Olympia

Brennauer im Zeitfahren Sechste - Säbelfechter um Bronze - Rassismus: TV-Reporter gefeuert

Olympia-Splitter vom Mittwoch

Brennauer im Zeitfahren Sechste - Säbelfechter um Bronze - Rassismus: TV-Reporter gefeuert

Landete im Zeitfahren auf Rang sechs: Lisa Brennauer. 

Landete im Zeitfahren auf Rang sechs: Lisa Brennauer.  picture alliance

+++ Fechten: Hartung & Co. verlieren Halbfinale +++

Die deutschen Fechter müssen weiter um ihre ersehnte erste Medaille in Tokio kämpfen. Die Säbel-Herren verloren im Halbfinale des Mannschaftswettbewerbs am Mittwoch knapp mit 42:45 gegen die in der Weltrangliste führenden Südkoreaner und treten damit nun im kleinen Finale um Bronze gegen Ungarn an. Zuvor hatte sich das Dormagener Trio Max Hartung, Matyas Szabo und Benedikt Wagner souverän mit 45:28 gegen das Team des Russischen Olympischen Komitees (ROC) durchgesetzt.

Szabo holte die Deutschen gegen Südkorea nach 21:25-Rückstand im sechsten Duell zwar zurück ins Gefecht. Athletensprecher Hartung, der sein Karriereende nur allzu gerne mit der ersten olympischen Medaille krönen würde, blieb in seinen drei Duellen mit den Asiaten aber sieglos. In der abschließenden Paarung verletzte sich Szabo dann und musste an Ersatzfechter Richard Hübers übergeben. Der konnte die Niederlage gegen Südkoreas Topmann San-guk Oh nicht mehr verhindern.

Nachdem sie bei den Spielen 2016 in Rio de Janeiro erstmals seit 36 Jahren ohne Medaille geblieben waren, wollen die deutschen Fechter eine erneute Nullnummer in Japan unbedingt verhindern. 

+++ Judo: Scoccimarro ausgeschieden, Trippel weiter +++

Judoka Giovanna Scoccimarro ist im Viertelfinale gescheitert, hat aber über die Hoffnungsrunde noch die Chance auf eine Bronze-Medaille. Die 23-Jährige aus Wolfsburg unterlag am Mittwoch in der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm in der Runde der besten acht der Japanerin Chizuru Arai. Damit kämpft sie im Nippon Budokan in Tokio nun gegen Elisavet Teltsidou aus Griechenland um den Einzug in den Bronze-Kampf und damit die Chance auf die erste Medaille für das Team des Deutschen Judo-Bundes. Zuvor hatte sich die Weltranglisten-Neunte mit zwei Siegen bei ihrer Olympia-Premiere ins Viertelfinale gekämpft.

In der Gewichtsklasse bis 90 Kilogramm zog Eduard Trippel ins Achtelfinale ein. Der 24-Jährige aus Rüsselsheim setzte sich durch Waza-ari gegen den Serben Nemanja Majdov durch, der in der Weltrangliste neun Ränge vor ihm platziert ist. Im Viertelfinale trifft er auf den Südkoreaner Gwak Donghan. Dominic Ressel war am Dienstag der erste deutsche Judoka, der über seinen Auftaktkampf hinauskam. Er wurde nach einer Niederlage im Bronze-Kampf Fünfter.

+++ Nach Köhler-Bronze: Steffen "stolz wie Schwester" +++

Olympiasiegerin Britta Steffen hat sich nach der ersten deutschen Beckenmedaille seit ihrem Doppel-Gold von Peking 2008 herzlich mit Sarah Köhler gefreut. "Ich bin stolz wie eine ältere Schwester auf ihre jüngere. Sie hat das fantastisch gemeistert. Ich bin sehr glücklich, dass sie endlich den Bann vom Team genommen hat", sagte Steffen der Deutschen Presse-Agentur. Köhler hatte über 1500 Meter Freistil bei den Sommerspielen in Tokio Bronze gewonnen.

"Da wir freundschaftlich verbunden sind, freut es mich enorm, dass sie nach 13 Jahren die erste Medaille nach mir geholt hat. Es ist einfach eine ganz große Leistung. Ich bin ganz aufgekratzt", würdigte die 37-Jährige Steffen der Köhler-Auftritt in klarer deutsche Rekordzeit von 15:42,91. Der Sieg ging an die Amerikanerin Katie Ledecky vor deren Teamkollegin Erica Sullivan.

