Nordost

Cottbus erledigt Halberstadt-Aufgabe souverän

Regionalliga Nordost, 14. Spieltag

Cottbus erledigt Halberstadt-Aufgabe souverän - Meuselwitz antwortet auf El-Jindaoui

Einköpfender Eisenhuth: Der Mittelfeldspieler erzielte das zwischenzeitliche 2:0 für Energie Cottbus gegen Halberstadt.

Einköpfender Eisenhuth: Der Mittelfeldspieler erzielte das zwischenzeitliche 2:0 für Energie Cottbus gegen Halberstadt. IMAGO/Steffen Beyer

Der 14. Spieltag

Durch den Sieg des FSV Luckenwalde am Freitag gegen TeBe Berlin startete Germannia Halberstadt am Sonntag als einziges sieglose Team in das Spiel bei Energie Cottbus. In den ersten Minuten versuchte der Underdog mutig zu attackieren, fing sich aber schon in der 9. Minute den Gegentreffer. Oesterhelweg hielt aus knapp 30 Metern drauf, tückisch abgefälscht schlug der Ball für Torwart Cichos unhaltbar im Netz ein. Mit offenem Visier ging es weiter: Grzega verfehlte nur knapp das FCE-Tor, auf der anderen Seite nagelte Hottmann die Kugel an den Pfosten. Einfaches Spiel hatte Eisenhuth in der 23. Minute, der viel zu unbedrängt einen Flanke von Oesterhelweg zum 2:0 einköpfen durfte (23.). Energie-Keeper Bethke verkürzte kurz vor der Pause gegen Braun geschickt den Winkel und sicherte somit die Führung. Diese bauten hochüberlegende Lausitzer im zweiten Durchgang aus, in der 79. Minute kam Hildebrandt nach einem Eckball ungedeckt zum Kopfball und ließ sich diese Gelegenheit nicht entgehen. Borgmann stand in Minute 86 viel zu frei und schoss das Tor zum 4:0-Endstand. Damit springt Cottbus auf Platz zwei, liegt nur einen Punkt hinter Rot-Weiß Erfurt.

Der formstarke Chemnitzer FC empfing am Sonntag den FC Carl Zeiss Jena, der unter Interimstrainer Henning Bürger auch wieder in die Spur gekommen war. Während Jena zwar ab und an gefällig nach vorne spielte, in letzter Linie aber so gut wie keinen Gefahr erzeugte, konnte sich der CFC auf seinen Routinier Löwe verlassen. In der 16. Minute zog er mit seinem starken linken Fuß einen Freistoß von rechts direkt ins kurze Eck. Neun Minuten darauf flankte er einen Eckball präzise auf den Kopf von Campulka, der erhöhte. Im zweiten Durchgang legten Pagliuca und Kurt vom Elfmeterpunkt nach.

Im dritten Sonntagsspiel duellierte sich der ZFC Meuselwitz mit der U 23 von Hertha BSC. Berlins (Social-Media-)Star El-Jindaoui bekam in der 6. Minute einen Ball in den Rückraum gespielt und nutzte das mit einem platzierten Flachschuss. In einer ausgeglichenen Partie hatte der technisch beschlagene El-Jindaoui in der 39. Minute den zweiten Hertha-Treffer auf dem Fuß, doch ZFC-Tormann Fietz rettete mit einer Fußabwehr. Nach gut einer Stunde köpfte Trübenbach ans Berliner Lattenkreuz, in der 69. Minute zielte Hansch mit der Stirn genauer und überwand Ernst zum verdienten Ausgleich. Zehn Zeigerumdrehungen später landete eine Ecke bei Hansch, flach ins Eck brachte er Meuselwitz in Führung. Im Gegenzug hätte El-Jindaoui fast den Ausgleich erzielt, aber Fietz tauchte in die kurze Ecke und parierte. Die Hausherren überstanden auch die hochkarätige Chance von Tony Rölke in der 86. Minute, in die sich Raithel heldenhaft schmiss und durften ihren dritten Liga-Dreier in Folge bejubeln.

