Champions League

Arnold vor Sevilla: Wolfsburg ist "keine Spitzenmannschaft"

Wolfsburg und der Traum vom erneuten Viertelfinale in der Champions League

"Chef" Arnold vor Sevilla: "Wir sind keine Spitzenmannschaft"

Traf vor fünfeinhalb Jahren gegen Real: Maximilian Arnold.

Traf vor fünfeinhalb Jahren gegen Real: Maximilian Arnold. picture alliance/dpa

Es war der 6. April 2016, auch damals war es eine Mannschaft aus Spanien, gegen die der VfL Wolfsburg spielte. Es war das letzte Champions-League-Heimspiel für viele Jahre, 2:0 hieß es an diesem denkwürdigen Abend für die Niedersachsen gegen Real Madrid, Cristiano Ronaldo war in die Knie gezwungen worden. Unter anderem von dem Mann, der damals noch junge 22 war und nun am Mittwoch vor dem Duell mit Sevilla auf dem Podium Platz nahm: Maximilian Arnold.

Gegen Madrid schoss der Wolfsburger Mittelfeldchef seinerzeit das 2:0 und somit das letzte Champions-League-Tor des VfL, der im Rückspiel in Bernabeu mit 0:3 verlor. Vieles hat sich verändert seither beim VW-Klub, Arnold aber ist immer noch da, wichtiger denn je. "Mein Spiel hat sich etwas nach hinten verlagert", sagt das groß gewordene Eigengewächs, das einst als Zehner anfing in Wolfsburg und längst tiefer im Mittelfeld die Fäden zieht. Ist er der Chef auf dem Platz? Die Bezeichnung störe ihn nicht, antwortet der 27-Jährige. "Das passt", unterstreicht er und schiebt brav hinterher. "Ich bin hier nicht der Einzige, der das Spiel macht."

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Erste Saison-Niederlage im Rucksack

Dennoch hängt beim VfL mittlerweile vieles davon ab, wie Arnold auftritt. Wie seine Kollegen erwischte auch er zuletzt beim 0:0 zum Königsklassenstart in Lille oder am vergangenen Bundesliga-Spieltag bei der ersten Saisonniederlage gegen Hoffenheim (1:3) nicht seine besten Tage. Mit sich und der Mannschaft ging Anführer Arnold anschließend durchaus hart ins Gericht. Am Mittwoch wiederholte er: "Man hat gesehen, dass wir mit der einen oder anderen Situation zu fahrlässig umgegangen sind. Vielleicht haben wir gedacht nach fünf Spielen ohne Niederlage, dass wir alles mit halber Kraft oder 80 Prozent machen. Ich glaube, das geht in der Bundesliga nicht." In der Champions League sieht das nicht anders aus. "Wir müssen das lernen. Wir sind keine Spitzenmannschaft, das ist noch ein langer Weg."

Den der VfL mit Mark van Bommel gehen möchte. Der neue Trainer schlägt in die gleiche Kerbe. Obwohl Wolfsburg zuletzt Tabellenvierter war und aktuell auf Rang drei steht, sei der VfL noch kein Spitzenteam, betont der Niederländer. "Wir sind auf dem Weg dorthin, aber das dauert." Begegnen sich der VfL und Sevilla, beide Tabellendritter in ihrer Liga, am Mittwoch dennoch auf Augenhöhe? Van Bommel, der bis auf die Langzeitverletzten aus dem Vollen schöpfen kann, macht es abhängig von der Tagesform, der Coach weiß aber um die Stärke der Spanier: "Sevilla spielt über Jahre hinweg international. Wenn sie nicht in der Champions League spielen, gewinnen sie sehr oft die Europa League. Eine erfahrene Mannschaft aus einer Top-Liga."

Wenngleich ein etwas anderes Kaliber als Real Madrid vor fünfeinhalb Jahren. Arnold erinnert sich an das knappe Aus im Viertelfinale von 2016. Was ist in dieser Saison drin für den VfL? "Klar wäre es schön, wenn wir genauso weit kommen wie damals. Erst mal aber gilt es, den Grundstein zu legen." Mit einem Heimsieg gegen Sevilla.

Thomas Hiete

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