Bundesliga

BVB siegt in der Lausitz

Überblick: Dr. Merk sieht Fehler ein - Werder fertigt VfL ab

BVB siegt in der Lausitz

Doppelpack in Cottbus: Markus Brzenska vom BVB.

Doppelpack in Cottbus: Markus Brzenska vom BVB. dpa

Seit 23 Jahren warten die Nürnberger auf einen Bundesliga-Heimsieg gegen Bielefeld und müssen dies auch nach dem Sonntagabend weiter tun. 1:1 hieß es nach 90 Minuten im Stadion am Dutzendteich. Das fünfte Unentschieden des FCN in Folge hilft der Meyer-Elf nicht weiter, auch wenn der Traditionsverein in dieser Saison ungeschlagen bleibt. Böhme hatte die Ostwestfalen mit einem verwandelten Foulelfmeter in Führung gebracht (26.), der Club kam trotz drückender Überlegenheit nur noch zum Ausgleich durch Polak (39.). Die Elfmeter-Situation mit FCN-Keeper Schäfer und Arminia-Angreifer Wichniarek erregte die Nürnberger noch lange nach dem Abpfiff. "So einen Elfmeter muss man geben wollen, sonst kann man ihn nicht geben", sagte FCN-Trainer Hans Meyer, der Merk als "ehemals besten Schiedsrichter Deutschlands" bezeichnete. "Da muss man nicht diskutieren. Die Sache ist eindeutig. Dass er hinterher noch sagt, ich hätte ihn berührt, ist eine Frechheit", analysierte Keeper Schäfer. Tatsächlich war der Arminen-Stürmer von Schäfer in der 25. Minute deutlich sichtbar nicht touchiert worden. Dass Dr. Merk nach Studium der TV-Bilder seinen Irrtum einsah, nutzt dem Club freilich nichts mehr. "Wir haben uns die TV-Bilder angeschaut. Da gibt es keine zwei Meinungen. Ich würde den Elfmeter nie mehr geben", erkannte der ehemalige Weltschiedsrichter.

Borussia Dortmund baute die makellose Bilanz gegen Cottbus aus und blieb im siebten Spiel gegen die Lausitzer ungeschlagen. Im Stadion der Freundschaft gewann der BVB mit 3:2 (1:1) und feierte den zweiten Auswärtssieg. Bereits in der 2. Spielminute brachte Brzenska mit dem Kopf die Westfalen nach Ricken-Freistoß in Führung, doch nur Sekunden später machte es ihm da Silva nach und glich aus (3.). Nach der Pause sorgten dann erneut Brzenska (57.) und Frei mit einem herrlichen Volleyschuss (59.) mit einem Doppelschlag für die Entscheidung zu Gunsten der Dortmunder. Munteanus Anschlusstreffer durch einen verwandelten Foulelfmeter kam zu spät (89.).

Der FC Bayern hat am Samstag Hertha BSC abblitzen lassen, die Berliner mit einem 2:4 nach Hause geschickt und auch von Rang eins gestoßen. Die Mannschaft von Trainer Felix Magath, mit drei Spitzen angetreten, zeigte im Topspiel von Beginn an neben Einsatzwillen gelungene Aktionen und ging durch Makaay nach einem Traumpass von Podolski früh in Führung. Sagnol legte bereits nach einer Viertelstunde gegen die im ersten Durchgang überforderte Götz-Elf nach. Als Pizarro für die kombinationssicheren Bayern auf 3:0 erhöhte (53.), schien die Partie gelaufen. Fathis erster Bundesligatreffer und Pantelics Tor zum 2:3 ließen Hertha nochmal hoffen, doch Podolski machte alles klar. Die "Alte Dame" bleibt in München ein gerngesehener Gast (18/4/2) und wartet seit ihrem Wiederaufstieg 1997 beim Rekordmeister bei zwei Remis weiter auf einen Dreier.

