Bundesliga

Nationalspieler Julian Brandt hat es derzeit schwer beim BVB

Dortmunds Teenager ziehen am Nationalspieler vorbei

Brandt hat es derzeit schwer beim BVB

Julian Brandt muss sich als BVB-Joker anbieten.

Jude Bellingham und Giovanni Reyna sind vorne dran: Julian Brandt muss sich aktuell hinten anstellen. imago images

Es war eine Szene, die sinnbildlich stand für die vergangenen Wochen von Julian Brandt: Sekunden-Torschütze Marco Reus hatte sich in der 81. Minute des Pokalspiels beim MSV Duisburg (5:0) am Montagabend vor das Tor der Gastgeber vorgedribbelt, als er den Ball uneigennützig auf den neben ihm postierten Brandt ablegte. Der 24-Jährige hatte freie Bahn und hätte sich eine Ecke aussuchen können. Doch sein Schuss aus leichter Rücklage fiel so unplatziert aus, dass MSV-Keeper Leo Weinkauf keine Mühe hatte, den Ball zu parieren. Kein Tor für Brandt - und somit auch kein persönliches Erfolgserlebnis nach einer insgesamt eher unbefriedigenden Vorbereitung des Dortmunder Offensivspielers.

Dabei wollte der Nationalspieler in seinem zweiten Jahr in Schwarz-Gelb eigentlich den nächsten Schritt machen und sich festspielen, nachdem er in seiner Premierensaison beim BVB von Trainer Lucien Favre mal hierhin, mal dorthin verschoben wurde. Sechser, Flügelspieler, Stürmer, Zehner - wo immer Not am Mann war, musste Brandt aushelfen. Meist tat er das ordentlich, häufig sogar überzeugend. Stets jedoch war klar zu erkennen, dass er seine Stärken am ehesten in der Zentrale ausspielen kann. Dort, wo er sich auch laut eigener Aussage am wohlsten fühlt.

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Brandt muss sich als Joker anbieten

In der Nationalmannschaft, wo er zuletzt nur 45 Minuten gegen die Schweiz zum Einsatz kam, ist Brandt im Zentrum außen vor, dort muss er zwangsläufig auf den Flügel ausweichen. In Dortmund allerdings schien er vor Saisonstart gute Karten zu besitzen, als Achter erste Wahl zu sein. Da allerdings hatte noch niemand auf dem Schirm, wie gut sich die erst 17-jährige Neuverpflichtung Jude Bellingham entwickeln würde - und wie überzeugend Giovanni Reyna, das zweite 17 Jahre alte Großtalent im Kader, in der Zentrale würde auftrumpfen können.

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Drei Tage vor dem Liga-Start weiß man: Bellingham ist voll eingeschlagen - wie er bei seinem Pflichtspiel-Debüt für den BVB im Pokalspiel in Duisburg eindrucksvoll bewies. Und auch Reyna, der bereits in der vergangenen Rückrunde regelmäßig zum Einsatz kam, ist an Brandt vorbeigezogen und fordert sogar Kapitän Marco Reus heraus. Für Brandt, der darüber hinaus auch in Konkurrenz zur Real-Leihgabe Reinier steht, bleibt in der Zentrale so derzeit kein Platz in der Startelf übrig.

Er wird sich als Joker anbieten müssen. Mit Fehlschüssen wie in Duisburg wird allerdings auch das schwer.

Matthias Dersch

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