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Captain Tsubasa: Rise of New Champions im Test

Schicke Optik, spielerische Schwächen

Captain Tsubasa: Rise of New Champions im Test

Kult-Anime-Fußballer Captain Tsubasa kickt jetzt auf PS4 und PC.

Kult-Anime-Fußballer Captain Tsubasa kickt jetzt auf PS4 und PC. Bandai Namco

"Die tollen Fußballstars", wie die Kult-Serie aus den 1980er Jahren hierzulande hieß, gehen endlich auf PC, PlayStation 4 und Nintendo Switch auf Torejagd. Im Arcade-Spiel Captain Tsubasa: Rise of New Champions feiert ihr ein Wiedersehen mit Tsubasa Ohzora, Genzo Wakabayashi und anderen beliebten Charakteren.

Das neue Spiel orientiert sich stark an der legendären Manga- und Anime-Vorlage, die vor rund 40 Jahren ihr Debüt feierte. Dabei kombiniert der Titel actionreiche Fußball-Matches mit einer dramatischen Story und präsentiert sich stilecht im Look der TV-Serie. Nur eben diesmal in HD. Fans fühlen sich dank der gelungenen Präsentation direkt in ihre Kindheit zurückversetzt, denn Rise of New Champions bietet alles, was das Herz begehrt - inklusive schicker Zwischensequenzen und legendärer Manöver wie Hyugas Tigerschuss.

Kernstück des Spiels ist der Story-Modus, der in zwei Kampagnen unterteilt ist. Eine davon folgt den Geschehnissen der Anime-Serie, in der anderen erstellt ihr euren eigenen Spieler, um gemeinsam mit Tsubasa und seinem Team an der Jugend-Weltmeisterschaft teilzunehmen. Das Geschehen auf dem Platz wird durch umfangreiche Story-Zwischensequenzen samt Entscheidungsmöglichkeiten ergänzt - eine willkommene Abwechslung zum tristen FIFA- oder PES-Alltag.

Die Wahrheit liegt auf dem Platz

Captain Tsubasa: Rise of New Champions ist hübsch anzusehen und fängt das Flair der Serie hervorragend ein. Leider kann das eigentliche Gameplay da nicht mithalten. Grundsätzlich handelt es sich noch immer um ein Fußballspiel, allerdings mit ganz eigenen Regeln. Halbzeiten dauern nur 30 Minuten, Schiedsrichter gibt es nicht. Body-Checks und Blutgrätschen sind nicht nur möglich, sondern ausdrücklich erwünscht. Zumal der Titel das Spielgeschehen mit Beat-em-Up-Elementen und einer einzigartigen Willen-Mechanik würzt. Erfolgreiche Dribblings, Pässe und Abschlüsse füllen eine Leiste, die einzigartige Spielbewegungen oder besonders wuchtige Torschüsse ermöglicht. Blöd nur, dass das auch für die Torhüter gilt. Nur, wenn ihr deren Leiste leert, habt ihr überhaupt die Chance auf ein Tor.

Das frustriert, besonders in Kombination mit der unpräzisen Steuerung, die kaum gezielte Angriffe ermöglicht. Übersicht ist stellenweise ebenfalls Mangelware, besonders wenn sich gerade viele Akteure auf dem Bildschirm tummeln. So verkommt der für seine Unberechenbarkeit bekannte Team-Sport im Spiel leider schnell zu einem monotonen Geduldsspiel, denn nahezu alle Angriffe laufen gleich ab. Heranstürmen, aufs Tor holzen, Abpraller sichern und wieder von vorne. Bis dann irgendwann die Keeper müde gespielt sind und ihr für eure Mannschaft punkten könntet. Auf Dauer mangelt es Captain Tsubasa: Rise of New Champions leider an spielerischer Abwechslung, auch wenn im Onlinemodus mehr Spielspaß aufkommt.

Tsubasa-Fans werden dank spannender Story relativ gut unterhalten. Wer Fußball-Spiele mag, wird mit der gesammelten Konkurrenz allerdings weitaus besser unterhalten.

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Philipp Briel

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