Der 7. Spieltag

Schalke siegt im Krisen-Duell

Der Hamburger SV bleibt auch im 14. Pflichtspiel in Serie ohne Sieg und weiter auf einem Abstiegsrang. Die erhoffte Trendwende blieb gegen Schalke aus, obwohl Trochowski die Führung der "Knappen" durch Halil Altintop (16.) nach einer halben Stunde ausgleichen konnte. Doch der HSV musste dann drei Nackenschläge einstecken: Gelb-Rot für Jarolim (43.), einen Elfmeterfehlschuss von Sanogo (48.) und das 1:2 durch einen Kopfball von Bordon (53.). Die "Königsblauen", zuletzt nach zwei Pleiten in der Fremde und dem Ausscheiden aus dem UEFA-Cup im Stimmungstief, bleiben nach dem Sieg im "Krisengipfel" auf einem Spitzenplatz.

Werder schießt Bochum ab

In der Rolle des Außenseiters sah sich Bochum im Heimspiel gegen Bremen, als "harte Nuss" schätzte VfL-Akteur Dabrowski seinen Ex-Klub (1995-2001) Bremen ein. Als die erwies sich die Schaaf-Elf dann auch und schoss den VfL mit 6:0 vom Platz. Die Mannen von der Weser sind gegen den Wiederaufsteiger nun seit zehn Partien bei acht Siegen ohne Niederlage und stehen nach dem Erfolg erstmals in dieser Saison auf Rang eins. Hunt eröffnete den Torreigen, Naldo setzte den Schlusspunkt gegen das überforderte Schlusslicht, das die höchste Heimniederlage in der Fußball-Bundesliga kassierte.

Gladbach siegt im VfL-Duell – Frankfurt weiter ungeschlagen

Einen Schritt schneller als Wolfsburgs van der Leegte (li.) und Torschütze zum 2:1: Gladbachs Oliver Neuville (re.).

Einen Schritt schneller als Wolfsburgs van der Leegte (li.) und Torschütze zum 2:1: Gladbachs Oliver Neuville (re.). dpa

Gladbach kam im vierten Heimspiel in dieser Saison zum vierten Erfolg. Wolfsburg ging zwar durch einen Madlung-Kopfball in Führung (16.), doch Kluge (34.) und Neuville (35.) drehten durch einen schnellen Doppelschlag die Partie. Der eingewechselte David Degen, der sein Saisondebüt feierte, machte den Sack für die Borussia zu. Die "Wölfe" konnten nach dem Überraschungssieg gegen Bayern (1:0) nicht nachlegen und bleiben in unteren Tabellenregionen.

Hannover muss auch unter Dieter Hecking weiter auf den ersten Heimsieg warten. 96 musste sich gegen die weiter ungeschlagene Eintracht aus Frankfurt trotz Führung mit einem 1:1 begnügen. Tarnat hatte die Chance auf das 2:0, doch er scheiterte per Elfmeter an Eintracht-Torwart Pröll. Dies sollte sich in Durchgang zwei rächen, als Meier für das vierte 1:1-Auswärtsremis der Hessen sorgte.

Beim VfB platzt der Heimknoten

Nur 22 Heimzähler in der vergangenen, nur einer aus bisher drei Partien der laufenden Spielzeit - so lautete die Bilanz des VfB vor der Partie gegen Leverkusen. Nach dem Spiel können die Schwaben aufatmen, der "Heimkomplex" kann nach dem 3:0 gegen die Werkself erst einmal ad acta gelegt werden. Gomez traf nach 22 Minuten, Boka erhöhte mit einem abgefälschten Schuss kurz nach der Pause. Nach Gelb-Rot für Ramelow, scheiterte da Silva zunächst per Handelfmeter an Torwart Butt, doch Hitzlsperger traf vier Minuten nach seiner Einwechslung mit seinem ersten Saisontor zum 3:0.

Wer hätte das gedacht: Die Alemannia ist ganz vorne!

Wer hätte das gedacht? Die Alemannia kletterte in Mainz vorübergehend an die Spitze! dpa

Am Freitagabend waren erstmals der FSV Mainz 05 und Alemannia Aachen in der Bundesliga aufeinandergetroffen. Und für die Aachener wird diese Partie noch einen anderen historischen Wert haben: Nach einem 3:1-Erfolg stand die Elf vom Michael Frontzeck zumindest kurzzeitig an der Tabellenspitze. Dabei hatte es für die Mainzer so gut begonnen: Rose brachte die Klopp-Elf in der 29. Minute verdient in Führung, doch Aachen wachte sofort auf und drehte durch Stehle (33.) und Rösler (38.) innerhalb weniger Minuten die Partie. Ebbers machte in der 78. Minute schließlich alles klar.