zweifelsohne der eingewechselte Kai Havertz, der zusammen mit Joker Niclas Füllkrug die finalen drei deutschen Treffer beigesteuert hatte. Dem Chelsea-Profi war dabei ein Doppelpack geglückt. Ein freudiges Strahlen war dem 23-Jährigen nach Spielschluss allerdings nicht ins Gesicht gemalt - aus verständlichem Grund. Schließlich war Deutschland ausgeschieden - erneut, denn schon nach drei Spielen bei der WM 2018 in Russland hatte es das überraschende Aus gesetzt.

Zu tun hatte das auch mit dem Parallelspiel, wo Japan für viele doch ebenfalls überraschend mit 2:1 gegen Spanien gesiegt und sich zum Gruppensieger in Staffel E gekrönt hatte. Das verwunderte etwa Havertz, der beim Gespräch mit der ARD offen zugab: "Mit dem Ergebnis, was Spanien gemacht hat ... damit haben wir nicht gerechnet." Dem konnte Thomas Müller, für den das erneut frühe WM-Aus Deutschlands "eine absolute Katastrophe" war, nur beipflichten: "Es ist für uns unglaublich bitter, dass es Japan gelungen ist, die Spanier zu besiegen. Es ist ein bissel ein Ohnmachtsgefühl, denn wir haben unsere Hausaufgaben gemacht."

Havertz sieht die Schuld beim eigenen Team

gruppe e, 3. spieltag

Über allem stand aber, dass die DFB-Auswahl das eigene Schicksal vor diesem letzten Spieltag zum Teil eben auch abgegeben hatte. Das war dann auch der größte Kritikpunkt von Havertz: "Wir müssen uns an die eigene Nase packen. Denn wir hatten genügend Chancen, gegen Japan zu gewinnen (1:2 nach 1:0; Anm. d. Red.) - und genügend Chancen, um gegen Spanien zu gewinnen (1:1; Anm. d. Red.). Dank Costa Rica (1:0-Erfolg am 2. Spieltag über Japan; Anm. d. Red.) hatten wir überhaupt noch die Chance, heute noch weiterkommen zu können. Doch wir haben diese Chance mal wieder nicht genutzt."

"Vor Schlusspfiff war uns allen schon klar, dass das nichts mehr wird", gab Havertz zu Protokoll. Zu diesem Zeitpunkt hätte Deutschland nur noch ein eigener 9:2-Sieg gereicht, was natürlich trotz vieler Chancen an diesem Abend utopisch gewesen war.

So überwog am Ende die tiefe Enttäuschung - und auch der Frust auf die eigenen, fehlenden Resultate. Havertz dazu: "Es darf uns einfach nicht passieren, dass wir mit unserer Qualität gegen Japan verlieren. Wir haben es uns selbst zuzuschreiben, indem wir gegen Japan zwei Gegentore in 15 Minuten bekommen, die nicht gehen." Zweitklassig sei der deutsche Fußball aber nicht: "Dass die Jungs nach dem WM-Titel 2014 als Turniermannschaft gefeiert wurden, war ja klar. Jetzt fliegen wir zweimal in der Gruppenphase raus - und da ist es klar, dass wir keine Turniermannschaft sind."

Wir wollten das Thema vor dem Japan-Spiel aus unseren Köpfen schlagen, das hat anscheinend nicht geklappt.

Kai Havertz über die "One Love"-Binde

Mit dem Dauerthema dieser Winter-Weltmeisterschaft, der "One Love"-Binde, wollte Havertz das deutsche Aus übrigens explizit nicht in große Verbindung bringen: "Natürlich ist das etwas, worüber viel gesprochen wird. Doch das ist glaub ich das Letzte, womit wir uns rausreden wollen. Als Sportler sind wir Vorbilder für die Gesellschaft - und wir haben unseren Standpunkt des Öfteren klargemacht. Wir wollten das Thema vor dem Japan-Spiel aus unseren Köpfen schlagen, das hat anscheinend nicht geklappt."

mag

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