Bundesliga

Boldt: Klare Ansagen zu Champions League und China-Transfers

"Unter die ersten Vier zu kommen, muss das Ziel sein"

Boldt: Klare Ansagen zu Champions League und China-Transfers

Er will sich nicht mit kleinen Zielen zufriedengeben: Bayer-Manager Jonas Boldt.

Er will sich nicht mit kleinen Zielen zufriedengeben: Bayer-Manager Jonas Boldt. imago

Sie sind sich ihrer Ausgangsposition bewusst. Und dennoch möchte sich Jonas Boldt nicht mit kleinen Zielen zufriedengeben. "Wir wissen, dass wir wirtschaftlich gut aufgestellt sind, aber nicht unter den ersten Vier in der Bundesliga stehen. Aber wir trauen uns zu, dass wir unter die ersten Vier kommen. Dieses Signal wollen wir geben", erklärte der Bayer-04-Manager am Montag. Der 35-Jährige hält wenig davon, Understatement zu betreiben. Vielmehr möchte er nach der Krisensaison wieder angreifen.

Boldt weiß zwar um die Schwarz-weiß-Tendenzen bei der Nachbetrachtung solcher Ansagen, dennoch trifft er eine mutige. "Ich will vermeiden zu sagen: Leverkusen muss in die Champions League und wenn nicht, ist alles Mist. Aber wir sind im Verein so aufgestellt, um überzuperformen. Unter die ersten Vier zu kommen, muss das Ziel eines jeden in Leverkusen sein. Daran wollen wir uns messen lassen. Und wenn es am Ende der 5. Platz wird, weil die anderen auch ihre Ressourcen ausgeschöpft haben, dann ist es halt so. Doch der Anspruch muss sein, das Maximale aus deinen Ressourcen herauszuholen."

Etliche Stars fehlen noch

Um diese Zielsetzung umsetzen zu können, absolvieren die die Profis am ersten Tag der Vorbereitung sowie am Dienstag in der Bay-Arena die obligatorischen Leistungstests zum Trainingsauftakt. Nicht dabei waren die Confed-Cup-Teilnehmer Bernd Leno, Benjamin Henrichs, Julian Brandt, Charles Aranguiz und Chicharito sowie U-21-Europameister Dominik Kohr, die spätestens zum Trainingslager in Zell am See zur Mannschaft stoßen sollen. Auch den zuletzt zu Ferencvaros Budapest ausgeliehenen Südkoreaner Seung-Woo Ryu und den von seiner Leihe von Fortuna Köln zurückkehrenden Marc Brasnic suchte man vergebens. Beide Akteure spielen in den Planungen keine Rolle mehr. Zudem fehlte neben dem verletzten Jonathan Tah auch Hakan Calhanoglu, dessen Unterschrift beim AC Mailand für am Ende knapp 25 Millionen Euro Ablöse (inklusive Boni) unmittelbar bevorsteht.

Wenn sie ihn wirklich haben wollen, kriegen sie das auch geregelt, aber auf irgendwelche Spielchen, die wir ein paar Kilometer rheinaufwärts erlebt haben, werden wir uns nicht einlassen.

Bayer-Manager Jonas Boldt zum Thema Kampl

"Der Transfer wird wahrscheinlich heute über die Bühne gehen. Es gibt noch ein paar kleinere Dinge, die es noch zu klären gibt", sagte Boldt am Montagmittag. Auch zum zweiten aktuellen Wechselkandidaten, den vom Roger Schmidts neuem chinesischen Klub Beijing Guoan umworbenen Kevin Kampl, äußerte sich der Manager: "Wir gehen davon aus, dass er in Leverkusen bleibt. Nach China gibt es klare Ansagen: Wenn sie ihn wirklich haben wollen, kriegen sie das auch geregelt, aber auf irgendwelche Spielchen, die wir ein paar Kilometer rheinaufwärts erlebt haben, werden wir uns nicht einlassen", so Boldt, der ausdrücklich seinen Kölner Kollegen für dessen konsequente Haltung im Modeste-Poker lobte: "Ich kenne die Abläufe da nicht ganz genau. Doch ich schätze Jörg Schmadtke. Wie er mit der Sache umgegangen ist, tut der ganzen Liga gut. Jeder Spieler hat seinen Wert, den der Verein bestimmt, bei dem er unter Vertrag steht. Kommt ein englischer Klub schlägt man ein bisschen was drauf, kommt ein Chinese, kommt nochmal etwas oben drauf. Das wissen wir alle. Es gibt einfach gewisse Grundregeln und da kann nicht jemand kommen und sagen, ich mache das jetzt anders."

Stephan von Nocks

Der Sommerfahrplan der Bundesligisten