Bundesliga

Bremens Heim-Horror und das Kopfballgegentor - Bayern besteht in Köpenick

26. Spieltag: BVB Derbysieger - Gladbach zieht an Leipzig vorbei

Bremens Heim-Horror und das Kopfballgegentor - Bayern besteht in Köpenick

Sah gleich drei Kopfballgegentore gegen Leverkusen - und notierte ein 1:4: Werder-Trainer Florian Kohfeldt.

Sah gleich drei Kopfballgegentore gegen Leverkusen - und notierte ein 1:4: Werder-Trainer Florian Kohfeldt. imago images

Friedl überrannt - Havertz bestraft Werder

Abstiegsbedrohte Bremer bekamen es zum Abschluss des 26. Bundesliga-Spieltags am Montag mit Leverkusen um den 17-jährigen Debütanten Wirtz (drittjüngster Spieler der Bundesliga-Geschichte) zu tun - und standen zunächst tief, setzten auf Konter. Der Plan sollte nicht aufgehen, weil sich zunächst Friedl von Diaby vernaschen wie überrennen ließ und direkt darauf Havertz aus schwieriger Lage zum 1:0 und zugleich zum 1000. Auswärtstor in der Leverkusener Bundesliga-Geschichte einköpfte (28.). Fünf Minuten später legte Havertz - erneut per Kopf - das zweite Bayer-Tor nach (33.). Da brachte es nichts, dass Gebre Selassie zwischenzeitlich die längste Durststrecke vor heimischer (Geister-)Kulisse von 490 Minuten beendete (30.). Die Führung gab der Werkself Sicherheit - was nach einem weiteren Angriff zum 3:1 führte (61., Weiser traf per Kopf). Drei Kopfballgegentore hatte es für die Grün-Weißen zuletzt am 1. März 2003 gegeben - beim 0:3 gegen Leverkusen. Demirbay mit seinem ersten Tor für Bayer sorgte noch für das 4:1 (78.).

Während Bayer am Ende ein 4:1 feierte und den Kontakt zu den Champions-League-Rängen wahrte, sammelte Werder einen weiteren Negativrekorde ein - ist nun erstmals in der eigenen Bundesliga-Geschichte zehn Heimspiele am Stück sieglos.

Lewandowski ebnet den Münchner Weg

Die Konkurrenz aus Dortmund hatte vorgelegt, am Sonntag musste der FC Bayern bei Aufsteiger Union Berlin nachziehen. Dem Treffer von Müller wurde wegen einer haarscharfen Abseitsentscheidung noch die Anerkennung verweigert (18.), in der 40. Minute war es aber soweit: Subotic sprang der Ball ein wenig zu weit weg, Goretzka ging dazwischen und bekam dann einen Tritt des Ex-Dortmunders im Strafraum ab. Lewandowski blieb vom Punkt eiskalt - sein 40. Pflichtspieltreffer in dieser Saison. Auch in Hälfte zwei gab der Rekordmeister den Ton an, offensiv waren die Köpenicker kaum zu sehen. In der 80. Minute setzte sich Pavard nach einer Ecke im Luftkampf gegen gleich drei Union-Akteure durch und stellte auf 2:0. Dabei blieb es, die Bayern liegen damit wieder vier Punkte vor dem BVB und sechs Zähler vor dem Dritten aus Mönchengladbach.

Faust drauf: Serge Gnabry gratuliert Robert Lewandowski.

Faust drauf: Serge Gnabry gratuliert Robert Lewandowski. picture alliance

Erst Köln, dann Mainz - Remis am Rhein

Vier Tore brachte das Duell der beiden Karnevalsvereine hervor. Zunächst bog der 1. FC Köln auf die Siegerstraße ein und schien seinen Höhenflug auch nach der Zwangspause fortsetzen zu können. Uth früh vom Elfmeterpunkt und Kainz per Kopf kurz nach Wiederanpfiff sorgten für ein 2:0. Doch Mainz, das schon in Durchgang eins zwei gute Chancen ausließ, kam noch einmal zurück. Awoniyi durch seine Bundesliga-Premiere sowie Kunde per Sololauf unter "Begleitschutz" der Effzeh-Abwehr stellten binnen gut zehn Minuten den Ausgleich her. Eine offene Schlussphase brachte zahlreiche Wechsel und Gelbe Karten, jedoch keine weiteren Tore mehr.