Erfurt gewinnt furios

Rot-Weiß Erfurt ist durch ein furioses 6:2 gegen den SV Babelsberg 03 zumindest bis Mittwochabend neuer Tabellenführer der Regionalliga Nordost. Mergel, der einen Dreierpack erzielte, und Co. stellten schon im ersten Durchgang mit zwei Treffern die Weichen. Nach der Pause wurde es mit sechs Toren dann torreich. Babelsberg schnupperte zweimal am Anschluss. Letztlich aber erfolglos, weil die Gäste vor allem mit den schnellen Kontern der Hausherren immer wieder Probleme hatten.

Abstiegskampf unter Flutlicht

Als am Freitag in der Regionalliga Nordost auf drei Schauplätzen das Flutlicht angeknipst wurde, stand eine große Portion Abstiegskampf auf dem Programm. So setzte sich der FSV Luckenwalde am Ende mit 3:1 gegen den Tabellennachbarn Tennis Borussia Berlin durch - und feierte damit nach 14 Partien den lang ersehnten ersten Saisonsieg. Es war ein hochverdienter Erfolg, den Rankic per Kopf nach einer Ecke mit seinem 1:0 für den FSV einläutete (15.). Kurz vor der Pause erhöhte Flath, selbst zuvor gefoult, per Strafstoß auf 2:0 (42.). Weil die Heimelf es nach Wiederanpfiff aber verpasste, die Entscheidung nachzulegen, machten es die Gäste nochmal spannend: Heydemann sorgte in Minute 63 etwas überraschend für den 1:2-Anschluss. Kurz vor dem Ende sorgte Becker alleine vor dem Keeper für das erlösende 3:1 (88.).

Damit konnte Luckenwalde etwas Boden gut machen auf die Konkurrenz - etwa auf den SV Lichtenberg, der mit 0:1 im Kellerduell gegen Viktoria Berlin unterlag. Das Tor des Tages fiel dabei spät, erst in Minute 90.+1 schlug Küc mit dem 1:0 für die Gäste zu. Zuvor verschoss Viktoria-Kapitän Theisen in Durchgang eins einen Strafstoß.

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Der Greifswalder FC konnte derweil seine Negativ-Serie in der Liga - sechs Partien ohne Sieg - beenden und einen 3:2-Coup bei der VSG Altglienicke landen. Dabei halfen zwei nach Ansicht der Heimelf strittige Elfmeter, die Benyamina jeweils verwandelte (23./80.). Es war das 1:0 bzw. 3:2 für die Greifswalder, die sich mit den Berlinern eine enge Partie lieferten. Für das zwischenzeitliche 2:1 sorgte Richardson (51.). Die Torschützen für die VSG, die insgesamt zu fahrlässig mit ihren Chancen umging, waren Breitkreuz (27.) und Uzan (52.).

Leipziger Partien verlegt

Bereits am Samstag sollte eigentlich das Traditionsduell zwischen BSG Chemie Leipzig und BFC Dynamo stattfinden, doch die Leipziger Polizei brauchte alle verfügbaren Kräfte für das Demonstrationsgeschehen am Wochenende, weswegen die Regionalliga-Partie erst am Dienstag ausgetragen wurde. Dabei trennten sich die beiden Teams mit einem 1:1.

Auch das zweite Spiel mit Leipziger Beteiligung wurde verlegt. Über die Platzsperre beim Berliner AK, die die Sportbehörde des Berliner Senats vorgenommen hatte, rieben sich die Lok-Verantwortlichen verwundert die Augen. Auf Facebook schreibt der Verein: "Der 1. FC Lok nimmt diese Entscheidung, getroffen über 48 Stunden vor dem geplanten Anstoß, mit äußerst großer Verwunderung entgegen. Sowohl die Regenmengen als auch das Wetter der letzten Tage und die Prognosen machen die Spielabsage für uns absolut nicht nachvollziehbar." Weiter schreiben die Sachsen: "Darüber hinaus fordern wir den Verband auf, die Regularien in der Spielordnung und in den Durchführungsbestimmungen noch konsequenter und detaillierter festzulegen und umzusetzen." Die Partie wird am Mittwoch nachgeholt.

stw/jam/dw

Die Trainer in der Regionalliga Nordost