Was die Medaille für das deutsche Schwimmen bedeutete, vermochte Steffen im ersten Moment nicht einzustufen. "Diese Frage muss sicher direkt an das Team gestellt werden. Mir hätte es damals gezeigt, sie kann das - dann kann ich das auch schaffen! Das schafft wieder mehr Selbstbewusstsein", sagte Steffen. Durch Doppel-Weltmeister Florian Wellbrock hat der Deutsche Schwimm-Verband in Tokio weitere Medaillenchancen, sogar die Möglichkeit auf Gold.

Die deutschen Medaillengewinner von Tokio

+++ Rad: Brennauer im Zeitfahren Sechste +++

Die deutsche Meisterin Lisa Brennauer hat die erhoffte erste deutsche Radsport-Medaille klar verpasst. Die Ex-Zeitfahr-Weltmeisterin aus Durach belegte am Mittwoch im Einzelzeitfahren auf dem Fuji International Speedway Platz sechs. Neue Olympiasiegerin ist die Niederländerin Annemiek van Vleuten, die nach 22,1 Kilometern am Fuße des Mount Fuji 56,47 Sekunden schneller war als Marlen Reusser aus der Schweiz. Bronze gewann die Niederländerin Anna van der Breggen. Die zweite Deutsche, Lisa Klein aus Erfurt, belegte am Ende Platz 13.

Der anspruchsvolle Kurs rund um die Teststrecke des Autoherstellers Toyota verlangte den Fahrerinnen bei Temperaturen von über 30 Grad alles ab. Mit über 400 Höhenmetern wies die Strecke praktisch keine flachen Abschnitte auf. Brennauer war bereits im Straßenrennen Sechste geworden und galt zumindest als Mitfavoritin auf Bronze. Doch schon bei den Zwischenzeiten lag die 33 Jahre alte Allgäuerin deutlich zurück und hatte im Ziel einen Rückstand von 1:57,22 Minuten auf van Vleuten. Klein lag am Ende 2:48,48 Minuten zurück.

+++ Tennis: Koepfer scheitert an Carreno Busta

Für Dominik Köpfer war Pablo Carreno Busta letztlich erwartungsgemäß eine Nummer zu groß. Der Deutsche verlor sein Achtelfinale gegen den Spanier mit 6:7 (7:9), 3:6, nachdem er im ersten Satz zwei Satzbälle nicht hatte nutzen können.

+++ Schwimmen: Hentke nach Aus vor Karriereende +++

Schwimmerin Franziska Hentke steht nach dem Halbfinal-Aus über 200 Meter Schmetterling vor dem Ende ihrer Karriere. "Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit wird das das letzte Rennen gewesen sein", sagte die 32-Jährige am Mittwoch in Tokio. Hentke hatte als 13. mit einer Zeit von 2:10,89 Minuten den Endlauf verpasst. "Ich würde es gerne erklären, aber ich kann es nicht", sagte die langjährige Leistungsträgerin der deutschen Schwimmer.

Hentke war 2017 Vizeweltmeisterin und 2016 Europameisterin über ihre Paradedistanz geworden. In 2:05,26 Minuten hält sie den nationalen Rekord. "Fakt ist, dass 2:10 absolut nichts ist und ich es aktuell nicht erklären kann", sagte die Magdeburgerin sichtlich niedergeschlagen und mit leiser Stimme über ihre Zeit.

"Es ist schön, hier zu sein, das noch einmal miterleben zu dürfen. Ich hätte mir trotzdem einen besseren Ausgang gewünscht", sagte Hentke und meinte: "Es ist, wie es ist. Schade drum. Das Leben geht weiter." Schnellste der Halbfinals war die Chinesin Zhang Yufei, die für die vier Bahnen 2:04,98 Minuten benötigte.

+++ Dressur: Werth will noch nicht aufhören +++

Die erfolgreichste Dressurreiterin der Welt, Isabell Werth, denkt noch längst nicht an ein Karriereende. "Ein paar Tage werden es noch", sagte die 52 Jahre alte Reiterin am Mittwoch, einen Tag nach dem Gewinn von Team-Gold in Tokio - und ihrem siebten Olympiasieg. "Ich fühle mich noch jung. Wie lange der Weg im internationalen und olympischen Sport sein wird, werden wir in Ruhe abwarten und sehen." Ihr mache es nach wie vor ungeheuren Spaß, "Pferde in den Sport hinein zu entwickeln, von einem jungen Pferd zu einem Spitzenpferd". In Tokio hat sie die Stute Bella Rose geritten.

