Bundesliga

Breitenreiter erzeugt Überzeugung

TSG zieht die Lehren aus dem Bochum-Spiel

Breitenreiter erzeugt Überzeugung

Na, wie haben wir das gemacht? Kevin Akpoguma freut sich mit André Breitenreiter.

Na, wie haben wir das gemacht? Kevin Akpoguma freut sich mit André Breitenreiter. IMAGO/Jan Huebner

André Breitenreiter hatte gewisse Maßnahmen angekündigt, die dafür sorgen sollten, dass seine Mannschaft nicht erneut lethargisch und passiv ins Spiel findet, wie es in der Vorwoche gegen Bochum der Fall war. Ehe sich die TSG versah, hatte der VfL bereits 2:0 geführt, nur mit hohem Aufwand hatte Hoffenheim das Blatt noch wenden können.

Aggressivität mündet in viele Balleroberungen

In Leverkusen aber verordnete der TSG-Coach seinen Mannen eine Strategie, die ohne ein hohes Maß an Bereitschaft, Aufmerksamkeit und Intensität, gar nicht umsetzbar ist. Von Beginn an wurden die Gastgeber aggressiv und früh schon in der Spieleröffnung angelaufen und gestört, gut gelenkt von einer umsichtigen und stets nach vorne verteidigenden letzten Reihe. Immer wieder schoben situativ Ozan Kabak, Kevin Vogt oder Kevin Akpoguma heraus, um Leverkusener schon vor der Ballannahme zu attackieren, davor schloss der aufmerksame Dennis Geiger das Zentrum und sorgte für kurze Abstände im gesamten Verbund. Das führte zu vielen hohen Balleroberungen und letztlich auch zur frühen Führung bereits in der neunten Spielminute.

Das war ein richtig guter Auftritt, wir haben viele von den Prinzipien gezeigt, die unser Spiel ausmachen sollen.

André Breitenreiter

"Wir hatten schon den Plan, sie nicht groß ins Spiel kommen zu lassen", erklärte Breitenreiter, um den nach drei Niederlagen ohnehin schon verunsicherten Gegner erst gar nicht auf den Weg der Besserung gelangen zu lassen, "wir waren gleich sehr gut im Spiel, meine Mannschaft ist geschlossen als Einheit aufgetreten, hat viel investiert und sehr aggressiv gespielt." Mit dem schönen Nebeneffekt, dass nun eben der Gegner einem Rückstand hinterherlaufen musste. "Wir haben sehr solidarisch verteidigt und nicht viele Großchancen zugelassen. Das war ein richtig guter Auftritt, wir haben viele von den Prinzipien gezeigt, die unser Spiel ausmachen sollen", zeigte sich der 48-Jährige sehr zufrieden nach dem überzeugenden 3:0-Erfolg gegen Bayer und seinen Vorgänger als Meistertrainer in der Schweiz, Gerardo Seoane.

Baumgartners Traumtor ist der Türöffner

"Dass wir in Leverkusen 3:0 gewinnen, ist schon eine kleine Überraschung. Wir zeigen tagtäglich im Training, welche Qualität wir haben, und wir hatten uns vorgenommen, das diesmal von der ersten Minute an zu zeigen", so Christoph Baumgartner, der mit einem klasse Hackentreffer die Weichen stellte, "wenn wir das auf den Platz bringen, was wir heute gezeigt haben, dann haben wir gegen jeden Gegner eine Chance. Wir investieren alles, das wir haben, das lebt der Trainer vor. Wenn wir immer direkt zu 100 Prozent da sind, sind wir eine starke Mannschaft."

Da hat Breitenreiter überzeugende Überzeugungsarbeit geleistet, wie auch Abwehrchef Kevin Vogt verriet: "Mir hat besonders gut gefallen, dass wir es in die Tat umgesetzt und komplett auf Sieg gespielt haben. Das haben wir die ganze Woche vom Trainer eingetrichtert bekommen. Ich hatte auch das Gefühl, jeder glaubt daran und tritt auch so auf, entsprechend war die Leistung."

Nun gilt es, diese Vorstellung nicht zu einem einmaligen Ausreißer verkommen zu lassen, sondern auch im kommenden Heimspiel gegen Augsburg auf dem gleichen Level zu bleiben, von Beginn an. "Wir sind auf einem guten Weg, nicht mehr und nicht weniger", stellt Breitenreiter fest, "wir befinden uns in einem Prozess und haben viele der Prinzipien gezeigt, die uns auszeichnen sollen. Wir müssen fleißig daran arbeiten, uns stetig weiterzuentwickeln, wenn uns das gelingt, werden wir das eine oder andere Spiel zusätzlich gewinnen." So kann das klappen.

Michael Pfeifer

Bilder zur Partie Bayer 04 Leverkusen - TSG Hoffenheim