Bundesliga

Bayer Leverkusen - Boszs klares Zeichen an Weiser

Rechtsverteidiger schon jetzt nicht mal mehr zweite Wahl

Boszs klares Zeichen an Weiser

Mitchell Weiser

Derzeit außen vor: Mitchell Weiser. imago images

Die Aussagekraft eines Spiels wie der Erstrundenpartie im DFB-Pokal zwischen Eintracht Norderstedt und Bayer 04 Leverkusen ist begrenzt. Zu groß ist der Leistungsunterschied. Zu klar gestaltet sich schon frühzeitig das Ergebnis. Nach zwölf Minuten stand es 3:0 für den Bundesligisten gegen den Regionalligisten. Nach 32 Minuten 6:0. Aus den 90 Minuten, die am Ende das Resultat von 7:0 hervorbrachten, sollte man nicht zu viel ableiten für den Leverkusener Ligastart am Sonntag in Wolfsburg.

Die wahren Erkenntnisse gab es eher beim Blick auf Kleinigkeiten. So wechselte Peter Bosz in der 73. Minute Aleksandar Dragovic für Rechtsverteidiger Lars Bender ein. Leverkusens Trainer zog es also mal wieder vor, den österreichischen Innenverteidiger rechts in der Viererabwehrkette einzusetzen statt dort auf den Spezialisten Mitchell Weiser zu bauen.

Ein klares Zeichen für Weiser, der die bislang kompletten zwei Vorbereitungswochen in Leverkusen absolvierte, während Dragovic, der zudem wechselwillig ist, nach seiner Länderspielreise am Mittwoch erstmals in Leverkusen ein Teamtraining in der neuen Saison bestritten hatte.

Arg viel deutlicher konnte Bosz dem 2018 für zwölf Millionen Euro von Hertha BSC geholten Weiser nicht vor Augen führen, welche Rolle er in seinen Planungen noch spielt. Denn so ist Weiser jetzt schon die Nummer 3 auf der Rechtsverteidigerposition, auf der sich Bayer ja noch verstärken möchte.

Schließlich steht Stammkraft Lars Bender aufgrund immer wieder auftretender Verletzungsprobleme - das ist die leidvolle Erfahrung des 31-Jährigen in den vergangenen Jahren - nicht dauerhaft zur Verfügung. Der gewünschte neue Rechtsverteidiger soll dafür sorgen, dass Bayer diese Position immer mit einem Akteur besetzen kann, der sich mindestens auf dem Niveau Benders bewegt.

Verstärkt sich der Klub diesen Vorstellungen entsprechend, könnte Bosz rechts hinten mit dem Neuen und Lars Bender auch in den gefühlt andauernden englischen Wochen dieser Saison abwechseln. Für Weiser (Vertrag bis 2023), der sich trotz der für ihn ungünstigen Situation durchbeißen möchte, würde dann nicht mal mehr ein Platz im Spieltagsaufgebot bleiben.

Erst recht nicht, wenn man Boszs sich immer deutlicher abzeichnende Präferenz zur Rechtsverteidiger-Alternative Dragovic sieht. So hatte der Niederländer den gelernten Innenverteidiger beispielsweise auch am 33. Spieltag beim 0:2 bei Hertha BSC statt Weiser rechts in der Viererkette nominiert.

Stephan von Nocks

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