Bundesliga

Werder Bremen: Clemens Fritz und der Blick in den Spiegel

Nächstes Abstiegs-Endspiel für Bremen

Clemens Fritz und der Blick in den Werder-Spiegel

Gemeinsamer Kampf gegen den Abstieg: Werder-Coach Florian Kohfeldt (re.) und Leiter Profifußball Clemens Fritz.

Gemeinsamer Kampf gegen den Abstieg: Werder-Coach Florian Kohfeldt (re.) und Leiter Profifußball Clemens Fritz. imago images

Am Mittwoch zieht der Werder-Tross mit rund 40 Personen ins Bremer Parkhotel ein, bis zum Ende des 34. Spieltags begibt sich der Klub wie alle anderen Bundesligisten in die von der DFL vorgeschriebene Quarantäne. Nach dem bevorstehenden Spiel am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) in Augsburg beginnt dann in der Sportschule Barsinghausen die Vorbereitung auf das letzte Saisonspiel gegen Borussia Mönchengladbach. Ob es anschließend möglicherweise noch zwei weitere (Relegations-)Spiele geben wird - wie in der vergangenen Saison -, soll vorerst jedoch gar nicht erst thematisiert werden.

Clemens Fritz, Leiter Profifußball bei Werder, will sich weder mit Vergleichen zur Situation vor einem Jahr, noch mit den Geschehnissen der vergangenen Wochen beschäftigen, als die Bremer in der Bundesliga siebenmal in Serie verloren hatten und Trainer Florian Kohfeldt zur Disposition gestanden hatte. Einmal mehr haben die Verantwortlichen eine Partie zum Endspiel ausgerufen, diesmal gegen den FC Augsburg. Und tatsächlich, mit einem Sieg könnte Werder in der Tabelle am Gegner vorbeiziehen, ein großer Schritt zum Klassenverbleib wäre gemacht.

Zwei ganz ähnliche Spielweisen

Doch zunächst werden in jenem direkten Duell wahrscheinlich zwei ganz ähnliche Spielweisen aufeinandertreffen, für Werder könnte es ein Blick in den Spiegel werden. Fritz jedenfalls hat im ersten Spiel gegen den VfB Stuttgart unter dem neuen Augsburger Trainer Markus Weinzierl eine Mannschaft gesehen, "die viel Intensität reingebracht hat und über Wucht, Physis und Flanken in den Strafraum torgefährlich geworden ist". All jene Dinge, mit denen auch die Bremer in den vergangenen beiden Partien gegen RB Leipzig im DFB-Pokal-Halbfinale (1:2 nach Verlängerung) und gegen Bayer Leverkusen (0:0) nach 90 Minuten zumindest nicht verloren hatten.

Wenn du mit Negativgefühlen in ein Spiel gehst, kannst du auch nicht deine beste Leistung abrufen.

Clemens Fritz

"Wenn man sieht, was wir in den letzten zwei Spielen abgespult haben", sei das laut Fritz zumindest "schon sehr gut" gewesen, und daran müsse man anknüpfen, "denn so ein Spiel wird uns in Augsburg ebenfalls erwarten." Dass einige Bremer Spieler noch am Samstag nach der Nullnummer gegen Leverkusen geknickt gewesen waren, "weil wir kein Tor geschossen haben", daran will sich Fritz nicht länger als nötig aufhalten. "Wir müssen die positiven Dinge herausziehen", erklärt der abstiegskampferprobte Ex-Profi: "Wenn du mit Negativgefühlen in ein Spiel gehst, kannst du auch nicht deine beste Leistung abrufen."

Toprak? "Er kennt seinen Körper am besten"

Positiv voranschreiten könnte möglicherweise auch der Genesungsverlauf von Abwehrchef Ömer Toprak, bei dem Trainer Kohfeldt bereits davon gesprochen hatte, dass er aufgrund einer Wadenverletzung in dieser (regulären) Saison nicht mehr zum Einsatz kommen könnte. Man müsse von Tag zu Tag gucken, wie der 31-Jährige die Intensität im individuellen Training vertrage, so Fritz: "Da kommt es auch auf seine Erfahrung an, er kennt seinen Körper am besten." Marco Friedl hingegen soll am Mittwoch wieder ins Mannschaftstraining einsteigen und am Samstag im Kader stehen.

Je nach Saisonausgang könnte das wahrscheinlich dann auch das vorletzte Mal für Theo Gebre Selassie der Fall sein. Der Vertrag des 34-jährigen Vize-Kapitäns in Bremen läuft aus, und wird trotz eines Werder-Angebots wohl nicht mehr verlängert. Denn schenkt man einem mittlerweile gelöschten Instagram-Post seiner Ehefrau Glauben, steht der Umzug in die tschechische Heimat unmittelbar bevor.

Tim Lüddecke

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