DFB-Pokal

Boldt hadert mit möglichem Platzverweis: "Fällt schwer, sich da nicht aufzuregen"

HSV verabschiedet sich in Leipzig aus dem DFB-Pokal

Boldt hadert mit möglichem Platzverweis: "Fällt schwer, sich da nicht aufzuregen"

HSV-Trainer Tim Walter (li.) und Sportvorstand Jonas Boldt diskutierten nach dem 0:4 in Leipzig auch über eine Entscheidung des Unparteiischen.

HSV-Trainer Tim Walter (li.) und Sportvorstand Jonas Boldt diskutierten nach dem 0:4 in Leipzig auch über eine Entscheidung des Unparteiischen. IMAGO/Matthias Koch

"Man muss differenzieren", leitete Tim Walter seine Analyse der vergangenen Spiele nach dem 0:4 in Leipzig ein: "Wir haben heute gegen eine Champions-League-Mannschaft gespielt, die es einem sehr schwer macht, am Freitag (0:3 beim FC St. Pauli, Anm. d. Red.) haben wir in Unterzahl gespielt."

HSV bleibt seiner Identität treu

Entsprechend konnte der Übungsleiter der Hanseaten dem Pokal-Aus in Sachsen dennoch etwas positives abgewinnen - das Ergebnis ausgeklammert: "Ich habe eine ganz tolle HSV-Mannschaft gesehen, die sehr mutig ist, für etwas steht und eine klare Identität hat." Eine Identität, die "Fußball, Ballbesitz, Energie und Wille" bedeute und Menschen mitnehme. Weshalb sich der 46-Jährige trotz der zweiten deutlichen Niederlage binnen weniger Tage weiterhin in der Spur wähnt: "Das ist genau der Weg, den wir weitergehen wollen." 

Walter vermisste bei den Rothosen, die auf Zielspieler Robert Glatzel hatten verzichten müssen, hauptsächlich die Durchschlagskraft: "Wir brechen oft durch, aber wir brauchen Jungs, die dann den absoluten Willen haben, ein Tor zu erzielen." An diesen hätte es am Dienstagabend gefehlt. Tatsächlich war der HSV gut in das Spiel gekommen und hatte die erste Topchance der Partie verzeichnet, als Muheim mit einem Abschluss gleich doppelt am Aluminium gescheitert war. 

Da brauchen wir gar nicht diskutieren.

Jonas Boldt über einen möglichen Platzverweis gegen Mohamed Simakan

Eine mögliche Schlüsselszene, der kurz nach Abpfiff des ersten Durchgangs eine weitere mögliche Schlüsselszene folgte: Bakery Jatta und Mohamed Simakan, Torschütze des späteren 3:0, gerieten aneinander, der Leipziger ließ sich zu einem leichten Kopfstoß hinreißen und kam mit Gelb davon. "Da brauchen wir gar nicht diskutieren", wurde Jonas Boldt gegenüber "Sky" deutlich. "Ich weiß nicht, wieso er es nicht geahndet hat. Wenn er es gar nicht sieht, ist es was anderes. Aber Gelb für die Szene - da fällt es schwer, sich nicht darüber aufzuregen."

Meffert moniert Verhältnismäßigkeit

Ganz ähnlich sah es auch Jonas Meffert, der den HSV als Kapitän aufs Feld geführt hatte. "Ich komme mir schon schlecht vor, weil ich jedes Mal irgendwas über den Schiedsrichter rede. Aber wenn ich jemandem im Mittelfeld aus Versehen auf den Fuß steige, ist das natürlich Gelb - und wenn jemand so mit dem Kopf in Richtung Gegner geht, ist das auch Gelb?", hinterfragte der Stratege die Verhältnismäßigkeit der Entscheidung. 

Heyer und Jatta machen Sorgen

Für Walter sei eine Rote Karte ebenfalls "folgerichtig" gewesen, "aber es ist vorbei, wir können es nicht ändern." Ohnehin hat der Coach andere Sorgen, mussten doch der von Simakan angegangene Jatta und Moritz Heyer im späteren Spielverlauf verletzt ausgewechselt werden. "Das müssen wir abwarten. Morgen gibt es MRTs", kündigte der gebürtige Bruchsaler eine zeitnahe Diagnose bei den beiden am Sprunggelenk getroffenen Akteuren an.

Damit stehen neben dem Rot-gesperrten Sebastian Schonlau zwei weitere Leistungsträger für das kommende Spiel gegen den 1. FC Magdeburg (Sonntag, 13.30, LIVE! bei kicker) zumindest auf der Kippe. Keine Hilfe für Walter, der am Wochenende sicherlich keinen weiteren Dämpfer differenziert betrachten möchte. 

mja

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