Tennis

Wimbledon: Serena Williams verliert Thriller in Runde eins

Gegnerin Tan auf Rang 115 der Welt

Comeback misslingt: Serena Williams verliert Thriller in Runde eins

Das hatte sie sich anders vorgestellt: Serena Williams verliert ihr Comeback in Wimbledon.

Das hatte sie sich anders vorgestellt: Serena Williams verliert ihr Comeback in Wimbledon. IMAGO/Shutterstock

Nach 357 Tagen hatte Williams in der vergangenen Woche ihr Comeback im Tenniszirkus gegeben. Über eine Wildcard durfte die 40-Jährige, die ein Riss in der hinteren Oberschenkelmuskulatur zu einer monatelangen Auszeit gezwungen hatte, dennoch in Wimbledon antreten.

Dort wartete auf die 23-malige Grand-Slam-Siegerin in der ersten Runde auf dem Centre Court die Französin Harmony Tan, Rang 115 der Welt. Mit Spannung war die Wettbewerbsfähigkeit von Williams erwartet worden - und die US-Amerikanerin wurde schon im ersten Satz ordentlich gefordert.

Spiel zwei als Wendepunkt

Langen, tollen Ballwechseln folgten immer wieder auch leichtere Fehler auf beiden Seiten, Williams konnte sich aber immerhin einen scheinbar souveränen 4:2-Vorsprung herausarbeiten. Dann aber häuften sich die Fehler, am Ende des Satzes standen 22 unforced errors auf Seiten der 40-Jährigen. Tan hingegen spielte stabiler und holte etwas überraschend Satz eins mit 7:5.

Williams musste sich also steigern - und das tat sie. Auch zu Beginn des zweiten Satzes, der nach achtminütiger Unterbrechung begann, da das Dach geschlossen wurde, blieb es umkämpft. Doch Spiel zwei sollte als Wendepunkt dienen: Insgesamt zwölfmal ging es dort auf 40:40 zurück, bis Williams schließlich nach einer Viertelstunde Spielzeit auf 2:0 stellte - und fortan den Satz dominierte. Tan gelang nicht mehr viel, ihre Kontrahentin überzeugte vor allem über den ersten Aufschlag, holte dort 80 Prozent der Bälle und provozierte mit einem deutlichen 6:1 den Entscheidungssatz.

Tan gibt sich nicht auf - Match-Tie-Break bringt die Entscheidung

Dort hinein ging natürlich Williams mit mehr Selbstbewusstsein und schaffte früh das Break zum 3:1, alles deutete jetzt auf einen Sieg der siebenfachen Wimbledon-Siegerin hin, doch Tan stemmte sich aufopferungsvoll dagegen und bot den vielen Zuschauern auf dem Centre Court ein unterhaltsames Abendprogramm. Erst recht, als die 24-Jährige mit einem starken Cross-Schlag das Break zum 3:3 schaffte und sich das Finale des Matches noch einmal zuspitzte.

Es ging hin und her, Tan gab sich nicht auf, fand sich dann aber mit dem Rücken zur Wand wieder: Williams gelang im Aufschlagspiel der Französin ein toller Stopp, den sie auf Knien bejubelte und der ihr wenig später das Break zum 5:4 bringen sollte. Auch das war jedoch nur eine weitere Episode dieses über dreistündigen Schlagabtausches, denn Tan gelang das Rebreak.

Physisch wirkte Williams schon längst weit über dem Zenit, schleppte sich aber noch in den Match-Tie-Break, der bis 10 geht. Sie startete stark, führte schnell 4:0 - und brach dann ein. Nach 3:11 Stunden streckte letztlich Tan die Arme in die Höhe, Williams musste sich mit 5:7, 6:1, 6:7 (7:10) geschlagen geben.

Damit verpasst sie den 99. Sieg in Wimbledon, Harmony Tan trifft in Runde zwei auf Sara Sorribes Tormo, Rang 45 der Welt.

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