Bundesliga

"Borussia 2.0" künftig ohne Ausstiegsklauseln

Dortmund: Watzke will neue Vertragspolitik

"Borussia 2.0" künftig ohne Ausstiegsklauseln

Die letzten Wochen haben Spuren hinterlassen: BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Die letzten Wochen haben Spuren hinterlassen: BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. picture alliance

Es war ein Schock für alle Verantwortlichen in Dortmund, als ihnen der Wechsel von Mario Götze zum großen Konkurrenten FC Bayern München mitgeteilt wurde. "Ich verstehe das auch nicht wirklich", klagt Watzke noch heute über den Transferhammer. Möglich wurde der 37-Millionen-Euro-Coup durch eine Ausstiegsklausel des Nationalspielers. Das soll es künftig nicht mehr geben. "Wir mussten mit unserem Projekt 'Borussia 2.0' erst einmal eine gewisse Stärke entwickeln. Nach zwei Meisterschaften, einem Double und dem Erreichen des Champions-League-Endspiels haben wir als Borussia Dortmund jetzt einen Status, dass wir von jedem Spieler erwarten, sich ohne Wenn und Aber an diesen Klub zu binden", so Watzke gegenüber der "SZ".

Lewandowski hat keine Ausstiegklausel, aber nur noch einen Vertrag bis 2014. Auch hier buhlen die Bayern heftig. "Wenn ein Verein für das eine Jahr Restlaufzeit eine wirkliche Wahnsinnssumme zahlen wollte, muss man eine Abwägung machen. Ich bezweifle aber sehr, dass jemand die Summen auch nur annähernd zahlen würde, die uns zum Umdenken brächten."

Insgesamt scheint das Verhältnis mit dem designierten deutschen Meister nachhaltig irritiert. "Ich habe vor dem FC Bayern immer sehr viel Respekt gehabt, ihnen teilweise Bewunderung entgegengebracht. Im Moment fällt mir das etwas schwerer", sagte Watzke. "Es wird alles etwas konterkariert, seit Uli Hoeneß sich vor zwei Wochen für mehr Solidarität in der Bundesliga einsetzen wollte - und mich da auch persönlich mit einspannen wollte. Zu dem Zeitpunkt wusste Uli Hoeneß schon, dass Bayern den Transfer von Götze anbahnt oder die Einigung schon vollzogen war. Auch das Interesse an Robert Lewandowski wird nicht dementiert, aber niemand tritt an uns heran, um das mal zu besprechen."

Unser Vorsprung vor allen übrigen deutschen Klubs ist für die nächsten Jahre zementiert.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke

Die Kassen sind bei den Dortmundern durch den Transfer und die Millioneneinnahmen durch die Champions League allerdings auch gut gefüllt. Das "Schmerzensgeld" für Götze gibt viel Raum für Investitionen, nur wer soll kommen? "Wir suchen keine Spieler die schon der Abendsonne entgegenreiten." Man wolle der eigenen Linie treu bleiben und junge, hochtalentierte Spieler verpflichten, um diese weiterzuentwickeln.

Den BVB sieht Watzke erstklassig aufgestellt, auch wenn die Münchner in einer anderen Liga spielen würden. Der Geschäftsführer rechnet mit einem Rekordumsatz, der für "Aufsehen sorgen wird". Dennoch sei der Vorsprung der Bayern noch enorm, aber "genauso ist unser Vorsprung vor allen übrigen deutschen Klubs für die nächsten Jahre zementiert." Man habe sehr langfristige Verträge, die die eigene Position sichern würden. Nationalspieler wie Mats Hummels, Marcel Schmelzer oder Sven Bender haben ihre Verträge bereits ohne Ausstiegsklauseln verlängert.

Die Vertragslaufzeiten der BVB-Profis