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Chile präsentiert Beschwerde gegen Ecuadors WM-Teilnahme

Mutmaßlich nicht spielberechtigter Spieler

Chile präsentiert Beschwerde gegen Ecuadors WM-Teilnahme

Unregelmäßigkeiten in Byron Castillos (rechts) Papieren sorgen immer wieder für Debatten.

Unregelmäßigkeiten in Byron Castillos (rechts) Papieren sorgen immer wieder für Debatten. picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Chile hat dem Weltverband FIFA am Donnerstag seine Beschwerde gegen Ecuadors Startplatz bei der Fußball-WM in Katar präsentiert. Die Chilenen berufen sich dabei auf einen mutmaßlich nicht spielberechtigten Spieler, den die Ecuadorianer in der WM-Qualifikation eingesetzt haben. Es handelt sich um Verteidiger Byron Castillo. Ein Urteil könnte schon in den nächsten 24 Stunden fallen. Wenige Wochen vor dem Start (20. November) hofft Chile somit weiter auf einen nachträglichen Platz beim Winterturnier.

Die FIFA hatte angekündigt, dass man Castillo - von dem die Chilenen behaupten, dass er Kolumbianer sei und damit in den WM-Qualifikationspartien nicht hätte spielen dürfen - befragen wolle. Im Falle einer Niederlage könnten sowohl Chile als auch Ecuador beim Internationalen Sportgerichtshof CAS in Berufung gehen.

Der Tonbandmitschnitt

Die britische Zeitung "Daily Mail" hatte zuletzt einen Tonbandmitschnitt veröffentlicht, in dem der Außenverteidiger einräumen soll, in Kolumbien geboren zu sein. Außerdem sei er in Wirklichkeit drei Jahre älter als seine Ausweispapieren es glauben lassen.

Über die Herkunft des 23-Jährigen wird seit Jahren debattiert. Nach der Untersuchung 2018 stellte der ecuadorianischen Verband fest, dass es Unregelmäßigkeiten in den Papieren des Spielers gab. Castillo verfügte über eine ecuadorianische Geburtsurkunde und eine kolumbianische Geburtsurkunde mit jeweils unterschiedlichen Geburtsorten und Geburtsdaten.

Der Eigner seines ersten Clubs Norteamerica soll Castillo nach seiner Ankunft in Ecuador neue Papiere beschafft haben. 2021 ordnete die ecuadorianische Justiz schließlich an, dass Castillo eine neue Geburtsurkunde mit Geburtsort in Ecuador ausgestellt wird. Erst danach wurde er in den Nationalkader für die WM-Qualifikationsspiele berufen.

Im Juli diesen Jahres wurde bereits ein Protest des chilenischen Verbandes gegen die WM-Qualifikation Ecuadors von der FIFA-Disziplinarkommission abgelehnt. Nun geht der Streit in die nächste Runde.

sts, dpa

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