Bundesliga

Peter Bosz: Lob, aber keine Garantie für Matchwinner Lucas Alario

Leverkusens Trainer lässt offen, wer nach Schicks Rückkehr stürmt

Bosz: Lob, aber keine Garantie für Matchwinner Alario

Lucas Alario spielt seit August 2017 bei Bayer 04 Leverkusen.

Lucas Alario spielt seit August 2017 bei Bayer 04 Leverkusen. imago images

Es wird für Lucas Alario ein ganz besonderes Spiel gewesen sein. Zwei Tore in einer Partie sind dem Nationalstürmer zwar schon öfter gelungen, doch dass er damit gleicht zwei Trainern, bei denen er einen schweren Stand hatte bzw. hat, beweisen konnte, welche Qualitäten in ihm stecken, dürfte dem 28-Jährigen äußerst gutgetan haben.

Lob bekam Alario nach seinem Doppelpack beim 3:1-Sieg gegen Augsburg gleich von beiden Fußballlehrern. Augsburgs Heiko Herrlich, bis Dezember 2018 Trainer der Werkself, attestierte dem Strafraumstürmer ("Lucas hat gezeigt, dass er die Bälle sehr gut behaupten kann") nicht nur Knipserqualitäten. Unter dem jetzigen FCA-Trainer hatte Alario zu dessen Leverkusener Zeit extrem schlechte Karten gehabt.

Und auch unter Peter Bosz muss der Mittelstürmer um seinen Status kämpfen. Vergangene Saison saß er auch als Torjäger Kevin Volland verletzt ausfiel, meist bei Anpfiff auf der Ersatzbank. Und in der laufenden Spielzeit musste er dasselbe sportliche Schicksal ertragen, da der für 26,5 Millionen Euro von der AS Rom verpflichtete Patrik Schick bei Bosz die klare Nummer 1 im Sturmzentrum war, bis dieser sich am 3. Spieltag in Stuttgart einen Muskelfaserriss zuzog.

Er schießt die Tore. Nicht nur heute, auch in den vergangenen Spielen.

Peter Bosz

Seitdem ist Alario als Sturmspitze gesetzt - und liefert: den Siegtreffer beim 1:0 in Mainz erzielte er ebenso wie das 2:0 beim 6:2-Erfolg in der Europa League gegen OGC Nizza und am Montag legte er einen Doppelpack gegen Augsburg oben drauf.

"Er schießt die Tore"

Bosz, der es hochschätzt, dass sich Alario trotz seiner nicht zufriedenstellenden Reservistenrolle nie beschwerte, stellte nach dem Sieg, der Bayer auf Rang 4 hievte, fest: "Lucas ist jetzt unser einziger Stürmer. Er ist sehr wichtig für uns. Er schießt die Tore. Nicht nur heute, auch in den vergangenen Spielen. Deshalb ist er sehr wichtig."

Lob für den Knipser, aber keine öffentliche Garantie, dass er sich mit seinen Leistungen erstmal seinen Platz im Team gesichert hat. Denn Bosz erklärte zu Rangfolge auf der Mittelstürmerposition: "Und was ich mache, wenn Patrik wieder da ist, das werde ich erst den Spielern sagen."

Schick fehlt auch in Prag

Am Donnerstag beim Europa-League-Spiel bei Slavia Prag dürfte Alario erneut erste Wahl sein, da Schick, der auch am Dienstag noch individuell trainierte, die Reise in seine Heimat nicht mit antreten wird. Und wohl auch am Sonntag in Freiburg winkt Alario ein Platz in der Startelf. Schließlich ist davon auszugehen, dass Bayer bei dem verletzungsanfälligen Schick nichts riskieren wird.

Lesen Sie auch: Boszs starke Fairplay-Aktion - "Das ist nicht der Rede wert"

Alario muss also weiter funktionieren. Als Knipser für die entscheidenden Tore sorgen und physisch der Dauerbelastung standhalten. "Lucas ist topfit, er hat keine Probleme. Aber er ist mein einziger Mittelstürmer. Und ich sehe auch, dass es nach 70, 75 Minuten für ihn schwerer wird", begründete Leverkusens Trainer, warum er den Argentinier zuletzt in der Endphase der beiden jüngsten Spiele bei eigener Führung jeweils vom Feld nahm.

Sorgen um den Gesundheitszustand des Angreifers seien aber unnötig, auch wenn sich Alario nach seiner Auswechslung das rechte Knie bandagieren ließ, erklärte Bosz: "Lucas ist mit seinem rechten Knie immer vorsichtig. In meinem ersten Spiel hier habe ich in der Halbzeit gesehen, dass er das gemacht hat. Und ich dachte: Ist da ein Problem? Aber das macht er immer." Genau wie seine Tore - wenn man Alario denn oft genug spielen lässt...

Stephan von Nocks

Ein Leverkusener schiebt sich noch rein: Die kicker-Elf des Spieltags