Bundesliga

Bundesliga - Rangliste

Winter 2020/21
Edmond Tapsoba

Rangliste Winter 2020/21: Innenverteidiger

Wer warum wo steht: Tapsoba hängt auch Hummels ab

Weltklasse

keiner

Internationale Klasse

Edmond Tapsoba
Leverkusens Tapsoba führt das Ranking der Innenverteidiger an. Angesichts der Konkurrenz auf dieser Position sicher eine Überraschung, nicht aber, wenn man die Leistung des vor einem Jahr von Vitoria Guimaraes gewechselten Talents in der Hinrunde betrachtet. Der 21-Jährige ist bei Bayer nicht nur Stammspieler, sondern konstanter Leistungsträger, er überzeugt durch seine Zweikampfstärke, sein defensives Kopfballspiel, seine Schnelligkeit und hat zudem einen starken Spielaufbau. Was Tapsoba noch fehlt, ist die Torgefährlichkeit bei offensiven Standards, er blieb ohne Liga-Tor.

Mats Hummels
Hummels war in der wechselhaften Hinrunde der Dortmunder Borussia der unangefochtene Abwehrchef, eine der Konstanten, ein lauter Leader, der vorweggeht und oft mitreißt. Allerdings erlaubte sich der frühere Nationalspieler, der sich mit drei Treffern zudem torgefährlich zeigte, auch drei Ausrutscher: Beim 1:3-Auftakt in der Champions League in Rom (Note 4,5), bei der desaströsen 1:5-Niederlage gegen den VfB Stuttgart, die das Ende von Lucien Favre als BVB-Trainer bedeutete, und beim 1:2 gegen Leverkusen (jeweils Note 5). Dennoch kommt er in der Liga auf einen beachtenswerten Notenschnitt von 3,03. Defizite in der Schnelligkeit kompensiert er mit (meist) gutem Stellungsspiel, im Spielaufbau gibt es kaum bessere Strategen.

Matthias Ginter
Ginter sticht als einer der besten Zweikämpfer der Liga hervor, mit starken Auftritten in der Champions League hat sich der 27-jährige Gladbacher auch als Persönlichkeit entwickelt und ist in die Rolle als Abwehrsouverän gewachsen. Da konnte der Nationalspieler auch das Mitwirken beim 0:6 in Spanien kompensieren, zumal er dort als Rechtsverteidiger aushalf.

Willi Orban
Der Routinier ruft sein Spiel verlässlich ab, ist Kopf der Leipziger Dreierkette und der im abgelaufenen Halbjahr beste RB-Verteidiger. Auch in der Champions League mit überzeugenden Leistungen.

Marvin Friedrich
Friedrich war eine der tragenden Säulen der starken Hinrunde des 1. FC Union Berlin. Defensiv solide und so gut wie fehlerfrei, mit deutlichen Fortschritten in der Spieleröffnung und ständiger Gefahr bei Offensivstandards. Vier Tore erzielte der 25-Jährige nach Standardsituationen, ein Faktor des eisernen Aufschwungs.

Dayot Upamecano
Vom Potenzial her ist der junge Franzose vielleicht der beste Leipziger Abwehrspieler, bei aller Klasse im Zweikampf leistete er sich aber auch immer mal wieder Aussetzer im Aufbauspiel. Auch auf internationalem Parkett ist noch Luft nach oben.

Nationale Klasse

Ibrahima Konaté
Verletzungsbedingt konnte der 21-Jährige nur zwölf Spiele absolvieren, die Hälfte davon in der Champions League. Glanzstück war der Auftritt gegen Paris St. Germain.

Jerome Boateng
Boateng war in einer ungewöhnlich anfälligen Bayern-Innenverteidigung noch der beste Spieler. In der Liga abgesehen von den Leistungen in den Spielen bei Union Berlin und gegen Mainz 05 solide, in der Champions League wie so viele seiner Mitspieler auf deutlich höherem Niveau: Nach der Gruppenphase mit fünf Siegen steht der Notenschnitt bei 2,33 in drei absolvierten Spielen.

Jonathan Tah
Nach einer Rückrunde, in der er nach Tapsobas Verpflichtung seinen Stammplatz bei Bayer verloren hatte, hat er sich diesen zurückerkämpft. Das gelang mit einer fußballerischen Weiterentwickung (Spieleröffnung) und gesunder Aggressivität. Kleine Konzentrationsschwächen ist er nicht ganz losgeworden.

Marcel Halstenberg
Bis auf Ausreißer gegen Dortmund und Manchester United eine echte Konstante im Leipziger Spiel, zuverlässig und stark in der Luft.

Manuel Gulde
Mit dem clevereren Zweikämpfer und guten Kopfballspieler ist Freiburgs historische Siegesserie eng verbunden - auch durch ein wichtiges Tor gegen Hertha.

John Anthony Brooks
Steigerte sich in seiner Leistung, auch dank des Nebenmanns Maxence Lacroix. Ihn zeichnen Zweikampfstärke, Präsenz in der Luft und ein guter Aufbau mit präzisen Diagonalbällen aus. Der Wolfsburger leistete sich gegen Hoffenheim und Frankfurt aber auch Fehler vor Gegentoren.

Maxence Lacroix
Bewältigte den Sprung aus der französischen 2.Liga zum VfL. Selbstbewusst im Aufbau, schnell und mit erstaunlicher Gelassenheit.

Philipp Lienhart
Zu Saisonbeginn hatte der Österreicher wie alle Freiburger Anlaufprobleme. Mit dem Wechsel zur Dreierkette ab dem 9. Spieltag agierte er aber konstant stark und war mit drei Treffern auch torgefährlich.

Wer warum fehlt

Manuel Akanji
Startete gut, hatte aber wie der ganze BVB einen Hänger. Die hohe Fehlerquote konnte er senken, ganz ohne Patzer blieb er aber nicht.

David Alaba
Als Abwehrchef des FC Bayern geriet Alaba in und mit der wackligen Defensive mit 25 Liga-Gegentreffern in der Hinrunde oft ins Schwimmen. Der Österreicher leistete sich viele Fehler, noch nie war der Notenschnitt des 28-Jährigen schlechter als in der abgelaufenen Halbserie. So rutschte Alaba, im Sommer noch Innenverteidiger Nummer eins und nah an der Weltklasse, komplett aus dem Ranking.

Joakim Nilsson
Der zweimalige Sieger der Zweitliga-Rangliste wurde durch eine Verletzung im Sommer zurückgeworfen und suchte lange seine Form. Zuletzt deutete er an, das Niveau des Vorjahres auch eine Liga höher konstant zeigen zu können.

Felix Uduokhai
Der 23-Jährige war in der Hinserie erstmals für die DFB-Auswahl nominiert, ist kopfballstark, schnell und geschickt im Zweikampf, war aber wie das ganze FCA-Team nicht stabil genug.

Die Rangliste der Innenverteidiger bildet Teil zwei der kicker-Rangliste im Winter 2020/21. Die Rankings aller Positionen - von Torwart bis Stürmer - inklusive Erläuterungen zu den Hintergründen und Expertenmeinungen finden Sie in der Montagausgabe des kicker (auch als eMagazine).