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WM 2022: Cristiano Ronaldo schweigt - mit drei Ausnahmen

Nach historischer Jokerrolle gegen die Schweiz

Cristiano Ronaldo schweigt - mit drei Ausnahmen

Es war der Abend der portugiesischen Nationalelf - seiner nicht unbedingt: Cristiano Ronaldo.

Es war der Abend der portugiesischen Nationalelf - seiner nicht unbedingt: Cristiano Ronaldo. AFP via Getty Images

Wie so vieles in seiner Karriere ließ sich auch diese Aktion in zwei völlig unterschiedliche Richtungen interpretieren. Als beim WM-Achtelfinale zwischen Portugal und der Schweiz der Schlusspfiff ertönte, dauerte es nicht lange, und Cristiano Ronaldo verschwand Richtung Katakomben.

Konnte er sich über den 6:1-Sieg nicht freuen, weil er nur einen unbedeutenden Kurzeinsatz dazu hatte beitragen dürfen? Oder wollte er einfach nur - ganz der väterliche Kapitän - seinen zaubernden Teamkollegen die verdiente Bühne überlassen?

Cristiano Ronaldo selbst gab in der Mixed Zone keinerlei Auskunft zu den Themen des Abends: dass er erstmals seit der EM 2008 in einem Turnierspiel nicht in der Startelf gestanden hatte, erstmals seit der EM 2004 in einem bedeutsamen; dass seinem 21 Jahre jungen Vertreter Goncalo Ramos bei seinem ersten Startelfeinsatz für Portugal drei Tore und eine Vorlage gelungen waren; dass er, der vielleicht größte Fußballer der jüngeren Vergangenheit, wie zuletzt auf Vereinsebene womöglich auch im Nationalteam nur noch Ergänzungsspieler ist.

Einigung mit Al-Nasr? "Nicht wahr"

Ganz schwieg Cristiano Ronaldo aber nicht. Spanischen Medienberichten zufolge soll er im Vorbeigehen dementiert haben, dass er sich mit dem saudi-arabischen Topklub Al-Nasr auf einen Zweieinhalbjahresvertrag geeinigt habe, bei dem von knapp 200 Millionen Euro Jahressalär die Rede ist. Das sei "nicht wahr", sagte der 37-Jährige, der nach seinem provozierten Abschied von Manchester United vereinslos ist, angeblich.

Und als ein brasilianischer Journalist ihn nach Pelé fragte, blieb Cristiano Ronaldo sogar stehen und richtete der erkrankten Fußballlegende Genesungswünsche aus: "Gute Besserung, gute Besserung. Ich wünsche eurem König nur das Beste", so Cristiano Ronaldo.

Cristiano Ronaldo sieht ein Team "voller Talente und Jugend"

Sein Trainer Fernando Santos, der die vielleicht mutigste Personalentscheidung seiner achtjährigen Amtszeit getroffen hatte, versuchte parallel, das Thema des Tages so gut wie möglich abzumoderieren und ließ sich auch nicht entlocken, ob Cristiano Ronaldo im WM-Viertelfinale gegen Marokko (Samstag, 16 Uhr, LIVE! bei kicker) erneut nur eine Jokerrolle bleiben wird. Nach dieser fließenden Vorstellung von Ramos & Co. wäre das gleichwohl nur logisch.

Mit welchen Gefühlen Cristiano Ronaldo nach diesem einschneidenden Abend zu Bett gegangen ist, bleibt offen. Bei Instagram ließ er professionell nur das Übliche ausrichten: "Ein unglaublicher Tag für Portugal mit einem historischen Ergebnis im größten Wettbewerb des Weltfußballs. Luxus-Vorstellung eines Teams voller Talente und Jugend", lautete seine dritte Äußerung des Abends. "Unsere Auswahl ist zu beglückwünschen. Der Traum lebt!"

jpe

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