2. Bundesliga

Club-Experte Benno Möhlmann

Nürnberg: Frankenderby im Fokus

Club-Experte Benno Möhlmann

Benno Möhlmann hat mit Greuther Fürth noch kein Pflichtspiel gegen den 1. FC Nürnberg verloren.

Benno Möhlmann hat mit Greuther Fürth noch kein Pflichtspiel gegen den 1. FC Nürnberg verloren. imago

Seit dem 3:0-Erfolg in Ingolstadt herrscht wieder Aufbruchstimmung beim Club. Gerade rechtzeitig vor dem Derby gegen den Nachbarn aus Fürth träumt man schon wieder vom Aufstieg und rosigen Zeiten. Vor allem der Jugendstil, auf den Trainer Michael Oenning gezwungenermaßen setzen musste, lässt die Club-Anhänger hoffen. In Ingolstadt war Peer Kluge mit 27 Jahren der älteste Feldspieler. Youngster wie Maroh (21), Frantz (22) und Bieler (22) machten ihre Sache recht ordentlich. Genau wie Judt (22), der allerdings schon über 79 Spiele Zweitliga-Erfahrung – 76 davon ausgerechnet für Fürth – verfügt. Im Winter kommen mit Risse und Reinartz noch zwei U19-Europameister von Bayer Leverkusen dazu. Die Streitigkeiten auf Vorstandsebene rückten zumindest in den Tagen vor dem Derby in den Hintergrund. Die Spieler, neben Judt spielte auch Eigler schon in Fürth, freuen sich auf den Nachbarschaftsvergleich. Kapitän Andreas Wolf, derzeit nach seinem Kreuzbandriss in der Reha, will unmittelbar vor dem Spiel sein Team mit einer Ansprache heiß machen.

Das 252. Derby

Trotz des erfolgreichen Saisonverlaufs herrscht auch in Fürth nicht eitel Sonnenschein. Das Playmobilstadion wurde modernisiert, um den Zuschauerzuspruch zu steigern, doch genau das Gegenteil ist der Fall. Hatte man in Fürth in den ersten sieben Heimspielen des Vorjahres noch einen Schnitt von 9542 Zuschauern, fanden in dieser Saison nur noch 7110 Interessierte den Weg nach Ronhof. Ein dramatischer Rückgang um über 25 Prozent, der den Verantwortlichen Sorgen macht.

Auf dem Papier kommt der kleine Nachbar aus Fürth als Favorit über die Stadtgrenze. Auf Platz vier in der Tabelle hat das Kleeblatt fünf Punkte mehr auf dem Konto und mit Sami Allagui den erfolgreichsten Torjäger (elf Treffer) in seinen Reihen. Am Mittwoch gab der Stürmer sein Debüt in der tunesischen Nationalmannschaft. Dass sich der gebürtige Düsseldorfer für das nordafrikanische Land entschieden hat, hat auch mit einem Nürnberger zu tun. Mittelfeldspieler Joe Mnari, Stammspieler in der Auswahlmannschaft, warb beharrlich um den talentierten Angreifer. Ein Garant für erfolgreiche Derbys ist Fürths Trainer Benno Möhlmann, der bislang in fünf Pflichtspiel-Vergleichen auf der Bank saß – und noch keines verlor.

Am Sonntag jedenfalls wird das Easy-Credit-Stadion gut gefüllt sein. Über 45.000 Zuschauer erwartet der Club – so viele wie Fürth in sechs Heimspielen zusammen nicht hat. Auch die Polizei stellt sich auf einen heißen Nachmittag ein und versucht die verfeindeten Fangruppen auseinander zu halten. Kein leichtes Unterfangen, wenn die Anhänger beider Teams mit demselben öffentlichen Nahverkehr anreisen.

Noch etwas spricht für Fürth: Der letzte Heimsieg in einem Zweitligaspiel gelang dem Club am 11.3.1978. Seit über 30 Jahren warten die Nürnberger also schon vergeblich.