Bundesliga

Julian Brandt: "Jeder neue Trainer erzählt mir dasselbe"

Nationalspieler arbeitet weiter an seinem Defensiv-Verhalten

Brandt: "Jeder neue Trainer erzählt mir dasselbe"

Werden künftig wohl auch am Defensivverhalten feilen: Edin Terzic (li.) und Julian Brandt.

Werden künftig wohl auch am Defensivverhalten feilen: Edin Terzic (li.) und Julian Brandt. POOL/AFP via Getty Images

Wenn man nach Julian Brandt geht, dann steht Edin Terzic eine große Herausforderung bevor. Eine, die weder Roger Schmidt noch Peter Bosz, Lucien Favre oder Marco Rose erfolgreich meistern konnten.

"Bei allen Trainern, die ich hatte, hatte ich offensiv nie Probleme", bilanziert Brandt in der aktuellen Folge "kicker meets DAZN" und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: "Ich hatte viele Trainer, die ich defensiv maximal gebrochen habe. Es zieht sich durch wie ein Faden. Jeder neue Trainer erzählt mir dasselbe, ich höre immer dieselben Sachen."

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Ob Terzic, der Brandt interimsweise in der Saison 2020/21 coachte, auch schon dazu zählte, verrät der deutsche Nationalspieler nicht - das Interview mit Alex Schlüter und Benni Zander wurde noch vor Terzics Installation als Cheftrainer geführt.

Dabei ist sich Brandt durchaus bewusst, dass er nicht nur Trainer, sondern auch einige BVB-Fans durch seine Spielweise an den Rand der Verzweiflung bringt. Mit Blick auf seine Verspieltheit auf dem Platz sagt er: "Ich glaube, dass das manchen Leuten tief auf den Sack geht. Es gibt zwei Lager in Dortmund: Es gibt Leute, die finden dich cool und es gibt Leute, denen gehst du seit drei Jahren auf den Sack und die denken sich: 'Wäre cool, wenn wir das Kapitel mal abschließen.'"

Für Brandt ist das aber kein Problem. "Ich finde das nicht schlimm, ich gehe nicht mit der Erwartung rein, dass jeder Mensch mich mag", erklärt er. "Du musst dem, was du machst, treu bleiben. Das war eine wichtige Erkenntnis für mich in den letzten Jahren. (...) Dieses Anpassen ist auf Dauer nix."

Allerdings: Dass er an seinem Defensivverhalten noch immer arbeiten muss, wissen nicht nur Brandts viele Trainer. "Bei mir ist das ein extremes Thema", gibt er zu. "Es ist nicht so, dass du sagst, das machst du ein oder zwei Jahre und dann hast du das drin. Es ist auch viel vom Kopf her: Gehe ich die letzten zwei Meter noch rein in den Zweikampf oder stoppe ich vorher ab und versuche nur, ihn zu stellen?"

Seine Daten in Sachen Laufbereitschaft seien okay, führt Brandt weiter aus, aber "das Thema ist wirklich dieses Reingehen, wenn es sein kann, dass es jetzt Bein an Bein geht und es wirklich wehtut. Und auch die Entscheidungsfindung, dass man sich nicht mit einer einfachen Finte aushebeln lässt und dann ist der Gegenspieler schon 15 Meter weg, sondern dass man dran bleibt." Im Klartext fehle ihm manchmal "diese Hartnäckigkeit, den Zweikampf gewinnen zu wollen."

Nun fällt dieses Erziehungsziel also wieder Terzic zu. Ob er im zweiten Anlauf Erfolg hat?

Warum aus ihm kein typischer NLZ-Spieler wurde, welches Thema Hansi Flick mit ihm besprechen wollte - und warum er ein Faible für Disney-Musicals hat, erklärt Brandt ebenfalls in der neuen Folge "kicker meets DAZN".

KMD #132 - Julian Brandt
24. Mai 202201:58:05 Stunden

KMD #132 - Julian Brandt

Da das Beste bekanntlich zum Schluss kommt, haut die KMD-Crew in der letzten Folge vor der langen Sommerpause noch mal ein XXL-Brett raus! Zu Gast ist zum großen Saisonabschluss Dortmunds Nationalspieler Julian Brandt, der unter anderem ausführlich über sein Kindheitsidol Ronaldinho, zu wenig Leichtigkeit im Profi-Fußball, den Schock nach dem Abgang von Marco Rose beim BVB und Musicals plaudert. Dazu steigen Benni und Alex ins aktuell komplett freidrehende Trainerkarussell ein, analysieren die Finalspiele in der Europa League und im DFB-Pokal und nehmen euch als Krönung auch noch hautnah mit zum Relegationsrückspiel im Hamburger Volkspark. Mehr geht nun wirklich nicht!

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