Relegation

Kevin-Prince Boateng: "Hatte ich nicht einmal als Meister"

Hertha-Routinier stellte laut eigener Aussage mit Magath auf

"Coach" Boateng: "Das hatte ich nicht einmal, als ich Meister geworden bin"

Herthas Cheftrainer Felix Magath (Mi.) und Kevin-Prince Boateng agierten Hand in Hand.

Herthas Cheftrainer Felix Magath (Mi.) und Kevin-Prince Boateng agierten Hand in Hand. picture alliance/dpa

Satte 89 Minuten hat Routinier Kevin-Prince Boateng (35) beim erfolgreichen Relegations-Rückspiel von Hertha BSC beim HSV alles gegeben. Gerechnet hatten damit vorab wohl nicht viele. Scherzhaft meinte Geschäftsführer Fredi Bobic bei "Sat.1": "Kevin hat fast 90 Minuten gespielt, ich glaube das letzte Mal war das vor zehn Jahren."

Bobic wusste: "Er wird ein Faktor sein"

Doch Boateng bewies es seinen Kritikern. Bobic betonte, schon vor der Saison gewusst zu haben, dass der Mittelfeldmann nicht viele Spiele machen, aber irgendwann ein Faktor sein werde -  und "er hat geliefert". Der Deutsch-Ghanaer zeigte sich aufgrund seiner Leistung ebenso zufrieden und meinte: "Ich habe alles rausgehauen."

Aus emotionaler Sicht war der Sieg der Hertha natürlich entscheidender. "Ein großer Stein" sei ihm vom Herzen gefallen, gerade mit seinem Heimatverein den Klassenerhalt zu schaffen sei "geil". Boateng umschrieb seine Gefühlslage so: "Ich bin ganz ehrlich, das ganze Jahr ging es so viel hoch und runter, und jetzt ist es ... als wären wir Meister. Das hatte ich nicht einmal, als ich Meister geworden bin."

Heute hat man gesehen, dass ich noch mithalten kann.

Kevin-Prince Boateng

Ob das Eigengewächs kommende Saison noch für Hertha BSC spielen wird, ist indes ungewiss. Boateng selbst sagte, er habe "Lust und Erfahrung - und heute hat man gesehen, dass ich noch mithalten kann. Ich bin ein wichtiger Faktor, auch wenn ich wenig spiele."

Für Trainer Felix Magath war der Mann, der 2011 mit der AC Mailand Meister in Italien geworden war, sogar weit mehr als ein Spieler - zumindest, wenn Boatengs Worte der Wahrheit entsprechen. Nicht nur "freie Hand" habe er von Magath bekommen, der unabsteigbare Trainer habe gar gemeinsam mit ihm "versucht, die bestmögliche Mannschaft auf den Platz zu stellen"- eine "mit Herz". Später erklärte Magath bei "Sky" schmunzelnd, dass seine Nummer 27 bei der Aufstellung in der Tat einiges hatte mitreden dürfen.

Boateng: "So müssen wir spielen"

Diese agierte auf jeden Fall anders als im ersten Aufeinandertreffen mit dem HSV, die Herthaner setzten sich verdient durch. "Schlimmer als im Hinspiel ging es auch nicht", stellte Boateng fest und gab einen Tipp für die Zukunft: "Wir haben direkt Druck gemacht und der Mannschaft keine Chance gegeben - das war die Hertha, wie wir sie kennen und so wie wir spielen müssen."

mje

Bilder zur Partie Hamburger SV - Hertha BSC