Bundesliga

Bobic contra Hertha: Landgericht hebt Verhandlungstermin auf

Befangenheitsantrag durch die Klubanwälte

Bobic contra Hertha: Landgericht hebt Verhandlungstermin auf

Liegt im Rechtsstreit mit seinem Ex-Klub Hertha BSC: Fredi Bobic. 

Liegt im Rechtsstreit mit seinem Ex-Klub Hertha BSC: Fredi Bobic.  IMAGO/Contrast

"Der Verhandlungstermin in der von Ihnen bezeichneten Angelegenheit am 14.09.2023 wurde aufgehoben", teilte Anne Pietzcker, die Pressesprecherin der Berliner Zivilgerichte, dem kicker am Mittwochnachmittag auf Nachfrage mit. "Ein neuer Termin ist noch nicht anberaumt." Hintergrund für die überraschende Wendung: Die Hertha-Anwälte brachten kurzfristig einen Befangenheitsantrag gegen den zuständigen Richter, der seit Monaten mit dem Urkunden-Verfahren betraut ist, ein. Dieser Antrag soll jetzt geprüft und danach ein neuer Termin festgelegt werden.

In dem von Bobic angestrengten Urkunden-Verfahren geht es um die Rechtmäßigkeit des Arbeitsvertrages und die mögliche Erwirkung eines Vollstreckungstitels gegen Hertha. Der Klub hat die Gehaltszahlungen an Bobic seit der im Februar zugestellten fristlosen Kündigung eingefroren und dem Vernehmen nach bislang keinen Vorstoß zu einer außergerichtlichen Einigung unternommen. Herthas damaligem Geschäftsführer Sport war nach der 0:2-Derby-Pleite gegen Union am 28. Januar von Klubseite ordentlich gekündigt worden. 14 Tage später wurde Bobic die fristlose Kündigung zugestellt, unter anderem wegen der Androhung einer Handgreiflichkeit gegen einen rbb-Reporter nach dem Union-Spiel ("Wenn du noch mal fragst, kriegst du eine gescheuert"), die der Klub als vereinsschädigendes Verhalten wertete.

Bobic wehrte sich in Form einer Kündigungsschutzklage. Aktuell sind zwei Verfahren anhängig: ein Feststellungsverfahren, dessen Verhandlungstermin vor dem Landgericht Berlin für den 19. Februar 2024 angesetzt ist und in dem es um die Rechtmäßigkeit und Wirksamkeit der ordentlichen und der außerordentlichen Kündigung geht - und das Urkunden-Verfahren. Die beiden Prozesse könnten die finanziell angespannte Lage des Bundesliga-Absteigers zusätzlich verschlimmern. Bobic, der laut Vertrag sein Arbeitspapier einseitig bis 2026 verlängern könnte, stünden im für den Klub ungünstigsten Fall insgesamt zwischen neun und zehn Millionen Euro zu.

Steffen Rohr

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