Bundesliga

Bochums Capitano Losilla: Trotz Wacklern praktisch gesetzt

Bochums neuer Coach: Letsch prüft viele Optionen

Capitano Losilla: Trotz Wacklern praktisch gesetzt

Bochums Kapitän Losilla kommt in dieser Saison bisher nicht so richtig in Fahrt.

Bochums Kapitän Losilla kommt in dieser Saison bisher nicht so richtig in Fahrt. IMAGO/Treese

Die personelle Situation hat sich ein wenig entspannt, Bochums neuer Trainer Thomas Letsch kann bei seiner Bundesliga-Premiere fast aus dem Vollen schöpfen. In allen Mannschaftsteilen bieten sich nahezu gleichwertige Alternativen an; keine unangenehme Situation für den 54-Jährigen vor seinem ersten Bundesligaspiel.

Festgelegt hat er sich öffentlich nur auf eine einzige Personalie: Manuel Riemann, in dieser Saison mit einigen Unsicherheiten, wird auch in Leipzig im Kasten stehen. Der Routinier ist weiter gesetzt - gilt das auch für den Senior im Team?

In der Aufstiegs-Saison und auch im ersten Bundesligajahr war Anthony Losilla einer der Schlüsselspieler beim VfL, Verbindungselement zwischen Defensive und Offensive, Dauerläufer, einer, der überall zur Stelle war, um im Dienste der Mannschaft die Löcher zu stopfen.

Der Routinier, nach Frankfurts Makoto Hasebe mit 36 Jahren zweitältester Bundesligaspieler, investiert nach wie vor enorm viel, gehört ja stets zu den Spielern mit dem größten Laufradius, doch so richtig in Form gekommen ist er in dieser Saison noch nicht. Das begann schon in der Vorbereitung, als der lange Franzose sichtlich Probleme hatte, wieder ins Rollen zu kommen. "Wie eine Diesellok", so beschrieb Thomas Reis mal den Mittelfeldmann, der beileibe kein Sprinter, aber auf dem Platz eben unermüdlich und nahezu unersetzlich ist im Mittelfeld-Zentrum. "Nicht alle Spieler kommen nach einer Pause schnell wieder auf Touren", so Reis damals im Trainingslager in Südtirol, "aber bei Toto habe ich tatsächlich gedacht: Oh weh, haben die da den Bruder geschickt?"

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Losilla kam nach diesem Stotterstart wieder auf Touren, mit gutem Stellungsspiel und Auge für die Situation löst er viele Probleme schon in der Entstehung und weiß dabei natürlich auch zu überspielen, dass ihm im Grunde genommen das Tempo fehlt. Gerade gegen Leipzig wird der VfL Bochum in punkto Geschwindigkeit enorm gefordert, das würde prinzipiell gegen einen Einsatz Losillas sprechen. Dennoch ist nicht damit zu rechnen, dass Letsch bei seiner Bochum-Premiere auf das VfL-Denkmal verzichten wird. Zwar lobte er unter anderem ausdrücklich die Trainingsleistungen von Jacek Goralski, der ebenfalls für das defensive Mittelfeld infrage kommen würde. Doch selbst ein Einsatz des polnischen Nationalspielers würde nicht bedingen, dass Losilla auf der Bank Platz nehmen muss. Denkbar wären auch beide nebeneinander auf einer Doppel-Sechs.

Losilla stand in 40 von 41 Bundesligaspielen seit dem Wiederaufstieg in der Startelf

In 40 von bisher 41 möglichen Bundesligaspielen seit dem Wiederaufstieg gehörte Losilla zur Startformation, das wird vermutlich auch in Leipzig nicht anders sein. Der Dauerläufer ist halt immer noch einer der wichtigen Köpfe im Team, auch wenn er nicht lautstark vorangeht, aber mit seiner Präsenz auf dem Platz ist er für den Zusammenhalt des Gefüges ein wichtiger Faktor, nach wie vor.

Voraussichtlich also mit Losilla im Mittelfeld-Zentrum wird der VfL Bochum versuchen, seine mäßige Bilanz gegen Leipzig ein bisschen aufzuhübschen. Im vorigen Jahr unterlag der VfL in Leipzig mit 0:3 und zu Hause mit 0:1. Damit war RB der einzige Gegner, gegen den Bochum ohne Punkt und ohne Tor blieb.

Oliver Bitter

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