Bundesliga

Bredlow und des Trainers magische Worte

Stuttgarts Vorstandsboss Wehrle kündigt schonungslose Analyse nach der Saison an

Bredlow und des Trainers magische Worte

Austausch: VfB-Keeper Fabian Bredlow und Trainer Sebastian Hoeneß (re.).

Austausch: VfB-Keeper Fabian Bredlow und Trainer Sebastian Hoeneß (re.). IMAGO/Sportfoto Rudel

"Es fühlt sich an, als wäre es eine Ewigkeit her, dass wir auswärts gewonnen haben", sagt Bredlow nach dem ersten Dreier seit dem 11. Dezember 2021, als der VfB beim VfL Wolfsburg mit 2:0 siegte. Der erste Jubel im 24. Anlauf in der Fremde. "Man hat allen die Erleichterung angesehen", führt der Keeper fort. "Das war ein extrem wichtiger Sieg, der viel Selbstvertrauen für die kommenden Wochen gibt."

In denen es weiter aufwärts gehen soll, wenn es nach der Schwaben Wunschvorstellung geht. Wenn denn die Gegner mitspielen. Beim 1:0 im Pokalviertelfinale beim 1. FC Nürnberg hatte der VfB am Mittwoch mit dem Zweitligisten noch durchaus seine Probleme, bevor er doch verdient gewann. In Bochum zeigte er eine Leistungssteigerung und profitierte von den an diesem Tag obendrein schwachen Nordrhein-Westfalen. Sei's wie's ist: Der VfB sendet ein Lebenszeichen im Abstiegskampf. Ausgelöst durch die Arbeit von Sebastian Hoeneß, der mangels Zeit eigentlich eher sporadisch und vor allem nur aufs Wesentliche achtend seine Spieler auf die Partien vorbereiten konnte.

Der Vfb unter hoeneß

Was genau der neue Chefcoach mit der Mannschaft in der Kürze dieser englischen Woche mit dem Team gemacht hat, will Fabian Bredlow nicht im Detail verraten. "Er hat wahrscheinlich die richtigen Worte gefunden, um die Spieler alle abzuholen. Die Formation ist anders, das Training war anders. Ob er magische Worte gebraucht hat, verrate ich aber nicht", sagt der Keeper mit einem Schmunzeln im Gesicht. Schließlich sei es auch egal. "Wir haben am Ende verdient gewonnen."

Hoeneß freut der "Fighting Spirit" seiner Mannschaft

Auch Hoeneß war zufrieden, nicht ohne auf weniger friedenstellende Feinheiten hinzuweisen. Man habe vor der Pause so manche Aktion "nicht klar genug, seriös genug zu Ende gespielt" und hätte sich in der Entwicklung zum 1:1 der Gastgeber "ein bisschen cleverer anstellen" müssen. "Die Gefahr bestand, dass das Spiel kippt." Aber nicht lange, was den 40-Jährigen besonders freut, weil seine Mannschaft eine in dieser Saison oft verpasste Erwiderung parat hatte. Mit zwei schnellen Treffern im Gegenzug. Zu einem 3:1, das sich als trügerisch herausstellen sollte. "Wir haben fast versäumt, das Spiel zuzumachen. Durch das 2:3 wurde das Spiel nochmal offen. Aber dann habe ich einen Fighting Spirit gesehen, der überragend war." Ein Kampfgeist, für den die Schwaben nicht gerade berühmt sind. "Es war ein in vieler Hinsicht wichtiger Sieg", so der neue Chefcoach, der nach dem 3-3-2-2 in Nürnberg diesmal auf ein 3-4-3- setzte und damit wieder gut lag.

Wir haben ja gesehen: Im Pokal ist alles möglich.

Fabian Bredlow über das Heimspiel gegen Frankfurt

Mit diesem Sieg kletterten die Stuttgarter weder auf den 16. Platz, der zur Relegation qualifiziert, die es in dieser Saison terminlich in sich hätte. Sollte der VfB entsprechend abschneiden, würde man am Donnerstag (1. Juni) und am Montag (5. Juni) auf den Dritten der 2. Liga treffen. Dazu käme eine mögliche Teilnahme am Pokalfinale am Samstag (3. Juni). Nichts, das den Stuttgarter Kopfzerbrechen bereitet. Man wolle und werde, so der Plan, sowieso die Relegation vermeiden. Und das Pokalendspiel scheint nicht unerreichbar mit einem nun anstehenden Duell vor heimischer Kulisse gegen die zuletzt nicht immer krisenfeste Frankfurter Eintracht. "Ich hatte mir ein Heimspiel gewünscht", verrät Bredlow, der nach den beiden jüngsten Erfolgen optimistisch von mehr träumt. "Wir haben ja gesehen: Im Pokal ist alles möglich. In Frankfurt haben wir vor ein paar Wochen auch ein ordentliches Spiel gemacht. Daran wollen wir anknüpfen und ins Finale kommen."

Sollte es wirklich zu Klassenerhalt und Pokalfinale reichen, würde dies eine bislang katastrophale Saison ad absurdum führen, von der man sich nicht blenden lassen sollte und wollte. Alexander Wehrle hat angesichts der Geschehnisse in diesem Spieljahr gegenüber dem Bezahlsender DAZN am Rande des Partie in Bochum bereits "eine schonungslose Analyse nach dem Saisonende" angekündigt. "Ich habe als Vorstandsvorsitzender die Gesamtverantwortung und völlig egal, wie diese Saison ausgeht: Wir werden alles, aber wirklich alles, kritisch hinterfragen. Wir werden ganz sicher Veränderungen vornehmen." George Moissidis

George Moissidis

Bilder zur Partie VfL Bochum gegen VfB Stuttgart