3. Liga

RWE-Coach Dabrowski fordert: "Reinarbeiten und reinkämpfen"

Rot-Weiss Essen kämpft mit den vielen Gegentoren

Dabrowski kennt das Rezept für die Wende: "Reinarbeiten und reinkämpfen"

Ist als Problemlöser gefragt: Essens Trainer Christoph Dabrowski.

Ist als Problemlöser gefragt: Essens Trainer Christoph Dabrowski. IMAGO/Markus Endberg

Viel offensichtlicher kann ein Problem kaum sein. Fünf Gegentore gegen Elversberg, zwei gegen Duisburg, vier gegen Viktoria Köln. Bei Rot-Weiss Essen klingelt es einfach viel zu oft im Tor von Keeper Jakob Golz. "Für uns geht es darum, das Spiel von Dienstag so wegzustecken, dass wir mit einer defensiven Grundstabilität in die Partie gehen. Wir möchten unsere Gegentorquote stark verringern", betont RWE-Trainer Christoph Dabrowski - aber was soll er angesichts von einer elf kassierten Toren in drei Spielen auch anderes sagen? Zum Vergleich: Die bislang zweitschlechteste Defensive der Liga stellt der Hallesche FC - mit sieben Gegentreffern.

Als Basis für künftigen Erfolg will Dabrowski also den Kasten dicht machen - und bestenfalls auch mal in Führung gehen: "Es würde uns auch guttun, die Partie mit der Führung auf unsere Seite zu bewegen." Auch das ist eine Baustelle, bislang jubelten immer erstmal die anderen.

Eine alternativlose Aufgabe daheim

Immerhin, schlechte Stimmung hat Dabrowski im hochnervösen RWE-Umfeld noch nicht ausgemacht. "Die Zuschauerreaktion am Dienstag war überragend. Die Fans haben die Mannschaft nicht niedergeschmettert, sondern sie unterstützt", lobt der Ex-Profi und ergänzt: "Wir sind in der Verpflichtung, uns zu stabilisieren und etwas zurückzugeben." Eine alternativlose Aufgabe, schließlich kann sich die Stimmung im Stadion an der Hafenstraße innerhalb weniger Minuten komplett drehen.

Noch aber verzeiht der Essener Anhang seiner Mannschaft den Stotterstart. Sagenhafte 31.353 Zuschauer kamen zu den ersten beiden Heimspielen. Nur zu Dynamo Dresden pilgern mehr Fans.

Deswegen dürfte sich Dabrowskis Team auch nicht von der eindrucksvollen Kulisse im Dortmunder Signal-Iduna-Park aus der Ruhe bringen lassen, wo es am Samstag (14 Uhr, LIVE! bei kicker) auf Borussia Dortmund II trifft. "Die Mannschaft hat in Duisburg vor 28.000 Fans gezeigt, dass sie druckresistent ist und Mentalität hat", glaubt der RWE-Coach.

Die Situation ist für RWE "gnadenlos"

An das Potenzial seiner Spieler glaubt er weiter, sieht aber, dass der Eingewöhnungsprozess in die knallharte Liga Zeit braucht. "Es ist eine neue Liga mit neuen Herausforderungen. Viele Spieler haben das erste Drittliga-Jahr vor sich. Es geht darum, sich dem Niveau schnell anzupassen", fordert Dabrowski. Sein Erfolgsrezept passt gut ins hemdsärmelige Ruhrgebiet: "Es ist klar, dass du dich als Aufsteiger reinarbeiten und reinkämpfen musst. Die Situation ist derzeit gnadenlos, ich bin selbst als Spieler mal mit fünf Niederlagen gestartet. Es geht darum, Rückschläge wegzustecken, den Glauben zu behalten und weiterzumachen." Noch ist genug Zeit dafür.

jim

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