WM

Senegals Trainer Aliou Cissé lässt seine Zukunft offen

Senegals Coach ist stolz und fordert Entwicklungsschritte

Cissé lässt seine Zukunft offen

Bleibt er im Amt? Aliou Cissé führte Senegal bei der WM ins Achtelfinale.

Bleibt er im Amt? Aliou Cissé führte Senegal bei der WM ins Achtelfinale. imago images

Aus Katar berichtet Sebastian Wolff

Zwei Tage hatte Aliou Cissé krankheitsbedingt gefehlt. Als der Trainer des Senegal am Sonntag pünktlich zum Achtelfinale gegen England zurückkam, war sein Team nicht auf der Höhe. Nach dem 0:3 ist der Traum des 46-Jährigen geplatzt.

Als Senegal 2002 letztmalig bei einer WM in die K.o.-Runde eingezogen war, hatte Cissé noch auf dem Platz gestanden - 20 Jahre später hatte er in Katar verraten, er hoffe auf einen Weltmeister aus Afrika, "und hoffentlich sind wir es". Als der Traum dann ausgeträumt war, trug es der Coach mit Fassung: "Wir haben zwei wichtige Spieler ersetzen müssen, das war gegen einen Gegner aus den Top 5 der Welt zu viel." Neben Superstar Sadio Mané, der wegen seines Bruchs des Schienbeinköpfchens gar nicht erst mit in die Wüste gereist war, musste Cissé am Sonntag auch seinen Mittelfeld-Chef Idrissa Gueye ersetzen und konstatiert: "Gegen so ein Kaliber wie England reicht es dann einfach nicht."

Dass seine Mannschaft rund 30 Minuten sehr geordnet aus einer stabilen Grundordnung agierte, nach dem ersten Gegentor aber nichts mehr hinzuzusetzen hatte, warf bei den heimischen Journalisten die Frage nach der Mentalität auf. Eine, die Cissé entschieden zurückwies: "Es lag nicht an der Mentalität oder am Teamspirit. Ich bin sehr stolz auf mein Team, aber das zweite Tor direkt vor der Pause hat uns schwer getroffen. Mit dem dritten war es dann vorbei."

Cissé fordert: "Wir müssen weiter wachsen"

Eine Entwicklung sieht Cissé bei seiner Mannschaft dennoch, fordert nun aber den nächsten Schritt: "Wir müssen weiter wachsen. Damit wir bei der nächsten Weltmeisterschaft dann vielleicht gegen einen Gegner dieser Klasse mehr auf Augenhöhe sein können."

Ob auch er dann noch an der Seitenlinie steht, wollte Cissé zumindest am Sonntag nicht definitiv sagen. Seit sieben Jahren trägt er die Verantwortung für die Nationalelf und erklärt: "Jetzt ist nicht der richtige Moment über meine Zukunft zu reden." Dass er gleichzeitig die nächsten Entwicklungsschritte ins Visier nimmt, deutet einen Abgang aber zumindest nicht wirklich an.

Bilder zur Partie England - Senegal