2. Bundesliga

Eintracht Braunschweig: Daniel Meyer rechnet mit seiner Defensive ab

Rückschlag für Eintracht Braunschweig

BTSV-Coach Meyer rechnet mit seiner Defensive ab

Er war besonders mit der Defensivleistung im Heimspiel nicht einverstanden: BTSV-Coach Daniel Meyer.

Er war besonders mit der Defensivleistung im Heimspiel nicht einverstanden: BTSV-Coach Daniel Meyer. imago images

Nach zwei Spielen ohne Niederlage (1/1/0) wähnte sich Braunschweig eigentlich auf dem Weg der Besserung. Die 1:3-Niederlage gegen den KSC aber holte die Eintracht unwirsch auf den Boden der Tatsachen zurück. "Wir liegen nach 18 Minuten schon wieder mit 0:2 durch ein Standard- und ein Eigentor zurück", kritisierte Meyer. "Wir mussten wieder einem Rückstand hinterherrennen, was sowohl körperlich als auch mental ermüdend ist."

Schon zum dritten Mal schlug es bei den Blau-Gelben in der Anfangsviertelstunde ein, in der ersten halben Stunde sind es mittlerweile schon sechs Gegentreffer. "Wir waren heute von Anfang an nicht in der Partie und mit dem Kopf irgendwo anders", gab Innenverteidiger Robin Ziegele zu. "Es ist nicht das erste Mal, dass wir nicht gut ins Spiel kommen", stimmte auch Sturmtank Nick Proschwitz, der zwischenzeitlich für den einzigen BTSV-Treffer gesorgt hatte, mit ein. "Das passiert uns in den vergangenen Wochen permanent. Daran müssen wir arbeiten und uns verbessern, sonst wird es in jedem Spiel schwer."

Wir haben heute verdient verloren, weil wir nicht zweitligatauglich verteidigt haben.

Daniel Meyer

Doch nicht nur die Tatsache der frühen Gegentore stieß den Löwen sauer auf, sondern auch das Zustandekommen: Beim 0:1 kam Kyoung-Rok Choi nach einer Ecke frei von der Strafraumgrenze zum Schuss, den Ziegele unglücklich ins eigene Tor lenkte (14.). Dann hob Marvin Wanitzek einen 18-Meter-Freistoß über die Fünf-Mann-Mauer ins linke Eck (18.). Der K.o. dann in der 63. Minute nach einer Slapstick-Aktion von Ziegele, der den Ball mit der Hacke in den Lauf von Philipp Hofmann leitete, dessen Querpass Choi zum 1:3 einschob.

"Wir haben heute verdient verloren, weil wir nicht zweitligatauglich verteidigt haben", rechnete Meyer knallhart mit seiner Defensiv ab. "Für uns wiederholen sich gewisse Muster. Es war nicht ausreichend, wie wir verteidigen. Über die gesamte Spieldauer war das Defensivverhalten nicht okay. Wir haben uns durch eigene Unzulänglichkeiten in Schwierigkeiten gebracht. Fehlende Absprachen, technische Fehler und überhastete Aktionen - in diesem Bereich ist aktuell keine Entwicklung zu sehen. Wir alle müssen uns da ernsthaft hinterfragen und schnellstmöglich ein anderes Gesicht zeigen. Wenn man als Team defensiv so fahrig und fehlerhaft auftritt, gewinnt man kein Spiel."

Selbstkritische Spieler

Auch Ziegele, der einen gebrauchten Tag erlebte (kicker-Note 5,0) zeigte sich selbstkritisch: "Wir haben zu viele Fehler gemacht und dem KSC die Bälle geschenkt. In der Abwehr hat heute einiges nicht gestimmt. Wir haben die gleichen Fehler wie immer gemacht. Es kann nicht sein, dass wir es nicht schaffen, das zu ändern."

Kurz vor dem 1:3 hatte Proschwitz sogar die Riesenchance auf den Ausgleich, doch konnte er nicht mehr schnell genug reagieren. Braunschweigs Top-Torjäger (vier Treffer) sieht wohl auch deshalb Steigerungspotenzial in beide Richtungen: "Wir haben es hinten nicht gut verteidigt und die offensiven Aktionen nicht gut zu Ende gespielt. Wir waren heute einfach nicht gut genug."

Wer stellt den Wecker am Böllenfalltor?

Schon am Freitag will die Eintracht ein anderes Gesicht zeigen. Am Böllenfalltor geht es zum SV Darmstadt 98. Von Beginn an wach zu sein könnte sich dort auf den Erfolg auswirken: Die Lilien kassierten schon sieben Tore in der ersten halben Stunde - mehr als der BTSV und alle anderen Zweitligisten.

cru

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