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Däbritz: "Die Veränderungen greifen"

Die Mittelfeldspielerin sieht Deutschland auf einem guten Weg

Däbritz: "Die Veränderungen greifen"

Reisen mit großen Erwartungen zur EM: die Frauen der Deutschen Nationalmannschaft.

Reisen mit großen Erwartungen zur EM: die Frauen der Deutschen Nationalmannschaft. imago images

Samantha Kerr hat Eindruck hinterlassen. "Sie ist schnell, weiß, wo sie zu stehen hat und braucht nie viele Kontakte für ein Tor", zählt Lena Oberdorf die Qualitäten der australischen Stürmerin, meist nur "Sam" genannt, auf. Wie gefährlich die 27 Jahre alte Kerr ist, erlebte die deutsche Nationalspielerin schon im direkten Duell. Im Viertelfinale der Champions League flogen Oberdorf und der VfL Wolfsburg gegen Kerr und den FC Chelsea aus dem Wettbewerb. Sowohl beim 1:2 als auch beim 0:3 traf die Angreiferin aus Down Under. "Deswegen geht es für uns darum, sie im Zaum zu halten und nicht in die langen Laufduelle kommen zu lassen", fordert Oberdorf, die das Rückspiel gesperrt verpasste.

"Man merkt, dass die Veränderungen greifen"

Am Samstag (Anpfiff 16.10 Uhr, LIVE! bei kicker) kommt es zum nächsten Duell. Deutschland testet dann gegen Australien, am folgenden Dienstag geht es gegen Norwegen. "Tests auf hohem Niveau sind wichtig", betont Mittelfeldspielerin Sara Däbritz. Zumal es von Vorteil sei, in Pandemie-Zeiten keinen Reisestress zu haben und zweimal in Wiesbaden anzutreten. "Man merkt, dass die Veränderungen greifen", spricht Däbritz vorsichtiges Lob aus, warnt aber auch: "In einigen Punkten gibt es noch Verbesserungspotenzial. Man hat gegen Holland gesehen, dass gewisse Dinge noch fehlen." In Venlo gab es eine 1:2-Niederlage.

Spielersteckbrief Däbritz
Däbritz

Däbritz Sara

Spielersteckbrief Oberdorf
Oberdorf

Oberdorf Lena

Große Ziele vor der EM

Und doch sei man mit "Spaß, Freude und dem Willen, sich zu verbessern" dabei, findet Däbritz. Wenn es in Richtung Europameisterschaft 2022 gehe, werde man "top vorbereitet sein" und "um den Titel mitspielen". Die anstehenden Proben seien deswegen wichtig für die Entwicklung bis zum nächsten Turnier, glaubt auch Oberdorf. "Natürlich dient jeder Lehrgang zur Vorbereitung auf die Europameisterschaft", sagt die junge Defensivspielerin und weiß um die hohen Erwartungen an die deutsche Elf im kommenden Jahr. "Natürlich sprechen wir auch darüber, dass wir etwas holen wollen", sagt sie. "Sonst müssten wir ja nicht anreisen."

Oberdorf rückt im DFB-Dress nach hinten

Die 19-Jährige bekam es im Klub zuletzt als defensive Mittelfeldspielerin mit der Australierin Kerr zu tun. In der Nationalelf setzt sie Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg dagegen eine Reihe weiter hinten in der Innenverteidigung ein - allerdings keine große Umstellung für die 18-malige Nationalspielerin Oberdorf: "Beide Positionen machen mir viel Spaß und ich habe keine Probleme, mich umzuorientieren. Es gibt diverse Gemeinsamkeiten, auf beiden Positionen hat man viele Aktionen im Spiel. Der Unterschied ist, dass man auf der Sechs weiter vorne ist und mehr Gegner im Rücken hat."

Jim Decker