Nordost

Energie Cottbus will Ausnahmegenehmigung für Wollitz

Regionalliga Nordost, 34. Spieltag - Vorschau

Cottbus vor dem Finale: Energie will Ausnahmegenehmigung für Wollitz

Fataler Jubellauf: Energie Cottbus muss im Saisonfinale ohne seinen gelb-gesperrten Trainer Claus-Dieter Wollitz auskommen.

Fataler Jubellauf: Energie Cottbus muss im Saisonfinale ohne seinen gelb-gesperrten Trainer Claus-Dieter Wollitz auskommen. IMAGO/Matthias Koch

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Ein Punkt fehlt dem FC Energie Cottbus in der Regionalliga Nordost noch, um sicher Meister zu werden und die ersehnte Rückkehr in die 3. Liga feiern zu können. 7500 Fans werden den FCE am Sonntag zum letzten Saisonspiel bei Hertha BSC II begleiten. Die Partie im Berliner Jahn-Sportpark wird damit zum Heimspiel für die Cottbuser - wegen baulicher Beschränkungen sind in diesem Stadion aktuell nur 10.000 Zuschauer zugelassen.

Verzichten muss der FCE beim letzten Schritt in Richtung 3. Liga ausgerechnet auf zwei prägende Figuren: Trainer Claus-Dieter Wollitz und Stoßstürmer Timmy Thiele. Beide kassierten zuletzt beim verrückten 3:3 gegen den FSV Luckenwalde eine entscheidende Gelbe Karte, die ihnen jeweils eine Sperre einhandelt. Bitter für Chefcoach Wollitz: Sollte der FCE tatsächlich den Aufstieg schaffen und im Jahn-Sportpark vermutlich alle Dämme brechen, dürfte er nicht auf dem Rasen mitfeiern.

Die Trainersperre für den Innenraum gilt bis 30 Minuten nach Spielende. Laut Lausitzer Rundschau erwägt der FCE den Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung für den impulsiven Trainer. Ob der Nordostdeutsche Fußballverband die allerdings erteilt, ist offen. Wollitz hatte den Verband zuletzt nach der Randale beim Auswärtsspiel beim BFC Dynamo scharf kritisiert.

Den Ausfall von Thiele (10 Tore) wird vor allem Angreifer Tim Heike kompensieren müssen. Der 24-Jährige hat bereits 21 Saisontore erzielt und ist damit in der Lausitz in den exklusiven Klub der Zwanziger eingetreten. Nur wenig Akteure haben für Cottbus in einer Saison 20 oder mehr Liga-Tore erzielt. Dazu gehören Detlef Irrgang oder Nils Petersen, ein illustrer Kreis für Heike.

Nach seinem späten Doppelpack gegen Luckenwalde, der die Aufholjagd nach 0:3-Rückstand einleitete, betonte Heike: "Ich lebe einfach für den Verein und möchte dieses Ziel schaffen." Inwieweit dies allerdings so verstanden werden kann, dass der Angreifer auch in der kommenden Saison Tore für den FCE schießen wird, bleibt abzuwarten. Sein Vertrag läuft aus, die Gespräche liegen auf Eis und von seinem Heimatverein Eintracht Braunschweig wird ernsthaftes Interesse aus der 2. Bundesliga kolportiert.

Ultimatum an Heike abgelaufen

Ein Ultimatum, das die Cottbuser dem Spieler und seinem Berater gestellt haben, ist abgelaufen. Aber im Kampf um den Aufstieg wurden zuletzt alle anderen Themen hintenangestellt. Beim FCE ist das Verlangen nach mehr als nur Viertliga-Fußball riesig. Nach den verkorksten Aufstiegsspielen im vergangenen Juni gegen die Spielvereinigung Unterhaching will man sich dieses Mal den großen Erfolg nicht mehr aus der Hand nehmen lassen. "Wir werden uns endlich das holen, dem wir schon so lange hinterherjagen", bekräftigte Thiele.

Dass er das letzte Saisonspiel verpasst, ist ein harter Schlag für den Routinier, der in der Rückrunde zu großer Form aufgelaufen ist. In Berlin will er nun einer von den euphorischen 7500 Lausitzern sein. Thiele kündigte an, der "größte Fan" seiner Mannschaft zu sein. Dabei wird er sicherlich auch mit einem Auge auf das Spiel Greifswalder FC gegen ZFC Meuselwitz schauen. Sollte Greifswald nicht gewinnen, wäre Energie Cottbus auch ohne den fehlenden Punkt aufgestiegen.

Jan Lehmann

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