Viel vor hat auch Jessica von Bredow-Werndl, die mit 35 Jahren die Jüngste des Dressur-Trios ist, zu dem noch Dorothee Schneider (52) zählt. "Ich fühle mich am Anfang meines Weges und freue mich, dass ich die große Etappe zu den Olympischen Spielen geschafft habe und hier mit einer Goldmedaille sitzen darf", sagte die Olympia-Debütantin. 

Nach dem 14. Olympia-Gold für ein deutsches Dressur-Team hatten die drei Reiterinnen im Stall mit den Pferden und den Pflegern noch eine dreiviertel Stunde gefeiert, Sushi und Pizza gegessen und etwas getrunken. "Das war sehr feierlich, herzlich, intim und schön", sagte von Bredow-Wendl. Für die drei Pferde gab es zur Belohnung Bananen.

+++ Handball: Dänen souverän im Viertelfinale +++

Dänemark, Olympiasieger von 2016 in Rio, steht beim in Tokio vorzeitig im Viertelfinale. Der Weltmeister setzte sich am Mittwoch klar mit 31:21 (12:7) gegen Bahrain durch. Nach dem dritten Sieg im dritten Spiel sind die Dänen in der Vorrundengruppe B nicht mehr von den ersten vier Plätzen zu verdrängen.

Der gebürtige Färinger Johan Hansen war mit sechs Treffern bester Schütze der Skandinavier, die mit klaren Siegen gegen Gastgeber Japan (47:30) und Ägypten (32:27) ins Turnier gestartet waren. 

+++ Rudern: Erstes Gold an Rumänien und Frankreich +++

Die erste Medaille im Rudern geht nach Rumänien. Im Doppelzweier der Frauen gewann das rumänische Boot mit olympischer Bestleistung und deutlichem Abstand. Das knappere Duell um Silber entscheidet Neuseeland für sich. Bronze geht an die Niederländerinnen.

Auch in der ersten Männer-Entscheidung im Doppelzweier der Männer gab es prompt einen olympischen Rekord: Es gewann das französische Duo knapp vor dem niederländischen Boot. Bronze ging an Weltmeister China. 

+++ Turnen: Biles erhält prominente Unterstützung +++

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, hat US-Turn-Superstar Simone Biles nach dem Ausstieg im Mannschaftsfinale Mut zugesprochen. "Dankbarkeit und Unterstützung sind das, was Simone Biles verdient", twitterte Psaki. 

Biles hatte in Japan am Dienstag nach dem ersten Gerät, dem Sprung, den Wettkampf aufgegeben. Die viermalige Olympiasiegerin Biles ließ offen, ob sie am Donnerstag im Einzel-Mehrkampf in Tokio antreten wird. Ohne sie hatten die USA Platz zwei hinter den russischen Turnerinnen belegt.

+++ Rassistischer Kommentar: TV-Reporter entlassen +++

Wegen einer rassistischen Äußerung gegen den südkoreanischen Tischtennisspieler Jeoung Young Sik ist ein griechischer TV-Reporter fristlos entlassen worden. Dies bestätigte der Sender "ERT" am Dienstag. Der Reporter Dimosthenis Karmoiris hatte am Dienstagmorgen die Partie zwischen dem Griechen Panagiotis Gionis und Jeoung kommentiert und sich abfällig über den Südkoreaner geäußert. Insbesondere spielte er dabei auf die Augen des Asiaten an. 

Jeoung setzte sich mit 4:3 gegen den Griechen durch. Wenig später bezwang er im Achtelfinale auch den deutschen Altmeister Timo Boll mit 4:1.

+++ Fußball: "Nepartak" zieht über deutschen Spielort +++

Der Tropensturm "Nepartak" hat am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) rund 350 Kilometer nördlich von Tokio in Miyagi Festland erreicht. Im Miyagi Stadium treffen die deutschen Fußballer ab 10.00 Uhr MESZ in ihrem letzten Gruppenspiel auf die Elfenbeinküste. Bis dahin soll das Unwetter aber weitgehend abgezogen sein. Laut Vorhersage soll "Nepartak" am Abend deutlich abgeschwächt auf das offene Meer weiterziehen.

Die Taifunsaison in Japan dauert von Mai bis Oktober, mit den Höhepunkten im August und September. "Nepartak" war bereits der achte Tropensturm in diesem Jahr. 2019 hatte der Taifun Hagibis Japan während der Rugby-WM getroffen, mehr als 100 Menschen verloren damals ihr Leben.

Die Splitter vom Dienstag:

"Geheul und Geschrei" - Ohren-Biss in Tokio - Wirbel um Party im olympischen Dorf

jom

Das wurde aus den Silbermedaillengewinnern von 2016