Bundesliga

Hoffenheim: Breitenreiters Rechnung scheint aufzugehen

Kramaric kommt auf Touren - Skov noch ohne Einsatz

Breitenreiters Rechnung scheint aufzugehen

TSG-Trainer André Breitenreiter mit seinem kroatischen Stürmer Andrej Kramaric.

TSG-Trainer André Breitenreiter mit seinem kroatischen Stürmer Andrej Kramaric. IMAGO/Sven Simon

Es lief nicht rund zuletzt für Andrej Kramaric in der Bundesliga. Mit drei Assists und einem Treffer gleich an den ersten drei Spieltagen hatte der Kroate einen furiosen Start hin-, aber dann wenig nachgelegt. Zwar ließ der 31-Jährige noch zwei Tore folgen an den Spieltagen 6 und 8, doch seither ist keine einzige Torbeteiligung mehr registriert. Unter anderem ließ der Star der TSG in der bisherigen Hinserie sogar zwei Chancen vom Elfmeterpunkt liegen, gegen Bochum war er an Schlussmann Riemann gescheitert, gegen Mainz zielte er neben das Tor.

"Wir brauchen ihn im neuen Jahr in einer anderen Verfassung"

Also hatte Trainer André Breitenreiter seinen stagnierenden Torjäger auch aus Eigennutz mit den besten Wünschen Richtung Katar zur WM verabschiedet. "Ich hoffe, er wird bei der WM viele Erfolgserlebnisse haben, um mit einer positiven Stimmung zurückzukommen", hatte ihm der 49-Jährige mit auf den Weg gegeben, die WM sei "ihm schon länger durch den Kopf gegangen und die Befürchtung war da, sich zu verletzen. Er hat trotzdem alles gegeben, deshalb kann ich ihm keinen Vorwurf machen. Aber wir brauchen ihn im neuen Jahr in einer anderen Verfassung, keine Frage."

Diese Rechnung könnte aufgehen. Denn im Kreis der noch immer amtierenden Vizeweltmeister von 2018 kommt Kramaric nun wieder auf Touren und knüpft an frühere Leistungen an im gegnerischen Sechzehner.

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Zunächst hatte sich der in Zagreb geborene Angreifer rechtzeitig vor der WM im finalen Testspiel in Saudi-Arabien warmgeschossen und den entscheidenden Treffer zum 1:0-Sieg bei der kroatischen Generalprobe markiert. Nun legte Kramaric auch beim Weltturnier nach. Im zweiten Gruppenspiel steuerte der seit Winter 2016 in Hoffenheim aktive Stürmer zum 4:1-Erfolg gegen Kanada gleich zwei Tore bei und verbuchte zudem weitere gute Szenen und Einschussmöglichkeiten. Zunächst egalisierte Kramaric den frühen Rückstand durch den Treffer des Münchners Alphonso Davies, später traf er vorentscheidend auch noch zum 3:1. Im 76. Länderspiel seine Treffer Nummer 21 und 22.

Showdown gegen Belgien

Nun kommt es am Donnerstag zum Showdown des Tabellenführers der Gruppe F mit den nur einen Zähler schlechteren Belgiern. Nicht nur Breitenreiter hofft, dass die WM-Reise für Kramaric weitergeht und seine Treffsicherheit sich weiter verfestigt. Schließlich plant der TSG-Coach in der Restsaison eine Aufholjagd in vordere Tabellenregionen, "dann können wir das Feld von hinten aufrollen".

Skov bis jetzt außen vor

Unterdessen erlebt der zweite Hoffenheimer diese WM bislang nur aus der zweiten Reihe. Robert Skov blieb im Team Dänemarks in den ersten beiden Partien gegen Tunesien (0:0) und Frankreich (1:2) ohne Einsatz. Der spät nominierte Hoffenheimer hatte auch die EM im vergangenen Jahr nur von der Bank aus verfolgen können. Das finale Gruppenspiel der Dänen am Mittwoch gegen Australien bietet Skov die nächste Gelegenheit auf eine Bewährungschance, um mitzuhelfen, die zwei Zähler besseren Australier noch zu überholen.

Michael Pfeifer

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