Champions League

Boszs BVB-Ärger ist verflogen: "Das ist lange her"

PSV-Coach freut sich auf zwei Ex-Schützlinge

Boszs BVB-Ärger ist verflogen: "Das ist lange her"

Lange hielt er sich nicht im BVB-Trainerstuhl: Peter Bosz.

Lange hielt er sich nicht im BVB-Trainerstuhl: Peter Bosz. imago/Jan Huebner

Es war kein leichtes Erbe, das Bosz da im Sommer 2017 antrat. Der BVB war mit Thomas Tuchel wenige Wochen zuvor DFB-Pokalsieger geworden, dennoch verließ der aktuelle Bayern-Coach den Klub unter anderem wegen Differenzen mit der Klubführung.

Vorschau

Dass der von Ajax Amsterdam losgeeiste Bosz schon im Dezember BVB-Trainerhistorie sein würde, danach sah es zunächst so gar nicht aus. Nach sieben Spieltagen stand Dortmund an der Tabellenspitze, fünf Punkte vor dem späteren Meister FC Bayern. Dann kam der Einbruch, nach dem neunten sieglosen Pflichtspiel in Serie - darunter auch das historische 4:4 nach 4:0-Führung gegen Schalke - musste der Niederländer seine Koffer packen. In der Champions League hatte er mit dem BVB kein einziges Spiel gewinnen können.

Dass es zwischen Dortmund und Bosz nicht funkte, führt der Coach aber nicht nur auf sich zurück. "Ab einem bestimmten Zeitpunkt passierten dort Dinge, die ich als Trainer nicht akzeptieren kann. Weil auch die anderen Spieler das mitbekommen", sagte er ein halbes Jahr nach seiner Entlassung bei Voetbal inside. Unter anderem habe der erstreikte Abschied von Ousmane Dembelé zum FC Barcelona für Unruhe im Klub gesorgt, während Pierre-Emerick Aubameyang entgegen seinem Wunsch bleiben musste. Zudem sei laut Bosz der Kader zu groß gewesen, Nationalspieler wurden teilweise auf die Tribüne verbannt. "Vielleicht war ich zu naiv", sagte Bosz rückblickend.

Nach Trainerstationen bei Bayer Leverkusen und Olympique Lyon landete er schließlich im Sommer 2023 in Eindhoven, wo er mit der PSV groß auftrumpft. Unter seine Zeit in Dortmund hat er weitgehend einen Schlussstrich gezogen. "Das ist lange her", sagte Bosz am Montag. "Ich versuche, nur auf das Duell zu schauen." Es habe keinen Sinn, zurückzuschauen, "was bringt das?", fragte Bosz: "Wir haben den BVB gut analysiert und wollen das Spiel gewinnen." Die Stimmung im Rückspiel am 13. März werde "besonders" sein, "das ist in Europa einmalig. Aber die "Rote Wand" bei uns kann auch imponierend sein."

Ich hoffe, er spielt gegen uns nicht.

Peter Bosz über Julian Brandt

Zudem betonte Bosz, dass kaum noch BVB-Profis aus seiner damaligen Zeit übrig seien, genauer gesagt ist es neben dem Rückkehrer Jadon Sancho nur einer. "Am meisten freue ich mich auf die Personen, die dort immer noch arbeiten, auf Marco Reus, aber vor allem auf Julian Brandt - den kenne ich aus Leverkusen", sagte Bosz. "Das ist ein richtig guter Spieler, ich freue mich, ihn wiederzusehen. Ich hoffe, er spielt gegen uns nicht." 

Nummer 19 für de Jong: So lief Eindhovens BVB-Generalprobe

alle Videos in der Übersicht

Doch auch dann muss Bosz nicht bange werden. 27 von 35 Pflichtspielen hat Eindhoven in dieser Saison gewonnen, gerade mal zwei verloren. Am Freitag gewann PSV gegen Heracles Almelo mit 2:0, die Meisterschaft scheint bei zehn Punkten Vorsprung vor Feyenoord nur noch Formsache zu sein. Der angeschlagene Leistungsträger Johan Bakayoko fehlte dabei, wird aber definitiv gegen Dortmund zurückkehren. Am Sonntag trainierte der Angreifer bereits wieder mit dem Team. 

Fehlen wird hingegen Armel Bella-Kotchap. Der DFB-Nationalspieler ist nach einer Schulterverletzung noch keine Option, sammelte allerdings beim PSV-Nachwuchsteam schon einige Spielminuten. Bis zum Rückspiel am 13. März dürfte der Ex-Bochumer wieder mitmischen können.

las

Nur Bosz blieb sieglos: Die CL-Punkteschnitte der BVB-Trainer