2. Bundesliga

Club: Courage nach dem Chaos

Nürnberg schöpft Hoffnung - Rakovsky neue Nummer eins

Club: Courage nach dem Chaos

Patrick Rakovsky

"Kein Grund, etwas zu ändern": Patrick Rakovsky ist die neue Nummer eins in Nürnberg. picture alliance

Ismael: "Sind mit Freude in die Partie gegangen"

In den letzten Tagen ging es in Nürnberg drunter und drüber. Nach der Klatsche in Karlsruhe (0:3) mussten die Spieler ihre Trikots an die Fans aushändigen, nach der nächsten 0:3-Packung in Heideheim weinten einige Spieler in der Kabine. Und auch intern rumorte es gewaltig: Aufsichtsratsmitglied Günther Koch forderte öffentlich die Demission von Sportvorstand Martin Bader. Dieser sprach daraufhin offen vom Rücktritt . Auch Trainer Valerien Ismael war angezählt und machte vor dem richtungsweisenden Heimspiel gegen Kaiserslautern unerwartet die nächste Baustelle auf: Der bisherige Stammkeeper Raphael Schäfer wurde zur Nummer drei degradiert - Patrick Rakovsky, dem vor Saisonbeginn noch die Tauglichkeit abgesprochen wurde, stand stattdessen zwischen den Pfosten.

1. FC Nürnberg - Die letzten Spiele
Sandhausen Sandhausen (H)
1
:
0
Regensburg Regensburg (A)
1
:
1
Spielersteckbrief Rakovsky
Rakovsky

Rakovsky Patrick

Spielersteckbrief Schöpf
Schöpf

Schöpf Alessandro

2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Ingolstadt FC Ingolstadt 04
16
2
Darmstadt SV Darmstadt 98
15
Leipzig RB Leipzig
15
Trainersteckbrief Ismael
Ismael

Ismael Valerien

1. FC Nürnberg - Vereinsdaten
1. FC Nürnberg

Gründungsdatum

04.05.1900

Vereinsfarben

Rot-Weiß

Von all dem Club-Chaos war nach dem Anpfiff aber überraschenderweise nichts mehr zu sehen: Der FCN begann aggressiv, schmiss sich leidenschaftlich in jeden Zweikampf und machte den Roten Teufeln so das Leben schwer. "Wir wussten wie die Situation im gesamten Verein ist und haben uns deshalb viel vorgenommen", erklärte Mittelfeldmann Jürgen Mössmer hinterher. Diesen couragierten Auftritt belohnten schließlich Daniel Candeias (25.) und Alessandro Schöpf (41., 51.), die blitzartig vorgetragende Konter eiskalt verwerteten. "Kompliment an die Mannschaft. Die erste Halbzeit war unsere beste in der bisherigen Saison", analysierte Ismael, "es war wichtig, dass wir mit Freude in die Partie gegangen sind".

Rakovsky rechtfertigt seine Aufstellung

Spielbericht

Dann aber machten die Pfälzer ernst, bauten mächtig Druck auf und ließen im Minutentakt Angriffe anrollen. Wie schon in den Minuten zuvor war es vor allem Torwart Rakovsky, der viel Sicherheit ausstrahlte, starke Paraden zeigte und auch nach den beiden Treffern der Gäste (Ring, 62; Löwe, 71.) nicht die Nerven verlor. Als verdienten Lohn darf sich der Torwart nun als neue Nummer eins bezeichnen. "Wir haben gewonnen. Es gibt keinen Grund, etwas zu ändern", stellte auch sein Trainer unmissverständlich klar. Ismael ließ auch Schäfer noch die Türe offen. Der Routinier, der die Partie auf der Tribüne verfolgte, habe die Chance, sich über Trainingsleistungen zumindest wieder für einen Platz auf der Bank zu empfehlen.

Unter dem Strich stehen für Nürnberg drei wichtige Punkte und jede Menge Erleichterung. "Die letzten Wochen waren sicher nicht einfach. Da kommt man nur mit einem Sieg heraus", sagte Schöpf, der mit zwei selbstbewussten Solos seine persönliche Show gestartet hatte. "Ich freue mich, dass ich der Mannschaft mit meinen Toren helfen konnte. Das Wichtigste ist jedoch, dass wir als Mannschaft agieren und kompakt stehen. Wir haben heute die Zweikämpfe angenommen und schnell nach vorne gespielt."

Erinnerung an 2009?

Offiziell hatte Ismael den angepeilten Aufstieg nach dem 0:3 in Heidenheim abgehakt. Doch ein Blick in die Vergangenheit lässt den Club durchaus hoffen. Beim bisher letzten der sieben Aufstiege in die Bundesliga im Jahr 2009 rangierte der Traditionsverein nach acht Spieltagen mit neun Punkten auf Rang 13 - genau wie heute. Damals reichte es noch zum direkten Wiederaufstieg über die Relegation gegen Energie Cottbus.

Schon am Freitag (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) muss der Club beweisen, ob dieser Auftritt eine Eintagsfliege war oder zum positiven Trend wird. Auswärts beim VfL Bochum wartet nämlich der nächste schwere Prüfstein.