Europa League

Hoffenheims Dabbur kommt zur rechten Zeit wieder in Fahrt

Israeli mit vier Treffern in den jüngsten drei Spielen

Dabbur kommt zur rechten Zeit wieder in Fahrt

Wieder in die richtige Spur gerutscht: Munas Dabbur.

Wieder in die richtige Spur gerutscht: Munas Dabbur. imago images

Das war eine lange Durststrecke für Munas Dabbur. Anfang November hatte der Stürmer in der Liga (beim 1:3 gegen Union Berlin) und in der Europa League (doppelt beim 5:0 gegen Liberec) zuletzt getroffen für die TSG, dann kam Corona. Auf einer Länderspielreise nach Norwegen war der israelische Nationalspieler am 9. November positiv auf COVID-19 getestet worden. Zwar griff der 28-Jährige schon Anfang Dezember wieder ins Spielgeschehen ein, aber die Nachwirkungen der Krankheit, der Isolation und der fehlenden Spielpraxis waren lange nicht zu übersehen. Dabbur hatte die Selbstverständlichkeit und die Selbstsicherheit in seinen Aktionen verloren, selbst einfache Pässe oder Abschlüsse misslangen auffällig häufig.

Erst im Februar kam Dabbur wieder an sein früheres Niveau heran. Und untermauerte die Formsteigerung auch mit Toren. Gleich viermal traf der Mittelstürmer in den zurückliegenden drei Hoffenheimer Pflichtspielen. In der Liga beim 2:2 in Dortmund ebenso wie am Sonntag beim 4:0 gegen Bremen, dazwischen auch vergangenen Donnerstag im Hinspiel gegen Molde FK (3:3) gleich doppelt. Zudem bereitete er den dritten Treffer von Christoph Baumgartner vor.

Top-3-Torjäger der Europa League

Pünktlich zur Wiederaufnahme "seines" Wettbewerbes ist Dabbur also wieder in der Spur und erzielte gegen die Norweger seine Europa-League-Treffer Nummer 23 und 24. Nur zwei Spieler haben seit der Einführung dieses Formats (2009/10) mehr Treffer erzielt: Der längst nicht mehr aktive Spanier Aritz Aduriz von Athletic Bilbao (28 Tore) und der Kolumbianer Falcao, der noch für Galatasaray Istanbul am Ball ist, seine 30 Treffer in der Europa League allerdings für den FC Porto (17) und Atletico Madrid (13) markierte.

Selbst in der ewigen Rangliste und den Vorläufer UEFA-Cup eingeschlossen, ist Dabbur damit in die Top Ten auf Rang neun vorgestoßen und hat namhafte Torjäger wie Jürgen Klinsmann (22), Karl-Heinz Rummenigge (22), Dennis Bergkamp (22) oder Jupp Heynckes (23) zumindest in diesem Wettbewerb überholt. Bis zum führenden Klaas-Jan Huntelaar (34 Treffer) fehlen Dabbur allerdings noch zehn Tore.

Noch mehr möglich

Am Donnerstag im Rückspiel im heimischen Sinsheim gegen Molde bietet sich die nächste Gelegenheit, Boden gutzumachen. Zumal Dabbur vor Wochenfrist trotz seines Doppelpacks noch einiges liegenließ. So scheiterte er etwa mit einem Foulelfmeter an Moldes Keeper Andreas Linde und verpasste das mögliche 4:1, am Ende stand es 3:3. "Natürlich freut es mich, dass ich dem Team aktuell mit meinen Toren helfen kann. Aber das das Wichtigste ist der Erfolg der Mannschaft", erklärt Dabbur, der mit weiteren Treffern das Versäumte nachholen und zum ersten Einzug der TSG in ein europäisches Achtelfinale beitragen will.

Er selbst stand bereits mit RB Salzburg (gemeinsam mit Diadie Samassekou 2018) im Halbfinale der Europa League. Zudem ist Dabbur sogar aktueller Titelverteidiger. Denn vor seinem Wechsel nach Hoffenheim hatte er auch für den späteren und aktuellen Cupsieger FC Sevillla in sechs Europa-League-Spielen dreimal getroffen.

Michael Pfeifer

kicker.tv Trainerstimme

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