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Cottbus-Präsident Lemke: "Es ist beschämend"

Saftige Geldstrafe droht

Cottbus-Präsident Lemke: "Es ist beschämend"

"Danke für nichts": Sebastian Lemke

"Danke für nichts": Sebastian Lemke IMAGO/Steffen Beyer

Aus dem Gästeblock waren Leuchtraketen in Richtung der Jenaer Fans abgeschossen worden, die Partie musste für rund 20 Minuten unterbrochen werden. "Es tut mir leid, es ist beschämend", sagte Präsident Sebastian Lemke und entschuldigte sich im Namen seines Vereins.

Energie Cottbus droht nun erneut eine hohe Geldstrafe. Bereits beim Heimspiel am 17. September gegen den Chemnitzer FC (3:1) war es zum massiven Einsatz von Pyro-Technik gekommen. Besonders enttäuscht zeigte sich Lemke, dass der Dialog zwischen Vereinsführung und den Fans offenbar keinerlei Wirkung zeigte. "Als wir 2020 mit dem neuen Präsidium angetreten sind, wurden wir um Dialog mit den Fans gebeten. Das haben wir gemacht, wir waren immer im Dialog. Aber wenn das das Dankeschön ist - danke für nichts", erklärte der Cottbuser Vereinschef. Sein ernüchterndes Fazit: "Scheinbar ist der Dialog der falsche Weg." Bereits im Geschäftsjahr 2021 musste der Verein einen fünfstelligen Betrag an Strafen wegen des Fehlverhaltens seiner Anhänger zahlen. Nun folgt eine weitere.

Leistung rückt in den Hintergrund

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Dass die Lausitzer in Jena auf dem Fußballfeld eine gute Leistung zeigten und lange Zeit wie die Sieger in diesem Topspiel aussahen, rückte angesichts der Ausschreitungen in den Hintergrund. Trainer Claus-Dieter-Wollitz sagte über die Darbietung seiner Mannschaft bei Carl Zeiss: "Wir sind trotz des 1:1 in Jena auf einem guten Weg. Weil die Spieler jetzt fitter sind als beim Saisonstart, speziell die Neuzugänge."

Das gilt zum Beispiel für Nicolas Wähling. Der laufstarke Flügelspieler erzielte bereits sein drittes Saisontor für Energie und kommt immer besser in Schwung. Der Neuzugang vom SSV Ulm glaubt trotz des aktuellen Mittelfeldplatzes (Rang 8) in der Tabelle weiterhin daran, dass die Cottbuser zum Kreis der Meisterschafts-Anwärter gehören. "Wir waren nie raus. Die Saison ist ein Marathon und kein Sprint", betonte Wähling. Dazu muss Energie aber vor allem auswärts mehr punkten als bisher, denn in den vier Auswärtsspielen der laufenden Runde gab es bislang erst zwei Remis.

Frank Noack

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