Erling Haaland und Alassane Plea

Starker Start: Dortmunds Erling Haaland und Gladbachs Alassane Plea feierten verdiente Siege mit ihren Teams. Getty Images/imago images

Haaland & Co. lassen Schalke abblitzen

Borussia Dortmund ist am Samstag der Re-Start im Derby gegen den FC Schalke 04 glänzend gelungen. Haaland sorgte nach knapp einer halben Stunde für das erste Bundesliga-Tor nach der Corona-Pause. Nach Flanke von Hazard, der im letzten Moment für Reyna (Probleme beim Aufwärmen) in die Startelf gerückt war, vollendete der Norweger in der Mitte stark (29.). Vor der Geisterkulisse im Signal-Iduna-Park legten Guerreiro (45.) und Hazard (48.) für den BVB, der ohne die verletzten Reus, Can, Witsel und Zagadou antrat, kurz vor und kurz nach der Pause nach. Die Borussia, bei der Sancho erst in der 79. Minute eingewechselt wurde, hatte noch nicht genug: Mit seinem zweitem Treffer sorgte Guerreiro für den 4:0-Endstand und damit für den höchsten Dortmunder Derbysieg seit 1966.

Auch Schalke sorgte im Übrigen für Historisches: Als erster Bundesligist nutzten die Königsblauen am Samstag die neuen Möglichkeiten und wechselten fünfmal aus - wie wenig später im Übrigen auch der SC Paderborn und Hertha BSC.

Leipzig hat am Ende sogar noch Glück

Während die Dortmunder im Titelrennen damit gleich wieder auf Touren kamen, leistete sich RB Leipzig einen Ausrutscher. Trotz bester Chancen, so vergab Lookman aus wenigen Metern freistehend, mussten sich die Leipziger im Heimspiel gegen den SC Freiburg mit einem 1:1 begnügen. Nachdem die schmeichelhafte Führung für den Sport-Club (Gulde, 34.) lange Bestand hatte, gelang Poulsen in der 77. Minute nur der Ausgleich. In der Nachspielzeit hatte RB sogar noch Glück, dass Kochs vermeintlicher Siegtreffer wegen einer hauchdünnen Abseitsstellung nicht zählte.

Gladbach souverän in Frankfurt und an RB vorbei

Am Samstagabend feierte Mönchengladbach außerdem einen souveränen 3:1-Sieg in Frankfurt und zog in der Tabelle an Leipzig vorbei auf Rang drei. Beide Teams hatten bereits Erfahrungen mit einem Geisterspiel (die SGE in der Europa League gegen Basel 0:3, Gladbach beim Derby gegen Köln 2:1). Die Fohlen schienen mehr davon zu profitieren, erwischten einen 35-Sekunden-Blitzstart (Plea) und führten nach sieben Minuten dank Thuram schon mit 2:0. Die Eintracht erholte sich nicht wirklich von dem frühen Schock, kassierte noch ein Elfmeter-Gegentor durch Bensebaini (73.) und ging trotz des Silva-Ehrentreffers (81.) als verdienter Verlierer vom Platz.

Labbadias Einstand gelingt

Gemischte Gefühlslagen gab es für zwei neue Trainer: Bruno Labbadia feierte mit dem 3:0-Erfolg bei der TSG Hoffenheim einen glänzenden Einstand als Hertha-Coach. Per Doppelschlag (Eigentor Akpoguma 58./Ibisevic 60.) stellten die Berliner die Weichen im Kraichgau verdient auf Sieg. Kurz vor dem ersten Treffer hatte der eingewechselte Youngster Beier (17) frei vor dem Tor die Führung für die TSG vergeben. So wurde es eine klare Sache für Hertha, Cunha (74.) traf zum 3:0-Endstand.

Aus der Loge: Herrlich sieht späte Niederlage

Beim FC Augsburg saß Heiko Herrlich wegen seines Verstoßes gegen die Quarantäne-Regeln nicht auf der Bank, der neue FCA-Coach, bei dem ein erster Corona-Test negativ ausfiel, verfolgte die Partie gegen den VfL Wolfsburg aus einer Loge im Stadion. Von dort musste er mitansehen, wie der FCA nach Ginczeks spätem Tor zum 2:1 (90.+1) am Ende mit leeren Händen dastand. Der VfL war durch Steffen in Führung gegangen (43.) und hatte durch Brooks per Eigentor selbst für den Ausgleich gesorgt (54.). Ein Treffer von VfL-Leihgabe Uduokhai, es wäre das 2:1 für den FCA gewesen, zählte nach Videobeweis nicht (67.).

Fortuna ohne Glück: Kein Sieger im Abstiegsduell

Im Abstiegsduell gegen den SC Paderborn kam Fortuna Düsseldorf über ein 0:0 nicht hinaus. Dabei hatten die Düsseldorfer aber gleich mehrfach Pech: Berisha scheiterte gleich zweimal am Aluminium (17./66.), auch Skrzybski traf nur den Pfosten (81.). Kurz vor Schluss hatte Paderborn dann sogar die große Chance zum Sieg - Antwi-Adjei vergab jedoch (87.).

Über Zwischenfälle vor den Stadien wurde am Wochenende im Übrigen nichts bekannt. Die von einigen Kritikern des DFL-Konzepts befürchteten Fanansammlungen blieben offenbar aus.

kon

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