Bundesliga

Breitenreiter: "Wir sind ja nicht auf Schalke"

Hannovers Taktik stellt S04 vor große Probleme

Breitenreiter: "Wir sind ja nicht auf Schalke"

Der Moment vor der Einwechslung: André Breitenreiter wünscht Jonathas alles Gute.

Der Moment vor der Einwechslung: André Breitenreiter wünscht Jonathas alles Gute. Imago

"Wir sind ja nicht auf Schalke, sondern in Hannover. Da geht man mit gewissen Dingen realistisch um", antwortete der gutgelaunte Breitenreiter nach dem 1:0-Erfolg gegen Schalke auf die "Sky"-Frage, ob man nach dem Sechs-Punkte-Start jetzt sogar neue Saisonzeile formulieren sollte. Rumms, diese Aussage hatte gesessen, war sie doch gegen seinen Ex-Klub gerichtet, den er 2015/16 trainiert hatte. Der 96-Coach fügte ganz sachlich hinzu: "Es sind zwei Spiele gelaufen, nicht mehr und nicht weniger. Wir müssen noch einen ganz weiten Weg bestreiten."

Hannovers Minimalisten freuen sich über Rang vier

Dass es überhaupt zu dieser perfekten Ausbeute nach 180 Minuten kam, lag am glücklichen Händchen des 43-Jährigen. Dieser wechselte in der 62. Minute Neuzugang Jonathas ein, der fünf Minuten später den Siegtreffer für 96 erzielte. Die niedersächsischen Minimalisten liegen damit nach zwei 1:0-Siegen auf Platz vier der Tabelle und sind erstmals seit 2011/12 wieder mit sechs Punkten in eine Bundesliga-Spielzeit gestartet.

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Der Sieg gegen ambitionierte Schalker war mehr als nur verdient, das belegen allein die Zahlen: Mehr Torschüsse (11 zu 8), größere Laufleistung (114,9 zu 110,39 km) und eine bessere Zweikampfbilanz (54 Prozent).

Dazu kam eine taktische Herangehensweise, die es Schalke schier unmöglich machte sich zu entfalten und die auch der Knappen-Coach würdigte: "Hannover hat es gut gemacht, hat uns zugestellt. Wir mussten das Spiel dadurch variieren. In der ersten Hälfte haben wir jedes Luftduell verloren und auch die zweiten Bälle nicht bekommen. Schon die erste Hälfte war tendenziell pro Hannover", sagte Domenico Tedesco.

Hat Schalke ein Problem im Spielaufbau?

Genau durch dieses Zustellen fiel letztlich auch das 1:0 für Hannover. Thilo Kehrer, Schalkes rechter Mann in der Dreierkette, wurde zu einem Fehlpass zu Naldo drängt. Marvin Bakalorz spritzte dazwischen und bediente Jonathas für dessen Traumeinstand.

War es also ein Fehler der Schalker, schier jeden Angriff flach von hintenheraus zu initiieren, auch wenn man konstant von gleich mehreren Gegenspielern angelaufen wird? "Prinzipiell ist es eine gute Idee, um den Gegner zu locken und ihn anschließend zu überspielen. Es ist zwar ein Fehler, der spielentscheidend ist, aber passieren kann", verteidigt Tedesco die Schalker Herangehensweise, auch wenn sie diesmal für leere Hände sorgte.

Und was sagte eigentlich Hannovers Siegtorschütze Jonathas? Der strahlte neben seinem Dolmetscher und ließ glücklich verlauten: "Ich bin sehr glücklich, dass mir gleich in den ersten Minuten das Tor gelungen ist. Die Mannschaft hat mich sehr gut aufgenommen."

ssc

Bilder zur Partie Hannover 96 - FC Schalke 04