Bundesliga

Brandt: "Es ist eine gefährliche Situation"

BVB zeigt verstärktes Interesse am Leverkusener Nationalspieler

Brandt: "Es ist eine gefährliche Situation"

In Augsburg mit einem Tor und einer Vorlage: Julian Brandt (mi.).

In Augsburg mit einem Tor und einer Vorlage: Julian Brandt (mi.). imago images

Der 31. Spieltag hätte für Bayer kaum besser laufen können: Frankfurt gab zu Hause gegen Berlin zwei, Hoffenheim gegen Wolfsburg gar drei Punkte ab, Gladbach in Stuttgart und Bremen in Düsseldorf ebenso. Und so besteht für die Werkself am Sonntag die Chance, mit dem Tabellenvierten aus Frankfurt gleichzuziehen, wenn man die Hessen im direkten Duell besiegt.

Doch wer jetzt glaubt, dass diese Konstellation Euphorie bei den Bayer-Profis auslöst, liegt daneben. Natürlich hat man die günstige Entwicklung in der Tabelle wohlwollend zur Kenntnis genommen, doch Julian Brandt weist zumindest auf die zweite Seite der Medaille hin, wenn er sagt: "Es ist nach wie vor eine gefährliche Situation, aber nach der Hinrunde hätte man auch nicht unbedingt gedacht, dass man jetzt nochmal in einer so guten Position ist und es dann auch noch - wie es der Spielplan so will - am Sonntag zu so einem Spiel kommt."

Spielersteckbrief Brandt
Brandt

Brandt Julian

Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Bayern München Bayern München
74
2
Borussia Dortmund Borussia Dortmund
70
3
RB Leipzig RB Leipzig
65

Borussia Dortmund zeigt verstärktes Interesse an Brandt

Denn einen Haken hatte der nahezu perfekte Spieltag aus Leverkusener Sicht: "Wolfsburg hat ja gewonnen", betont Brandt, der auf seinen auf Rang 8 liegenden Ex-Klub hinweist, "du musst auch ein bisschen aufpassen. Auch der achte Platz ist noch möglich. Es kann noch ganz nach oben und ganz nach unten gehen." Also Platz 4 und Platz 8 - nächste Saison Champions League spielen oder den Europapokal von der Couch aus verfolgen.

Doch Brandt ist voller Vorfreude auf den Endspurt: "Eine bessere Chance bekommst du jetzt nicht mehr in der Saison", sagt er und hofft, dass der Spielplan Bayer zusätzlich in die Karten spielt: "Wir haben acht Tage zwischen dem Spiel in Augsburg und jetzt gegen Frankfurt. Und Frankfurt spielt erst am Donnerstag." Im Halbfinale der Europa League. Dabei setzt er auf den eigenen Vorteil, nicht auf den Nachteil der Eintracht. "Nur, weil sie am Donnerstag spielen, glaube ich nicht, dass das ein großartiger Nachteil ist. Frankfurt ist ja das ganze Jahr schon konstant. Warum sollten sie gerade jetzt in den letzten drei Spielen einbrechen?"

Allerdings räumt er ein, das Frankfurt zuletzt mit der Doppelbelastung zu kämpfen hatte - weil wichtige Akteure ausfielen. "Ein bisschen hingen sie zuletzt durch, aber sie hatten das Problem, dass sich Haller verletzt hatte und dadurch konnten sie im Angriff nicht mehr so viel wechseln. Alle drei Tage zu spielen, hält der Körper nicht durch. Das hat Frankfurt ein bisschen weh getan", so Brandt, an dem Borussia Dortmund für die kommende Saison verstärktes Interesse zeigt. Eine Ausstiegsklausel über mindestens 25 Millionen Euro Ablöse würde den Transfer ermöglichen.

Brandt kann sich wohl auch ein weiteres Jahr Leverkusen vorstellen

Beim BVB, der seinen Kader vorzugsweise mit deutschen (National-)Spielern verstärken möchte, würde er sicher in der Königsklasse spielen, doch in Leverkusen ist dies für die kommende Spielzeit auch noch möglich. Und Brandt ließ bereits durchblicken, dass er sich auch ein weiteres Jahr unter dem Bayer-Kreuz gut vorstellen kann. Die Qualifikation für die Campions League würde ihm dies sicherlich schmackhafter machen. "Wenn du wirklich möchtest, dass du am Ende 'ganz oben' stehst, dann musst du alle Spiele gewinnen", erklärt Brandt, der sich zu seiner Zukunft nicht vor dem Saisonende äußern möchte, zur Leverkusener Ausgangslage.

Er weiß zwar um die Bedeutung der Partie am Sonntag, möchte diese aber auch nicht zu hoch hängen. "Das Spiel ist schon wichtig. Aber ich möchte auch nicht zu viel Druck aufbauen, sonst heißt es: Wir gewinnen oder wir verlieren am Sonntag die komplette Saison. Das ist auch Quatsch." Brandt möchte sich die Lockerheit seiner bärenstarken Rückrunde bewahren, also betont er seine Vorfreude auf den Sonntag: "Es wird ein cooles Spiel. Das macht Spaß."

Stephan von Nocks