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NFL, Week 12: Brady gewinnt Thriller in Indy - Cam Newton auf der Bank

NFL, Week 12: Heftige Abreibung für Pittsburgh - Ein Zahn geht verloren

Brady braucht in Indy eine zuverlässige rechte Hand - Cam Newton auf der Bank

Tom Brady wusste an diesem Spieltag, bei wem er sich zu bedanken hatte: Running Back Leonard Fournette (li.).

Tom Brady wusste an diesem Spieltag, bei wem er sich zu bedanken hatte: Running Back Leonard Fournette (li.). imago images/ZUMA Wire

Fournette: Aller guten Dinge sind vier

Einfach wurde es dem amtierenden Super-Bowl-Champion aus Tampa Bay in Indianapolis nicht gemacht. Ganz im Gegenteil: Die Colts (6:6) bestimmten ab Kickoff das Geschehen zunächst für lange Zeit und ließen Buccaneers-Aushängeschild Tom Brady im Grunde über die gesamten 60 Spielminuten zu keiner Zeit aufbegehren. Überraschaubare 226 Passing Yards, ein Touchdown und eine Interception, mehr war für den siebenmaligen NFL-Meister nicht drin - zwei Sacks inklusive.

Und doch fand der Favorit aus Florida (8:3) nach 7:17-Rückstand, den allen voran Indy-Spielmacher Carson Wentz (306 Yards, 3 TDs, 2 Int.) unter anderem mit einer 62-Yard-Bombe auf Receiver Ashton Dulin auf den Weg gebracht hatte, Antworten. Oder anders formuliert: eine Antwort.

Denn Tampa Bays Running Back Leonard Fournette avancierte an diesem Sonntag zur zuverlässigen rechten Hand von Brady. Der 26-jährige Läufer rammte sich nämlich gleich viermal (!) in die Endzone, über einen Yard, zweimal über vier und einmal über 28 Yards. Sein Ersatzmann Ronald Jones komplettierte das Bucs-Laufspiel bei diesem Spiel, lief zwischenzeitlich auch noch einmal rein. Alles zusammen reichte das in diesem spannenden Spiel zu einem 38:31-Erfolg. Brady baute damit seine Serie auf neun Siege gegen die Colts am Stück aus.

Etwas Kurioses ist bei diesem Duell auch passiert: Buccaneers-Profi Vita Vea (Nose Tackle) hat bei einem Tackling einen Zahn verloren. Der trockene Kommentar seines Trainers Bruce Arians hinterher: "Das interessiert mich gerade nicht, er hat ja noch 30 weitere davon." Wenngleich es eigentlich 31 verbliebene Beißer sein müssten ...

Jones: Ein Rookie mischt die Liga auf

Die New England Patriots bleiben derweil auch nach dieser Week 12 das heißeste Team der NFL. Die Mannschaft um den Stuttgarter Fullback Jakob Johnson bezwang auch die zuletzt starken Tennessee Titans deutlich 36:13 und hat nun sechs Siege in Serie - keine andere Mannschaft war in den vergangenen Wochen so erfolgreich - eingefahren. Mit der Bilanz von 8:4 sind die von Mastermind Bill Belichick trainierten Pats außerdem wieder Erster der AFC East vor den Buffalo Bills (31:6 an Thanksgiving bei den Saints).

Herausragend war dabei einmal mehr Mac Jones, der weiterhin beste Rookie-Quarterback dieser Regular Season. Seine 310 Passing Yards garnierte der 23-jährige Erstrunden-Pick (15. Stelle) mit zwei Touchdown-Pässen und leistete sich keinen Fehler. Ebenfalls bemerkenswert: Zu Beginn des Spiel vor 65.878 Zuschauern im Gillette Stadium erreichten Jones & Co. bei den ersten vier Drives jeweils Punkte.

Mac Jones

Surft mit den Patriots auf der NFL-Euphoriewelle von Sieg zu Sieg: Rookie-Quarterback Mac Jones. imago images/UPI Photo

Für die nun ebenfalls bei 8:4 stehenden Titans, denen so langsam das Fehlen von Running Back Derrick Henry (Verletzung wohl bis zu den Play-offs) immer mehr weh tut, war die Pleite die zweite in Serie, zuvor waren noch sechs Spiele in Serie gewonnen worden.

"Big Ben": Ein Oldie lässt den Kopf hängen

Gerade in den letzten Wochen hatten sich die Steelers deswegen zurück ins Play-offs-Rennen gearbeitet, weil Oldie-Quarterback Ben Roethlisberger mit die wenigsten Fehler in der NFL gemacht hatte. An diesem Spieltag war es um die Zuverlässigkeit des 39-jährigen "Big Ben" aber geschehen - genauso wie um die eigentliche Stärke der Defense aus "Steel City". Ausgerechnet beim Gastspiel bei den Cincinatti Bengals (7:4), dem direkten Konkurrenten und Rivalen aus der AFC North, lief für Pittsburgh (5:5:1) rein gar nichts.

Mit einem späten Touchdown-Pass zur 10:41-Ergebniskosmetik glättete der zweimalige Super-Bowl-Champion Roethlisberger seine Ausbeute zwar noch, zuvor passierten ihm jedoch zwei fatale Interceptions - darunter ein Pick Six - und zwei Fumbles (einer ging verloren). Wenig verwunderlich ließ der seit 2004 in der NFL spielende Profi mehrere Male den Kopf hängen oder schüttelte ihn ungläubig.

Auf der anderen Seite feierte Cincy allen voran Running Back Joe Mixon, der mit 165 Yards einen persönlichen Rekord aufstellte und zum achten Mal in Folge mindestens einen Touchdown erreichte (zwei an diesem Tag). Außerdem bejubelten die Bengals den dritten Sieg am Stück gegen einen direkten Konkurrenten, nachdem zuvor elf in Serie verloren gegangen waren.

Newton: Die Bank soll es am Ende sein

Cam Newton

Gebrauchter Spieltag: Cam Newton lieferte nicht ab. Getty Images

Für Cam Newton, den zuletzt gefeierten Rückkehrer der Carolina Panthers, verlief der Tag trotz anfänglichem Rushing Touchdown äußerst unerfreulich.

Beim 10:33 seines nun bei 5:7 stehenden Teams gegen die Miami Dolphins musste der Quarterback im letzten Viertel gar auf die Bank, nachdem er nur fünf von 21 Pässen zu einem Mitspieler gebracht und sich zudem zwei Interceptions erlaubt hatte. Für die Dolphins (5:7) um Spielmacher Tua Tagovailoa (230 Yards, ein TD) war es bereits der vierte Sieg in Serie - nur die Kansas City Chiefs und die Patriots sind in der aktuellen Saisonphase besser drauf.

Und: Übergreifend haben die Panthers nun mit Starting Quarterback Newton (zuvor zwischen 2011 und 2019 für das Team aktiv, dazwischen New England Patriots) zehn Spiele in Folge verpatzt.

Außerdem an diesem frühen Sonntag in der NFL: Die New York Giants (4:7) haben innerhalb der NFC East die zuletzt aufdrehenden Philadelphia Eagles (5:7) mit 13:7 erwischt. In Duellen der wenig erfolgreichen Teams haben zudem die Atlanta Falcons (5:6) bei den Jacksonville Jaguars (2:9) mit 21:14 gewonnen - und die New York Jets (3:8) mit 21:14 bei den Houston Texans (2:9) gesiegt.

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