3. Liga

Curtius: Wer nicht antritt, verliert die Punkte am grünen Tisch

Kellers Appell an Drittligisten: "Keine Tricks mehr"

Curtius: Wer nicht antritt, verliert die Punkte am grünen Tisch

Stand am Montag Rede und Antwort: DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius.

Stand am Montag Rede und Antwort: DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius. imago images

222 der 250 Delegierten stimmten mit "Ja", als der Tagesordnungspunkt "Fortsetzung der 3. Liga" auf der Agenda stand. Die Saison wird also wie geplant am 30. Mai fortgesetzt, auch wenn das nicht jedem in den Kram passt.

So hatte der Hallesche FC schon vor der Abstimmung einen Anwalt eingeschaltet: "Wir haben durch unseren Anwalt die bestehende Wettbewerbsverzerrung beim DFB angezeigt und diesen aufgefordert, gleiche Bedingungen für alle mit mindestens 14 Tagen Mannschaftstraining zu schaffen. Wir erwarten hierzu eine Antwort und werden dann in unseren Gremien weitere Schritte beraten", sagte Präsident Jens Rauschenbach der "Mitteldeutschen Zeitung" (Montag).

Magdeburg "respektiert" Abstimmung

Von Magdeburgs Geschäftsführer Mario Kallnik hieß es am Montag: "Die Abstimmung zur Fortsetzung der 3. Liga respektieren wir." Aber: "Wie vom DFB stets hervorgehoben, sollte der Spielbetrieb erst aufgenommen werden, insofern es die behördlichen Verfügungslagen in allen betroffenen Bundesländern zulassen und somit jeder Verein seine Heimspiele im eigenen Stadion austragen kann." Er forderte zudem ein weiteres Mal die 14 Tage Mannschaftstraining ein. "Unter diesen genannten Voraussetzungen sehen wir trotz großer unterschiedlicher pandemisch bedingter Gegebenheiten in den letzten Wochen annähernd gleiche Wettbewerbsbedingungen für gegeben an."

In Sachsen-Anhalt sind Mannschaftstraining und Wettkämpfe noch bis Mittwoch untersagt, deswegen verlegt der FCM seine Einheit am Dienstag ins niedersächsische Schöningen. Bereits am Samstag steht das Ligaspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern auf dem Programm. Zu dieser Partie werde man "unter Vorbehalt" antreten, hatte Kallnik vor dem DFB-Entscheid erklärt. Die Verbände aus Sachsen und Sachsen-Anhalt hatten einen Antrag auf Abbruch der Saison gestellt.

DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch konnte das Verhalten vieler Klubs nicht nachvollziehen. "Die einen drohen für den Fall des Abbruchs mit rechtlichen Schritten, die anderen für den Fall der Fortsetzung. Dieser Zustand kann so nicht weitergehen", kritisierte Koch am Montag. Eher vermittelnde Worte wählte Präsident Fritz Keller. "Wir haben gelebte Demokratie erlebt und Handlungsfähigkeit bewiesen. Ich hoffe, dass alle dieses demokratische Votum akzeptieren", sagte er nach der dreistündigen Sitzung. "Ich appelliere an alle: Keine Tricks mehr und keine Verweigerungshaltung. Jetzt gilt es fair zu spielen, um den Fußball in diesem Land zu retten."

Eine Verweigerungshaltung würde auch nichts bringen. DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius erklärte, was die Spielordnung in so einem Fall vorsähe: "Wenn ein Team nicht antritt, wird das Spiel für die gegnerische Mannschaft gewertet", stellte er klar. Dazu erhalte der Gegner zwei Tore zugesprochen. Somit würde schlicht eine Niederlage am grünen Tisch drohen.

Kommentar von Michael Ebert: Die Reaktion der Klubs ist entscheidend

las/dpa