3. Liga

Compper: "Trainer, das ist wie Chirurg"

Ex-Nationalspieler beendet Karriere und wird Assistenz-Coach in Duisburg

Compper: "Trainer, das ist wie Chirurg"

Marvin Compper agiert ab sofort als Co-Trainer.

Freut sich auf einen neuen Lebensabschnitt: Marvin Compper beginnt eine Laufbahn als Trainer. imago images

Nach 15 Jahren im Profifußball inklusive Bundesliga, Serie A und einem Länderspiel für Deutschland startet der gebürtige Tübinger Compper in einen neuen Abschnitt. Genauer: Er wird Co-Trainer beim MSV Duisburg, für den er bislang spielte und bei dem er eigentlich noch bis Juni 2021 gebunden war.

"Ich hätte prinzipiell weiterspielen können", sagt der Routinier im kicker-Interview. Doch die Umwandlung des Vertrages sei eine "bewusste Wahl" gewesen. "Ich bekomme die Möglichkeit, direkt in die Co-Trainer-Rolle zu schlüpfen, da meine ersten Erfahrungen zu sammeln und zu lernen. Da scharre ich eigentlich schon seit meiner Leipziger Zeit mit den Hufen", so der frühere RB-Profi, der schon damals die Weichen in Richtung Trainer-Karriere stellen wollte. Doch der Wechsel zu Celtic Glasgow verhinderte dies vorerst.

"Großartig, gleich in einer Profimannschaft beginnen zu können"

Den Trainerberuf zieht Compper dem des Sportdirektors vor, weil er so mehr Einfluss nehmen könne "auf das unmittelbare Geschehen auf dem Platz" und die Spieler-Entwicklung. Anders ausgedrückt: "Da ist man wie ein Chirurg." Wobei sich der 35-Jährige zunächst als "Assistenzarzt" an der Seite von Torsten Lieberknecht sieht. Dennoch: "Für mich ist es eine großartige Sache, gleich in einer Profimannschaft beginnen zu können. Die große Mehrheit aller Trainer beginnt zwar im Jugendbereich, aber mit dem Ziel, im Seniorenbereich zu enden."

Inspiriert wird er dabei vor allem von seinen früheren Trainern Ralf Rangnick (Hoffenheim, Leipzig) und Brendan Rodgers (Celtic) sein. Comppers Ziel als Trainer: "Ich möchte den Spielern ihre Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen und sie so pushen, dass sie ihr Limit erreichen. Die allermeisten Spieler benötigen diese Stimulation von außen."

"Das Glas ist definitiv halb voll"

Rückblickend auf seine lange aktive Zeit mit Höhen wie dem Länderspiel 2008 gegen England oder der Vize-Meisterschaft 2017 als Aufsteiger mit Leipzig sowie Tiefen wie den Stationen Florenz und Glasgow, wo er wenig bis kaum zum Einsatz kam, sagt Compper dennoch: "Das Glas ist definitiv halb voll und nicht halb leer. Es gibt sicherlich sehr, sehr viele Fußballspieler, die eine Karriere wie meine auf der Stelle nehmen würden. Entsprechend bin ich dankbar für alle Erfahrungen, im Positiven wie im Negativen."

Lesen Sie im kicker-Interview mit Marvin Compper (Montag-Ausgabe am Kiosk oder im eMagazine) auch, wie der Ex-Profi seine einzelnen Karriere-Stationen bewertet, was er künftig vermissen wird oder eben gerade nicht - und wie er sein einziges Länderspiel damals vor zwölf Jahren in Berlin erlebte.

aho/oha

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