EM

Dalics klugen Schachzügen folgt Modrics Warnung

Mehrere Umstellungen bringen Kroatien das Achtelfinale

Dalics klugen Schachzügen folgt Modrics Warnung

Getty Images

Problem erkannt, Problem gebannt - zumindest für den Moment. Zlatko Dalic ("Wir waren langsam und träge") hatte schon vor dem alles entscheidenden Gruppenspiel gegen Schottland Veränderungen angekündigt - und eine offensivere Spielweise. Mit Rebic, Kramaric, Brekalo und Vrsaljko setzte Kroatiens Coach dann prominentes Personal auf die Bank und stellte deutlich um: Modric rückte auf die Zehn vor, Flügelstürmer Vlasic und Stoßstürmer Boris Petkovic kamen - wie Sechser Brozovic - neu ins Team, Ivan Perisic rückte auf seine bevorzugte linke Angriffsseite.

Und Dalics Umstellungen fruchteten erkennbar. Beispiel 1:0: Nach Kopfball-Vorarbeit von Perisic war es der agile Vlasic, der mit der ersten Offensivaktion prompt für Zählbares sorgte. Beispiel 2:1: Modric, der in seiner Offensivrolle seine beste Turnierleistung zeigte, traf wunderbar mit einem Außenristschuss vom Strafraumrand. Einzig der dritte Treffer, den Perisic nach Modrics Eckball erzielte, war "nur" das Ergebnis einer Standardsituation.

Spielersteckbrief Modric
Modric

Modric Luka

Spielersteckbrief Vlasic
Vlasic

Vlasic Nikola

Spielersteckbrief Perisic
Perisic

Perisic Ivan

Spielersteckbrief McGinn
McGinn

McGinn John

Trainersteckbrief Dalic
Dalic

Dalic Zlatko

McGinn: "Modric ist einer besten Spieler der Welt"

Sollte sich jemand über die kleine Auferstehung des Vizeweltmeisters von 2018 gewundert haben, dann waren dies nicht die Schotten: "Wir hatten vorher all die Stimmen ignoriert, die von ihnen als in die Jahre gekommenes und langsames Team gesprochen haben. Sie sind noch immer eine exzellente Mannschaft - und Luka Modric einer der besten Spieler der Welt", meinte Schottlands John McGinn, der der Partie indes beim Stand von 1:1 in der 59. Minute womöglich eine andere Wende hätten geben können, hätte er den Ball nach einer Flanke direkt vor das Tor im kroatischen Gehäuse untergebracht.

Doch stattdessen erzielte kurz darauf Modric sein Traumtor vom Strafraumrand und brachte Kroatien damit auf Kurs Achtelfinale, in dem die Feurigen nun in Kopenhagen auf den Zweiten der Gruppe E treffen werden, der erst am Mittwoch ermittelt wird. "Wir waren mit unseren Leistungen in den ersten beiden Spielen nicht zufrieden und wussten, dass wir besser spielen können. Wenn wir so spielen, sind wir für jeden Gegner gefährlich", schickte Modric nach der Partie schon einmal voraus. Nicht nur in Schottland dürfte daran nach dem Auftritt in Glasgow niemand mehr zweifeln.

jom

Bilder zur Partie Kroatien - Schottland